Monika Wendrich (64) wurde zur neuen Seniorenbeauftragten von Brannenburg gewählt

Monika Wendrich liebt den Ausblick von ihrem Balkon aus. Vor einem halben Jahr ist sie von München nach Brannenburg gezogen. Seit September ist sie die neue Seniorenbeauftragte.
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Monika Wendrich liebt den Ausblick von ihrem Balkon aus. Vor einem halben Jahr ist sie von München nach Brannenburg gezogen. Seit September ist sie die neue Seniorenbeauftragte.

Kaum in der neuen Heimat angekommen, wurde sie schon zur neuen Seniorenbeauftragten gewählt: Monika Wendrich. Vor einem halben Jahr ist die 64-Jährige von München nach Brannenburg gezogen. Im Moment sammelt sie ganz viele Eindrücke, um sich Anregungen für ihr neues Ehrenamt zu holen.

von Barbara Forster

Brannenburg– Wenn Monika Wendrich auf ihrem Balkon steht, hat sie einen fantastischen Blick auf die Berge. Für die 64-Jährige ein unfassbares Privileg. Denn die Berge waren es letzten Endes, die die leidenschaftliche Wanderin dazu bewogen haben, Anfang März von München nach Brannenburg zu ziehen. Und kaum in der neuen Heimat angekommen, wurde sie im September zur neuen Seniorenbeauftragten gewählt.

„Ich will mich integrieren“

Dieses Ehrenamt sei ihr mehr oder weniger „zugeflogen“, schildert die 64-Jährige. während sie in ihrer neuen Küche steht und Kaffee brüht. Ihre Bekannte, die sie vor ihrem Umzug nach Brannenburg schon kannte, hatte sie gefragt, ob sie Lust hätte, neue Seniorenbeauftragte zu werden. Denn soziales Ehrenamt ist für Monika Wendrich kein Neuland: Seit vielen Jahren engagiert sie sich für den Verein „LichtBlick Seniorenhilfe“ und setzt sich für bedürftige Senioren ein. Da kam ihr das Angebot für das Ehrenamt gerade gelegen: „Ich will kein Außenseiter bleiben. Ich will mich integrieren.“ Ihr Umzug fiel genau in die kritische Lockdown-Phase. Nicht der ideale Zeitpunkt, um neue Kontakte zu knüpfen. Ein paar der Nachbarn hat sie aber schon kennengelernt und fühlt sich in Brannenburg bereits „total wohl“.

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Jetzt, wo sie im Vorruhestand ist, sucht die ehemalige Dipl.-Verwaltungsfachwirtin mehr Stille, weniger Hektik. München sei nicht mehr die Stadt, die sie einst kennengelernt hätte. Zu viele Menschen, steigende Mietpreise – die Flucht aufs Land kam nicht plötzlich, sondern war wohlüberlegt. Und wenn sie sich in ein neues Abenteuer stürzt, dann richtig. Bei der 64-Jährigen gibt es keine halben Sachen. Deshalb hat sie sich von ihrer Nachbarin gleich Bücher über ihre neue Heimat ausgeliehen. Sie möchte Brannenburg von der Pike auf kennenlernen. Dazu gehören auch die Menschen, insbesondere die Senioren.

Konkrete Ziele hat die neue Seniorenbeauftragte noch nicht. Sie sammelt jetzt erst einmal ganz viele Eindrücke, um die Strukturen kennenzulernen. „Ich sauge erst einmal alles auf wie ein Schwamm.“ Und dann könne man Dinge wachsen lassen. Von gemeinsamen Kochabenden bis hin zu Zusammenarbeiten mit sozialen Einrichtungen sei vieles denkbar.

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Einmal im Monat wird Monika Wendrich im Rathaus künftig eine Sprechstunde abhalten. Ob Geldsorgen oder bürokratische Fragen – die 64-Jährige hat für alle Anliegen ein offenes Ohr. Sie sieht sich als Bindeglied zwischen Gemeinde und Senioren. „Ich halte Seniorenarbeit für sehr wichtig.“ Von ihrer Tätigkeit im Verein„LichtBlick Seniorenhilfe“ weiß Wendrich, dass Altersarmut eine Angelegenheit ist, über die nicht gerne gesprochen wird. „Da ist man gleich am Rande der Gesellschaft.“ Vor allem bei diesem Thema möchte sie als Seniorenbeauftragte einen Schwerpunkt setzen.

Sie scheut keine Verantwortung

Ein paar soziale Einrichtungen hat sie schon kennengelernt. Zum Beispiel das Mehrgenerationenhaus in Flintsbach. Kooperationen mit Nachbarsgemeinden hält Wendrich ebenfalls für umsetzbar. Querdenken, Neues wagen – das sei ihr Vorsatz: „Ich wachse an meiner neuen Aufgabe.“ Verantwortung scheue sie nicht, sondern suche sie.

Neben ihrem sozialen Engagement hat die 64-Jährige auch viele Hobbies: Sie geht spazieren, liest, strickt, kocht, backt. „Ich bin jemand, der viele Interessen hat.“ Langweilig sei ihr nach eigenen Angaben nicht: Den Vorruhestand wisse sie zu nutzen und zu genießen.

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