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IMMER EIN OFFENES OHR

Für Migranten: Neues Beratungsangebot in Brannenburg

In Brannenburg steht sie neuerdings jeden letzten Donnerstag im Monat für Sprechstunden für Jugendliche mit Migrationshintergrund bereit: Die 29-jährige Sozialpädagogin Anna Paul.
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In Brannenburg steht sie neuerdings jeden letzten Donnerstag im Monat für Sprechstunden für Jugendliche mit Migrationshintergrund bereit: Die 29-jährige Sozialpädagogin Anna Paul.
  • Barbara Forster
    VonBarbara Forster
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Seit August bietet der Jugendmigrationsdienst des Vereins „In Via München“ Beratungstermine im Degerndorfer Pfarrheim an. Junge Migranten, die Hilfe oder Unterstützung brauchen, können sich von nun an einmal im Monat an die Sozialpädagogin Anna Paul (29) wenden.

Brannenburg/Degerndorf – Jeden letzten Donnerstag im Monat hat Anna Paul, die seit 2020 als Sozialpädagogin in Stadt und Landkreis Rosenheim Menschen mit Migrationshintergrund betreut, für Migranten in Brannenburg und Degerndorf ein offenes Ohr. Das Angebot richtet sich an Jugendliche von zwölf bis 27 Jahren.

Unterstützung bei Lebensweg

Angestoßen wurde das neue Beratungsangebot durch den Freundeskreis Asyl Brannenburg-Flintsbach. Die ehrenamtliche Asylbeauftragte Barbara Weidenthaler sah Handlungsbedarf und hat sich mit Paul in Verbindung gesetzt. Denn es gebe viele Migranten, die Unterstützung bei der Entwicklung einer Berufsperspektive bräuchten. „Jedes personelle Angebot, an das sich Geflüchtete wenden können, trägt zur Integration und zu einem guten Miteinander in unseren Dörfern bei“, sagt Weidenthaler.

In Brannenburg werden von der Asylsozialarbeit des BRK bereits wöchentliche Stunden angeboten. Die Beratungen von Anna Paul sieht Weidenthaler als passende Ergänzung an: „Hier haben junge Leute mit Migrationshintergrund die Möglichkeit, im Gespräch auf ihren Lebensweg zu schauen.“

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Viele Jugendliche täten sich schwer, in einer fremden Umgebung die richtigen Schritte zu gehen, sagt Paul. „Gerade am Anfang ist es wichtig, dass wir uns ausreichend Zeit für die Jugendlichen nehmen und mit ihnen klären, wo sie gerade stehen und welche Ziele realistisch und umsetzbar sind.“ Das größte Hindernis für Migranten sei der fehlende Sprachkurs, weiß die 29-Jährige: „Die sind recht teuer und diejenigen, die noch nicht anerkannt sind, müssen diese Kurse selber zahlen. Viele Jugendliche haben auch nach Jahren noch keine Chance auf einen Deutschkurs, eine Ausbildungs- oder Arbeitsstelle oder einen beruflichen Integrationskurs bekommen.“

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Und genau da setzt das Beratungsangebot an: „Denn die Sprache ist der Schlüssel für einen schnellen Berufseinstieg“, so die 29-Jährige.

Deshalb sei der Kontakt zu Schulen für Jugendliche so wichtig. Dadurch finden sie Anschluss und lernen die Sprache besser.

Auch junge Mütter suchen Sprechstunde auf

Aus Erfahrung wisse Paul, dass auch viele junge Mütter zu Sprechstunden kommen würden. Auch in diesem Fall sei es entscheidend, dass deren Kinder einen Kita- oder Grundschulplatz bekämen: „Nirgendwo sonst lernen die Kleinen so schnell die deutsche Sprache. Ein Platz in der Schule oder Kita ist aber auch für die ganze Familie eine Tür in die Gemeinschaft vor Ort. Hier können die Eltern schnell und unkompliziert Kontakt mit anderen Eltern knüpfen.“

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Die 29-Jährige sieht sich selbst nicht als „typische Beraterin“. In erster Linie sei sie Zuhörerin und unterstützte bei Zukunftswünschen: „Es ist wesentlich, von den Jugendlichen zu erfahren, was ihre Vorstellungen und Wünsche waren, als sie nach Deutschland gekommen sind. Wir klären dann gemeinsam, was machbar ist und entwickeln Perspektiven, wie man Schritt für Schritt auf dem Erreichten aufbauen kann.“

Und dabei seien die Themen komplett verschieden. Manche würden einen Job, andere einen Freizeitverein suchen. Andere wiederum wollen eine Selbsthilfegruppe gründen, schildert Paul. Im Grunde ginge es aber immer um Integration. Erst dadurch funktioniere ein Zusammenleben.

Anlaufstelle vor Ort ist Gold wert

Nicht nur der Freundeskreis Asyl Brannenburg-Flintsbach findet das neue Beratungsangebot sinnvoll. Auch Bürgermeister Matthias Jokisch hält das Format für eine gute Sache: „Das ist eine spannende und wichtige Geschichte. Eine Anlaufstelle vor Ort ist wirklich Gold wert. Sonst mussten die Betroffenen immer bis nach Rosenheim fahren.“ Auch Jokisch bestätigt, dass der Bedarf da sei. Gerade für jugendliche Migranten – seien es Geflüchtete oder Leute aus anerkannten EU-Staaten – gebe es zu wenig Angebote in dieser Richtung.

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