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Mesner-Wechsel auf Schwarzlack in Brannenburg

„Mit 82 g‘langt’s“: Hans Peter hat 38 Jahre lang die Glocken geläutet

In „seiner“ Kirche auf „da Lack“ fühlt sich Hans Peter Zuhause.
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In „seiner“ Kirche auf „da Lack“ fühlt sich Hans Peter Zuhause.
  • Barbara Forster
    VonBarbara Forster
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Pflichtbewusst und mit Hingabe hat sich Hans Peter (82) um die Wallfahrtskirche Mariahilf und St. Johann Nepomuk gekümmert. Nach 38 Jahren hat er sein Mesner-Amt nun aufgegeben. Die Nachfolge tritt seine Tochter Anna Stadler an.

Brannenburg – Hans Peter braucht nicht viel, um glücklich zu sein. Ihm reichen die kleinen Dinge. Dinge, die ihm sein Leben lang vertraut sind. Etwa seine Gaststätte, seine Familie oder aber die Wallfahrtskirche in Schwarzlack. 38 Jahre lang hat der 82-Jährige die Mesnerei in der Kirche übernommen. Am 3. Juli wurde er gebührend verabschiedet. Musikalisch begleitet wurde das Patrozinium von Bläsern der Musikkapelle Brannenburg. Dekan Pfarrer Helmut Kraus bedankte sich für all die Jahre, die der 82-Jährige der Kirche widmete. Die Nachfolge bleibt in der Familie: Tochter Anna Stadler (55) führt das Mesner-Amt seither fort.

Nachfolgerin Anna Stadler wird künftig die Glocken läuten.

Für ihn fühlte es sich nicht nach Arbeit an

Auf 600 Höhenmeter am Fuße des Sulzbergs hat sich Hans Peter zusammen mit seiner Frau und seinen Kindern ein Leben aufgebaut. Er pachtete die Gaststätte Schwarzlack und übernahm damit auch die Verantwortung für die Wallfahrtskirche Mariahilf und St. Johann Nepomuk.

38 Jahre lang kümmerte er sich um den Erhalt der Kirche. Läutete die Glocke, schmückte den Altar oder leerte den Opferstock. „Für mich ist das eigentlich nie Arbeit gewesen. Irgendwann meinst du, die Kirche gehört dir selbst. Niemand redet dir drein.“

Im Rahmen eines Gottesdienstes wurde der ehemalige Mesner Hans Peter (Mitte) gebührend verabschiedet: (von links) Mit dabei waren Tochter Anna Stadler, Ehefrau Anna Peter, Verwaltungsleiter Rudolf Hitzler, Kirchenpfleger Sebastian Kolb und Dekan Pfarrer Helmut Kraus.

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Auf einer Holzbank sitzend lässt der 82-Jährige seine Tätigkeit Revue passieren. Er lächelt dabei, wirkt zufrieden. Ist er es auch? „Und wie“, versichert er mit breitem Grinsen.

Auch jetzt noch sperre er um sechs Uhr morgens die Kirche auf. „Das machen wir jetzt miteinander“, sagt Anna Stadler. Denn den Papa ganz die Zügel aus der Hand nehmen, möchte sie nicht. „Die tut nicht viel, und schiebt aber das Geld ein“, sagt der Gastwirt mit einem schelmischen Lächeln. Immer einen Scherz auf den Lippen, meint die Tochter kopfschüttelnd. So sei ihr Papa. Einer, der immer gerne die Leute unterhält. Aber auch jemand, der sich für die Menschen interessiert. Viele Wallfahrer hat Hans Peter kommen und gehen sehen. Schöne und auch traurige Geschichten seien ihm dabei zu Ohren gekommen. „Es kommen viele Leute hierher und zünden Kerzen an“, sagt Anna Stadler.

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In den Urlaub ist der Gastwirt eigentlich nie gefahren. Hier, am Berg, umringt von seinen neun Enkeln und sieben Urenkeln, könnte der „Lack-Opa“ nicht glücklicher sein. „Und ich bin die Gleiche, ich will auch nicht furtfahren“, gibt Anna Stadler lachend zu. Für sie sei die Gaststätte und die Kirche ein wahres Kleinod. „Das ist schon ein besonderer Platz hier oben.“ Und Arbeit gebe es auch immer genügend: „Den ganzen Tag greit der Papa irgendwo rum“, schildert Anna Stadler.

Aufgaben stets zuverlässig erfüllt

Und wie aufs Stichwort erhebt sich der „Lack-Opa“ und geht auf die Kirche zu. Den Schlüssel in der Hand sperrt er die Holztüre auf und schreitet durch die Sakristei. „Hier wird noch von Hand geläutet“, sagt er und deutet auf die Glockenseile.

Zufrieden blickt er sich um. Gern habe er sich um die Kirche gekümmert, sagt er. „Aber mit 82 Jahren g’langt‘s jetzt.“

Stets zuverlässig habe Hans Peter seine Aufgabe als Mesner erfüllt, schildert Pfarrer Helmut Kraus. „Er und auch seine Frau Anna haben einfach immer die Kirche sauber gehalten und geschmückt. Sie haben auch immer darauf geachtet, dass genügend Kerzen da sind.“ Besonders erfreulich sei es für den Geistlichen, dass das Mesner-Amt in der Familie bleibt.

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