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URSACHE NOCH UNKLAR

Massensterben: Fischereiverein Inntal findet 750 tote Tiere im Förchenbach

Hunderte tote Fische holten die Mitglieder des Fischereivereins aus dem Förchenbach in Brannenburg. Die Ursache dafür ist bislang noch nicht geklärt. Polizei und Wasserwirtschaftsamt sind alarmiert.
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Hunderte tote Fische holten die Mitglieder des Fischereivereins aus dem Förchenbach in Brannenburg. Die Ursache dafür ist bislang noch nicht geklärt. Polizei und Wasserwirtschaftsamt sind alarmiert.
  • Tina Blum
    VonTina Blum
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Mehrere Forellenarten, Äschen, Koppen – praktisch der gesamte Fischbestand des Förchenbachs im Südosten Brannenburgs ist vernichtet. Mitglieder des Fischereivereins Inntal, in dessen Gebiet der Gewässerabschnitt liegt, machten am vergangenen Wochenende die traurige Entdeckung.

Brannenburg – Erst ein toter Fisch, später stellte sich heraus, dass praktisch kein Lebewesen mehr in dem betroffenen Bachabschnitt ist. Die Vermutung: Schadstoffeintrag. Untersuchungen des Wassers und der Fische sollen Klarheit schaffen.

Vermutlich bis zu 5.000 Tiere verendet

„Wir rechnen damit, dass 3.500 bis 5.000 Fische verendet sind“, berichtet Helmut Reiter, stellvertretender Vorsitzender des Fischereivereins Inntal. Wann genau es zu dem Massensterben gekommen sei, wisse man nicht. Am vergangenen Samstagnachmittag sei ein Vereinsmitglied am Bach entlanggegangen und habe dort einzelne Tiere an der Wasseroberfläche treiben sehen.

„Der gesamte Streckenabschnitt ist tot“

Als der Vorsitzende Christian Stetter und Reiter vor Ort ankamen, wurde das ganze Ausmaß erst klar. „Wir sind den Bach aus Richtung Inn etwa 1,5 Kilometer aufwärts abgelaufen. Der gesamte Streckenabschnitt ist tot“, erklärt Reiter erschüttert.

Verein will Ergebnisse aus den Untersuchungen abwarten

Nach besagter Strecke hätten sie ein Einleitungsrohr gefunden. Im Bachlauf hinter dem Rohr hätten sie lebendige Fische gesehen. „Wir wollen keine noch keine Schuldzuweisungen machen, aber vermuten, dass in den Förchenbach Schadstoffe eingeleitet worden sind.“ Wen der Fischereiverein in Verdacht hat, darüber schweigt sich Reiter vorerst aus.

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Zunächst will der Verein die Ergebnisse aus den Untersuchungen abwarten. Doch dass das Wasser verunreinigt wurde, da ist sich Reiter sicher: Die Fische hatten alle das Maul aufgerissen und rötliche Kiemen. Das deutet klar auf Sauerstoffmangel hin.“

Hilfe von Wasserwirtschaftsamt und Polizei

Dafür hätten die Vereinsmitglieder das Wasserwirtschaftsamt Rosenheim sowie die Polizei zu Hilfe gerufen. Wie Paul Geisenhofer, Amtsleiter des Wasserwirtschaftsamtes Rosenheim, mitteilte, übernehme die Polizei die Ermittlungen. Das Wasserwirtschaftsamt sei nur beratend tätig gewesen.

Polizei: „Vor Ort durchgeführter Wassertest hat keine Hinweise auf Verunreinigung ergeben“

Gemäß der Auskunft von Sebastian Thurnhuber von der Polizeiinspektion Brannenburg hätte eine Streife am Samstagnachmittag Wasserproben sowie einige der toten Fische entnommen und sichergestellt.

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„Ein vor Ort durchgeführter Wassertest hat keine Hinweise auf Verunreinigung ergeben“, erklärt der Beamte auf Nachfrage der OVB-Heimatzeitungen. Es sei auch kein Ölfilm oder Ähnliches auf der Wasseroberfläche erkennbar gewesen.

Kommt die Verunreinigung aus dem Gewerbegebiet?

Um genauer differenzieren zu können, seien Proben aus dem Bereich entnommen worden, wo Fische verendet waren und aus dem Bereich, wo sie noch lebten. Das gefundene Einlaufrohr könnte laut Thurnhuber zwar aus dem nahegelegenen Gewerbegebiet Flintsbach oder der alten Mülldeponie kommen.

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Allerdings sei es nach derzeitigem Stand „reine Spekulation“. „Ohne die Probenauswertung können wir die Situation derzeit absolut nicht bewerten.“ Mit einem Ergebnis sei in den kommenden zwei bis drei Wochen zu rechnen.

Großteil wurde weggespült

Am vergangenen Sonntag trafen sich Mitglieder des Vereins, um die verendeten Fische aus dem Bach zu holen. „Wir haben rund 750 Fische entnommen“, so Reiter. Das seien jedoch nur die Tiere, die an Steinen oder anderweitig hängengeblieben seien. Wie viele Fische abgespült wurden, sei nicht abzuschätzen.

Für den Fischereiverein sei der Vorfall mehr als bedauerlich. „Wir geben uns größte Mühe, die Artenvielfalt in dem Bach zu erhalten, arbeiten mit Brutboxsystemen“, so Helmut Reiter. Jetzt sei die Brutzeit gewesen, der frische Nachwuchs sei ebenfalls tot. Bis der Bach wieder in seinem Ursprungszustand und renaturiert ist, könne es „gut fünf Jahre dauern“.

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