Tourismus: 2009 rund 180000 Übernachtungen in Oberaudorf

Ein Millionengeschäft

Oberaudorf - Seit drei Jahren besteht die Zusammenarbeit im touristischen Bereich mit Kiefersfelden - auch 2010 soll diese nach Willen der Oberaudorfer Gemeinderäte fortgesetzt werden. In der jüngsten Sitzung wurde zwar angemahnt, den Kooperationsvertrag hinsichtlich des Haushaltsbudgets nochmals genau zu analysieren. Mit Blick auf die Wertschöpfung von fast 30 Millionen durch den Tourismus erwirtschafteten Euro im Jahr 2009 befinde man sich aber auf keinem schlechten Weg, hieß es bei der Beratung. Die neuesten Zahlen zeigen zudem, dass es im vergangenen Jahr rund 180 000 Übernachtungen in Oberaudorf gab. Im Vergleich zum Jahr 2008 ist dies ein Minus von 4,5 Prozent.

Tourismuschef Werner Schroller betonte in seinen Ausführungen, dass es in den vergangenen Jahren gelungen sei, die Produktlinie "Kaiser-Reich" als so genannte Regionsmarke im hart umkämpften Tourismusmarkt zu festigen. Er zeigte auf, dass sich die Aufenthaltsdauer der Gäste wesentlich verkürzt habe: Mehrwöchige Urlaubsaufenthalte gehörten der Vergangenheit an, jetzt seien die Gäste maximal vier Tage in der Gemeinde. "Und in diesen vier Tagen wollen sie möglichst viel erleben", so Schroller.

Vom Personal der Tourist Info werde eine hohe Beratungskompetenz verlangt, die natürlich auch zeitlich zu Buche schlägt. Schroller: "Früher haben die Leute eine Wanderkarte abgeholt und das war's. Heute wollen die Gäste zur Wanderkarte detaillierte Ratschläge, welche Wege zum Gipfel führen, welche Wirtschaften unterwegs besucht werden können und so weiter." Hinzu kommen die vielen zusätzlichen gemeindeinternen Aufgaben für die Mitarbeiter der Tourist Info: in Oberaudorf etwa die Organisation der Musiktage Oberaudorf-Reisach oder die der Veranstaltungsreihe "Nachdenkzeiten". Der Touristiker verwies zudem auf den kürzlich eingeführten Online-Ticket-Service oder das Online-Buchungssystem IRS 18, das ebenfalls dem inzwischen überwiegend Internet freundlichen Urlauberverhalten entgegen kommt.

Im Hinblick auf die Mehrbelastung des Personals dürfe es zu keinem Ungleichgewicht in der Besetzung der Tourismusstellen in Kiefersfelden und Oberaudorf kommen, hieß es bei der Diskussion. Man könne nicht in Kiefersfelden Personal abziehen und den Oberaudorfern die Arbeit aufbürden, so die Meinung. Von den Gemeinderäten wurde insgesamt eine bessere Informationspolitik gefordert - und hier vor allem eine detaillierte Budgetaufstellung des touristischen Haushalts.

Schroller betonte, dass diese Zahlen jährlich im Haushaltsplan einzusehen seien. In der Oktobersitzung 2009 sei zudem eine ausführliche Information über die Aktivitäten im "Kaiser-Reich" gegeben worden. Zwei Gemeinderäte von Pro Oberaudorf stimmten gegen die Fortsetzung der Kooperation. Sie seien zwar dafür - aber trotzdem dagegen, sagten sie.

Das Gremium sprach sich für mehr Sitzungen des Tourismusausschuss aus. Im Rahmen des Projekts "Lebensqualität durch Nähe", das heuer starten soll, könne ein Arbeitskreis "Tourismus" ins Leben gerufen werden. ge

Kommentare