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Musikalische Führung in der Karolinenkirche

Michael Grill erzählt die Geschichte der Großkarolinenfelder Barockorgel

Kirchenmusikdirektor Michael Grill an der kleinen Barockorgel in der evangelischen Karolinenkirche.
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Kirchenmusikdirektor Michael Grill an der kleinen Barockorgel in der evangelischen Karolinenkirche.

Die evangelische Kirchengemeinde Großkarolinenfeld lud zum Tag des offenen Denkmals zu einer „Musikalischen Führung zur Barockorgel mit Kirchenmusikdirektor Michael Grill“ ein.

Großkarolinenfeld – Nach dem ersten Orgelstück, gespielt von Grill, berichtete Ortspfarrer Dr. Richard Graupner, wie die Quirin Weber-Orgel vom Kloster Tegernsee in die evangelische Karolinenkirche nach Großkarolinenfeld kam. Im Jahre 1738 baute Quirin Weber, Orgelbaumeister aus Dachau, das Instrument getreu den Regeln der Benediktiner, wo beim Psalmensingen der Geist im Einklang mit seiner Stimme stehen soll. Doch die Chororgel verlor durch die Säkularisation im Jahre 1803 ihren Zweck. 1822 war die evangelische Karolinenkirche eingeweiht worden.

Königin übergibt Orgel an Karolinenkirche

Zwei Jahre später schrieb der Kabinettsprediger der Königin, Ministerialrat Freiherr von Schmidt, an das Pfarramt Großkarolinenfeld: „Ihre königliche Majestäten haben geruhet, der protestantischen Gemeinde Karolinenfeld für ihre Kirche ein Geschenk mit einer kleinen Orgel zu machen, welche in der Kirche zu Tegernsee steht. Ihre Majestät die Königin, wollen ferner die Kosten der Aufrichtung und Stimmung übernehmen oder wenigstens einen Beitrag dazu geben. Aber die Gemeinde muss die Orgel durch eigene Fuhr abholen lassen“. So wanderte das Instrument aus der katholischen Klosterkirche am Tegernsee in die evangelische Karolinenkirche Großkarolinenfelds. 1824 erklang die Orgel dort zum ersten Mal, Organist war der katholische Kolonist Ludwig Schröck.

Restauration bringt Schmuckstück hervor

Kirchenmusikdirektor Grill, der bereits mit zehn Jahren als Sohn des damaligen Pfarrers Josef Grill, die ersten Berührungen mit dieser Orgel hatte, berichtete weiter über die Zeit nach 1933. Das inzwischen grau überstrichene Instrument wurde nicht mehr gebraucht und der damalige Pfarrer Dimmling strebte einen Neubau der Orgel an. Doch der Erlass von 1942, dass alle Orgelneubauten verboten seien, rettete der kleinen Orgel das Leben, so Grill.

Als Restaurator Professor Josef Ghezzi feststellte, dass sich unter der grauen Übermalung eine Originalfassung verbarg, die diese Orgel zu einem Schmuckstück ersten Ranges macht, und Professor Friedrich Högner feststellte, dass sich die Restauration lohne, gab es grünes Licht. Orgelbaumeister Rudolf Kuback aus Augsburg begann die langwierige Arbeit. Die Kirchengemeinde hatte damals dir Hälfte des gesamten Renovierungsaufwandes durch kleine und große Spenden selbst aufgebracht. Am 23. April 1972 fand dann die Einweihung statt. Organist war wieder Schröck.

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Grill informierte die zahlreichen Besucher über die Besonderheiten dieser Orgel, die eine große Herausforderung für den Organisten darstelle. Weber ließ bei den tiefen und längsten Pfeifen im Manual und Pedal alle Halbtöne, außer dem „b“, einfach weg. Dadurch entstand eine neue Belegung der Tasten und viele Stücke ließen sich nicht mehr spielen. Dafür klingen die zahlreichen spielbaren Orgelwerke schöner und authentischer als an manchen modernen Instrumenten. Eine Besonderheit war auch die Anordnung der Orgelpfeifen. Da man in Tegernsee von beiden Seiten einen Blick auf die Orgel hatte, wurden die Pfeifen auf der Spielerseite aus Holz gefertigt und silbern angestrichen. Sie schauen wie echt aus.

Von 1971 bis 1981 war Grill Organist in der Karolinenkirche: „In dieser Zeit saß ich dann immer um 8 Uhr, eine Stunde vor Gottesdienstbeginn, an der Orgel und übte die Lieder ein. Es war eine schöne Zeit für mich mit ganz wertvollen Erfahrungen, die ich nicht missen möchte“. Heute ist er als Kirchenmusikdirektor und Organist in der Erlöserkirche in München- Schwabing tätig. (re)

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