"Heimliche Bürgermeisterin" von Fischbach hat ein Stück Kirchengeschichte geschrieben

Mesnerin nach 38 Jahren verabschiedet

Nilla Kunz ist nach 38 Jahren Mesnerdienst verabschiedet worden (Zweite von links) von Gemeindereferentin Barbara Weidenthaler, Pfarrer Helmut R. Kraus und Pastoralreferent Hans Maier (von links). Foto re
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Nilla Kunz ist nach 38 Jahren Mesnerdienst verabschiedet worden (Zweite von links) von Gemeindereferentin Barbara Weidenthaler, Pfarrer Helmut R. Kraus und Pastoralreferent Hans Maier (von links). Foto re

Flintsbach - "Eine solche Fülle an ehrenamtlichen Tätigkeiten, kreativem Denken und Wirken für Kirche und Dorfgemeinschaft, gebündelt auf eine Person, findet man äußerst selten". Mit diesen Lobesworten begann Pfarrer Helmut R.

Kraus die Würdigung der herausragenden Leistungen von Nilla Kunz anlässlich der Verabschiedung in der Pfarrkirche St. Martin aus dem Mesnerdienst. Dabei überreichte er ihr die von Erzbischof Kardinal Reinhard Marx unterschriebene Ehrenurkunde.

Als Mesnerin der Fischbacher Filialkirche hat Nilla Kunz seit ihrer Einsetzung durch den damaligen Pfarrer Rosenegger in nun 38 Jahren ein Stück Fischbacher Kirchengeschichte geschrieben, betonte Kraus. Fünf Ortspfarrern diente sie und half über 40 verschiedenen Aushilfspfarrern, darunter der Bruder des emeritierten Papstes, Georg Ratzinger, beim An- und Ausziehen des Priestergewandes und bereitete für sie die Messfeier vor.

Obwohl es für Nilla Kunz mit viel Organisationsaufwand und Putzarbeit verbunden war, begeisterte sie die jeweiligen Ortspfarrer zu Innen- und Außenrenovierungen. So steht heute die Fischbacher Kirche als "herausgeputztes" Kleinod da, betonte Pfarrer Kraus. In der Kirche war Nilla Kunz seit 46 Jahren (letzte Mission) Vorbeterin für den samstäglichen Rosenkranz.

Auch im kirchlichen Vereinsleben war sie engagiert: 1974 war Kunz Mitbegründerin des Flintsbacher Weihnachsbasars und organisierte seit 1985 das Basteln für den Basar und den Verkauf in Fischbach. 1972 war sie an der Neustrukturierung der Flintsbacher Frauengemeinschaft beteiligt, der sie bis heute angehört. Seit ihrem zwölften Lebensjahr ist sie Caritassammlerin und erhielt vor zwei Jahren für 60-jährige Sammlertätigkeit Sonderauszeichnungen der Erzdiözese und des Caritaszentrums (Pater-Rupert-Maier- Medaille). Viele Jahre bastelte Kunz mit den Kommunionkindern ihre Kommunionkerzen.

Engagiert in Kirche und Dorfgemeinschaft

Auch in der Dorfgemeinschaft brachte sich Nilla Kunz in vielfältiger Art ein und wurde scherzhaft als "heimliche Bürgermeisterin von Fischbach" bezeichnet. So war die Fertigstellung des Fischbacher Kinderspielplatzes an der "Alten Post", wofür sie sich im Rahmen der "Dorferneuerung Fischbach" stark einsetzte, für sie eine große Freude.

Obwohl ihre Gesundheit eine weitere Mesnertätigkeit nicht mehr zulässt, wird man auch künftig den Rat von Nilla Kunz gerne annehmen, zeigte sich Pfarrer Kraus bei der Verabschiedung überzeugt. Neue Mesnerin für die Fischbacher Kirche ist nun Johanna Astner. re

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