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Kinderbetreuung

Mehr Kindergartenplätze für Rohrdorf, aber wie?

Nicht nur der Naturkindergarten wird ausgebaut.
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Nicht nur der Naturkindergarten wird ausgebaut.
  • VonJohannes Thomae
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Nachdem im vergangenen November der Gemeinderat sich nicht einigen konnte, hat er nun eine Entscheidung gefällt.

Rohrdorf - Mehr Kindertagesstättenplätze sind nötig! Das ist eine Tatsache, mit der man auch in Rohrdorf konfrontiert ist. Noch im November vergangenen Jahres fasste der Gemeinderat deshalb den Beschluss, eine neue Kita zu erstellen, die im Kernort liegen soll. Auf der letzten Gemeinderatssitzung wurde dieses Ziel erweitert: Auch der naturnahe Kindergarten soll um eine weitere, zweite, Kindergartengruppe aufgestockt werden.

Vorangegangen waren diesem Beschluss intensive Diskussionen. Den Beginn machte ein CSU-Antrag aus dem Herbst letzten Jahres, der forderte, den Bedarf für eine zweite Naturkindergartengruppe zu überprüfen (wir berichteten). Auch wenn der Antrag formell nur auf die Bedarfsüberprüfung, also eine Vorüberlegung abzielte, so entwickelte sich in der Sitzung vom 18.11. schnell eine Grundsatzdebatte. Tenor: Wie können am schnellsten und kostengünstigsten neue Kindergartenplätze geschaffen werden.

Am Ende ein Patt

Einig war man sich in jener Sitzung bald darüber, dass eine Erweiterung des Naturkindergartens nichts an der Tatsache ändere, dass prinzipiell auch ein neuer Kindergarten notwendig sei. Ob angesichts dessen eine Erweiterung des Naturkindergartens Sinn mache, war dagegen umstritten, wobei sich die Zahl der Befürworter wie der Gegner in etwa die Waage hielten. Die Befürworter - zum Beispiel Maria Haimmerer (CSU) - argumentierten, dass eine zweite Gruppe auf jeden Fall schneller zu errichten sei, als die neue Kita gebaut werden könne. Man könne somit also den Bedarfsdruck aus dieser Frage nehmen und der Planung der neuen Kita die Zeit gönnen, die so ein Projekt einfach brauche. 

Die Skeptiker einer zweiten Naturkindergarten-Gruppe meinten, der Finanzbedarf des naturnahen Kindergartens sei knapp zwei Monate nach Betriebsbeginn noch in keiner Weise abzuschätzen, es sei also unklar, inwieweit die in der Kostenhochrechnung veranschlagten Defizitbeträge von über 100.000 Euro gesenkt werden könnten. Anette Wagner (Bürgerblock) zum Beispiel plädierte dafür, in dieser Situation die Verwaltung nicht mit einem Erweiterungsprojekt zu belasten, das sich am Ende als finanziell wenig zufriedenstellend erweisen könnte. Sinnvoller sei es, die Kräfte auf eine möglichst schnelle Verwirklichung einer weiteren Kita zu konzentrieren. Die Abstimmung über den Antrag endete in dieser Novembersitzung mit einem Patt – neun zu neun Stimmen – so dass nach der Gemeindeordnung der Antrag als abgelehnt zu gelten hatte.

Erste Schritte ohne Kostensteigerung

Bei der jüngsten Gemeinderatssitzung stand das Thema einer zweiten Gruppe nun erneut auf der Tagesordnung. Hintergrund seien, so Bürgermeister Simon Hausstetter, nunmehr präzisere Erkenntnisse über die Defizitentwicklung und intensive Gespräche mit dem Träger, wie die Erweiterung vonstattengehen könne: Demnach sei ab September dieses Jahres eine Erweiterung der bestehenden Gruppe auf 36 Kinder mit dem bestehenden Personalschlüssel, also ohne Kostensteigerung möglich. Allerdings sei für diese Erweiterung der bestehenden Gruppe eine besondere Genehmigung notwendig, die für ein Jahr Gültigkeit habe. Im September 2023 sei dann die Eröffnung einer neuen, eigenen Gruppe möglich, so dass schließlich 48 Kinder untergebracht werden könnten. Notwendig sei es aber, bis dahin eine zweite Schutzhütte zu erstellen. Diese könnte im unmittelbaren Anschluss des Geländes auf den Garagen aufgesetzt werden, die zum Turner Hölzl gehörten, wodurch eine Erweiterung des bestehenden Bebauungsplanes unnötig würde.

Der Vorschlag fand im Gremium prinzipiell Zustimmung, wenn auch Karl-Heinz Silichner (CSU) über einen Punkt einen gewissen Unmut zeigte: Eine zweite Gruppe einzurichten, sei bereits in einem Antrag, der von Ende Dezember letzten Jahres stamme, formuliert, aber bis dato nicht behandelt worden. Bürgermeister Simon Hausstetter räumte ein, dass er diesen Antrag offensichtlich übersehen hatte und entschuldigte sich dafür. Immerhin sei dieses Versehen aber mit keinem Zeitverzug verbunden, weil die für eine Entscheidung notwendigen Erkenntnisse über die Finanzentwicklung erst jetzt vorlägen, außerdem gehe es nicht darum, wer welchen Antrag stelle, sondern um die Sache. Der Beschluss, den naturnahen Kindergarten in zwei Schritten – September 2022 und September 2023 – zu erweitern, fiel dann einstimmig.

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