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GRUNDSCHULE SÖCHTENAU BEWIRBT SICH UM AUSZEICHNUNG

Mit Krebsen und Kaulquappen auf Titeljagd: Söchtenauer Schüler wollen Umweltschule bleiben

Einen schuleigenen Garten samt Insektenhotel haben die Kinder mit ihren Lehrern nach dem Ende des Distanzunterrichts im Frühjahr angefangen. Noch ist nicht alles fertig bepflanzt, aber das Insektenhotel steht schon. Dies haben die Kinder mithilfe eines Schülervaters errichtet.
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Einen schuleigenen Garten samt Insektenhotel haben die Kinder mit ihren Lehrern nach dem Ende des Distanzunterrichts im Frühjahr angefangen. Noch ist nicht alles fertig bepflanzt, aber das Insektenhotel steht schon. Dies haben die Kinder mithilfe eines Schülervaters errichtet.
  • VonElisabeth Kirchner
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Erneut bewerben sich die Söchtenauer Grundschüler um den Titel Umweltschule. 400 Fotos zeigen die Vielfalt der Natur rund um die Schule. Fotomodelle sind unter anderm Krebse und Kaulquappen. Die ganz mutigen Fotografen wagten sich sogar an Spinnen.

Söchtenau – „Da hatten wir wirklich die Qual der Wahl“, erklärt Schulleiterin der Grundschule Söchtenau Marianne Kelnberger, die zusammen mit ihren Kolleginnen 40 Fotos quer durch alle Jahrgangsstufen ausgewählt hat. Die Vielfalt wird auf großen Postern in den Schulfenstern im Erdgeschoss präsentiert.

Die biologische Vielfalt in der Schulumgebung – dies ist eines von fünf sogenannten Handlungsfeldern, mit denen sich Schulen als Umweltschule in Europa/Internationale Nachhaltigkeitsschule bewerben können. Schon im vergangenen Jahr heimsten die Söchtenauer den Titel ein, ihn erneut zu bekommen, reizte nicht nur die Lehrer, sondern auch die Schüler. Und angesichts des coronabedingten Distanzunterrichts war der Fotowettbewerb da eine wunderbare Sache.

Schulkinder erklären ihre Motive

„Ich habe Krebse im Bach als Motiv gewählt,“ erklärt selbstbewusst Paul aus der dritten Klasse. Angst kennt scheinbar auch nicht der Erstklässler Kilian. Den Bienenschwarm, den er fotografiert hat, hat er erst aus der Distanz beobachtet, „und mit Anzug und Mamas Hilfe“ kam das Foto schließlich zustande.

Die Geschwisterkinder Verena und Regina haben Kaulquappen fotografiert. „Wir haben die Kaulquappen am Siferlinger See fotografiert“, die Metamorphose zum Frosch weiter zu beobachten fanden die beiden Mädchen aber viel spannender. „Statt theoretischem Distanzunterricht hatten wir Natur- und Sachkunde in der Praxis,“ strahlt Rektorin Kelnberger.

Neben Tieren wurden auch Pflanzen fotografiert

Alle Kinder, die sich für den Fototermin mit den OVB-Heimatzeitungen einfanden, wollten etwas zur Entstehung ihres Bildes erzählen. Carolin hat auf der Terrasse einen Igel gefunden, den sie mit ihrer Mama schließlich in die Wildtier-Station nach Amerang gebracht hat. Das Motiv „Entenküken“ hatte es den Geschwistern Elina und Elias angetan, während Karolina das Motiv direkt an der Haustür hatte: „Bei uns haben Jungvögel im Briefkasten genistet.“

Aber auch Blumenbilder haben die Kinder eingereicht. Für den Betrachter mag es ein buntes Sammelsurium sein, für die Kinder aber war es praktischer Anschauungsunterricht. Und die Kinder wissen auch jetzt noch viele Pflanzen zu benennen, ist Schulleiterin Kelnberger stolz.

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Die Resonanz überwältigend: Zwei Drittel aller Schüler hätten sich an dem Projekt beteiligt und rund 400 Fotografien eingereicht: „Ein Motiv schöner als das andere.“ Während die einen die Entwicklung vom Laich zum ausgewachsenen Frosch oder vom Ei zum Jungvogel festhielten, konzentrierten sich andere auf die kleinen Lebewesen, die Bienen, Hummeln und Käfer, die sich an der Blütenpracht des Frühlings erfreuen. Auch Lebewesen, die bei Erwachsenen weniger Anklang finden, wie Schnecken, Krebse, Blindschleichen oder Spinnen, fielen den Kindern ins Auge.

Rund um die Uhr können an allen Fenstern im Erdgeschoss des Schulhauses bewundert werden. Ob es für die Prämierung zur Umweltschule ausreicht, weiß Kelnberger noch nicht, aber „im Hinblick auf Umweltbewusstsein und Blick für die Schönheiten unserer Natur haben unsere Kinder auf jeden Fall gewonnen.“

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Umweltschule in Europa

Umweltschule in Europa ist ein Prädikat, das die internationale Stiftung für Umwelterziehung, in Deutschland vertreten durch die Deutsche Gesellschaft für Umwelterziehung (DGU), verleiht. Das Programm wurde 1994 gestartet, bayernweit wurden 2018 knapp 400 Schulen mit dem Titel ausgezeichnet.

Ab dem Schuljahr 2005/2006 erweiterte die DGU das Projekt um den Titel Internationale Agenda 21 Schule für besondere Leistungen von Schulen bei der Erarbeitung von Nachhaltigkeitsprozessen inner- und außerhalb des Schulgeländes. Als „Umweltschule“ kann eine Schule bezeichnet werden, die ihren Schülern Umweltbewusstsein vermittelt und sich um Schonung der Umwelt bemüht.

Die Schulen bewerben sich mit einem selbstentwickelten Konzept, eine Jury entscheidet nach Prüfung der Dokumentationen über die Vergabe der Auszeichnungen. Das Prädikat wird für ein Jahr vergeben, die Schulen können mehrfach an dem Projekt teilnehmen.

In diesem Schuljahr standen fünf Handlungsfelder zur Auswahl: Maßnahmen zum Klimaschutz, Biologische Vielfalt in der Schulumgebung, Nachhaltige Mobilität im Schulumfeld, Regionalität – regionale(r) Ernährung, Konsum, Lebensstil und Schuleigenes Thema. Aus den fünf Feldern müssen zwei Bereiche bearbeitet werden.

Die elf Schulkinder und Rektorin Marianne Kelnberger mit Foto-Plakaten zum Thema „Biologische Vielfalt in der Schulumgebung.

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