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Thema in Hochstätt: Islam und Extremismus

Minderheit zeichnet völlig falsches Bild

Schechen/Hochstätt - Einblicke in die Religion des Islam und in die Entwicklung des Extremismus vermittelte der promovierte Staats- und Sozialwissenschaftler Dr. Said Al-Dailami in seinem Vortrag bei der CSU in Hochstätt.

Beginnend mit einem historischen Abriss von der Entstehung des Islam im Jahr 540, seiner etwa 200 Jahre späteren Spaltung in Schiiten und Sunitten, stieg Dr. Al-Dailami in seiner Schilderung über die fünf Säulen des Islam und die Prinzipien des Glaubens vertieft in die Welt dieser Religion ein. In Deutschland leben schätzungsweise vier Millionen Menschen islamischen Glaubens, von denen seiner Einschätzung nach ganze fünf Prozent eine eher politisch motivierte, extreme Glaubensausrichtung pflegen, davon seien allerdings zehn Prozent durchaus als gewaltbereit einzustufen.

Der Referent schilderte anschaulich die vielen Ursachen für den extremen Islamismus. In der Hauptsache sei er vor dem Hintergrund der dramatischen wirtschaftlichen Verschlechterung gegenüber anderen Regionen zu sehen; vor allem in der Perspektivlosigkeit, in der sich die Menschen dort befinden. Hier sieht Dr. Al-Dailami "den Nährboden für eine politisch gesteuerte Instrumentalisierung religiöser Elemente, die weder mit dem Koran noch mit dem göttlichen Gesetzbuch, der Scharia, konform gehen".

Aus der Propaganda der Extremisten, die den Westen für die Misere in den muslimischen Ländern verantwortlich machen, rekrutieren sich, so Dr. Said-Al-Dailami, in der Regel die Fundamentalisten. Hinter deren rücksichtsloser Ideologisierung der Religion steht am Ende der Jihad mit seinen wiederum unterschiedlich struktuierten Ausbildungen.

Die Vorgänge in Ägypten und weiteren Staaten in Nordafrika schreibt Dr. Said Al-Dailami einem "unglaublichen Wandel bei den jungen Islamisten zu", die dem bisher gepflegten Gehorsam als wichtigen Glaubensgrundsatz nunmehr andere Wertvorstellungen voranstellen.

Seinen eingangs formulierten Kernsatz, man müsse die Welt mit muslimischen Augen sehen, griff der Referent nochmals auf und schloss die Möglichkeit nicht aus, dass der Islam daraus schneller als erwartet Züge annehmen wird, die dem veränderten Weltbild der Menschen näher kommen.

Die anschließende Diskussion konzentrierte sich auf das Gefahrenpotenzial des Islamismus und gerade hier wurde deutlich, wie eine kleine Glaubensminderheit das Interesse der Öffentlichkeit an sich zieht und von der Welt des Islam ein völlig falsches Bild zeichnet. so