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NEUBEURER ALTENPFLEGEHEIM „HAUS GISELA“ GEHT REIBUNGSLOS IN NEUE HÄNDE ÜBER

Letzte Station mit Familienanschluss

Glücklich über den reibungslosen Übergang: Robert Beck, Assistent der Geschäftsführung, Betreiber und Inhaber Stefan Mayer, Maximilian Weber, Sohn der ehemaligen Betreiberin Corinna Weber, und Bürgermeister Hans Nowak. amf
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Glücklich über den reibungslosen Übergang: Robert Beck, Assistent der Geschäftsführung, Betreiber und Inhaber Stefan Mayer, Maximilian Weber, Sohn der ehemaligen Betreiberin Corinna Weber, und Bürgermeister Hans Nowak. amf

„Haus Gisela“, das Altenpflegeheim mitten in Neubeuern, ging diese Woche reibungslos in neue Hände über. Darüber waren alle Beteiligten glücklich: alte Inhaberin, neuer Betreiber und nicht zuletzt Bürgermeister Hans Nowak. „Schön, dass es weiterhin eine ortsnahe Betreuung unserer pflegebedürftigen Senioren gibt“, so Nowak zur OVB-Heimatzeitung.

Neubeuern – Seit 22 Jahren wurde das Haus Gisela „mit viel Herzblut“ von Inhaberin Corinna Weber sehr familiär geführt. In Absprache mit ihrer Familie hat sie nun aus gesundheitlichen Gründen ihr „Baby“, wie sie sagt, in die Hände von Stefan Mayer gelegt.

Der 50-Jährige betreibt mehrere Pflegeheime in der Region und ist für seinen „innovativen Stil in der Altenpflege“ bekannt. Sein Credo: „Neue, ganzheitliche Formen für gemeinschaftliches Wohnen im Alter“. Und mit dieser Philosophie trifft er genau den Ansatz, den auch Corinna Weber in ihrem Haus Gisela immer verfolgt hat: eine familiäre Atmosphäre für die Bewohner bis zum Schluss.

In den letzten Tagen nun wurden die 28 Mitarbeiter sowie die Angehörigen der im Heim betreuten Senioren über den aktuellen Schritt informiert. Offizieller Übergabetermin ist der 1. August. In der nächsten Zeit wird jedoch Corinna Weber, die „gute Seele“ des Pflegeheims, weiterhin in Teilzeit vor Ort sein, damit der Übergang reibungslos verlaufen kann und sich besonders die 30 Bewohner nicht überrumpelt fühlen.

„Im Altenheim sind ja nur alte Leute“

Vor rund 20 Jahren begann Stefan Mayer, seine damals noch ungewöhnlichen Ideen umzusetzen. „Ins Altenheim gehe ich auf keinen Fall. Da sind ja nur alte Leute.“ Diesen Satz hört der Pflegeheimbetreiber ziemlich oft. Und er hat Verständnis dafür, denn dahinter verberge sich in seinen Augen nur die „Angst vor dem Abgeschobensein und der Einsamkeit“, sagt er. „Das ist unser größtes Problem in der Seniorenbetreuung. Denn vor allem alte und pflegebedürftige Menschen wollen in einem sozialen Kontext eingebettet bleiben und idealerweise wie in einer Familie ihre letzten Tage verleben.“

Deshalb verbessert er ständig seine Konzepte, die genau diesen Punkt sehr stark berücksichtigen. Der Verlust des sozialen Umfeldes, so meint Mayer, sei einer der stärksten Faktoren, warum sogar hilfebedürftige Senioren nicht ihre häusliche Umgebung aufgeben wollen. „Doch irgendwann geht es einfach nicht mehr. Und dann, in der letzten Lebensphase, muss es immer schnell gehen“, weiß er aus langer Erfahrung. Aber dann ein passendes Pflegeheim zu finden, sei nicht einfach.

Das „Haus Gisela“ habe ihn sofort beim ersten Besuch überzeugt. „Ich spüre beim ersten Schritt über die Türschwelle, welcher Geist in einem Heim herrscht“, sagt er. Und im Altenpflegeheim Gisela in Altenbeuern mit seinen 30 Bewohnern habe einfach alles gepasst. „Die Atmosphäre, der Umgang mit den Bewohnern und die Kraft, die dieses Haus verströmt. Das hat mich und mein Team überzeugt.“ Dankbar sei er auch, von Bürgermeister Hans Nowak auf die Situation von Haus Gisela aufmerksam gemacht worden zu sein.

„Für mich als Bürgermeister ist es wichtig, weiterhin ein gut funktionierendes Altenheim am Ort zu haben. Ich möchte nicht, dass unsere Bürger anderswo ihren Lebensabend verbringen müssen. Am Ort können die Angehörigen auch mal schnell auf einen Sprung vorbeikommen“, zählt er die Vorzüge einer ortsnahen Unterbringung auf. Zudem, so Nowak, würden etwaige Missstände schnell die Runde machen.

Mit Stefan Mayer habe die Gemeinde nun einen ausgewiesenen Profi bekommen, der für innovative Konzepte stehe. Zudem, und das bestätigt Mayer, werde der Übergang sehr harmonisch verlaufen. „Keiner muss sich um seinen Arbeitsplatz Sorgen machen. Und auch die Angehörigen können sicher sein, dass alles weiterhin gut läuft“, so Nowak und Mayer im Gespräch mit der OVB-Heimatzeitung.

„Schwere aus dem Thema nehmen“

Wichtig ist dem neuen Betreiber, „die Schwere aus dem Thema Altenpflege zu nehmen“. Natürlich sei die Unterbringung in einem Heim zumeist die letzte Lebensphase eines Menschen, aber auch die könne man mit Mitgefühl und einer großen Portion Realität gut gestalten. Das Haus Gisela soll so bleiben, wie es ist. „Es strahlt eine enorme Kraft aus“, sagt Mayer. Die wolle er unbedingt erhalten. Denn kleinere Pflegeeinrichtungen hätten mehr Potenzial als große Einheiten. Sollten Veränderungen eines Tages kommen, werde man behutsam herangehen.

Vorfreude auf die neue Aufgabe strahlt auch Robert Beck, Assistent der Geschäftsführung, aus: „Menschlichkeit ist unser Grundparameter. Sie fordere ich von allen Mitarbeitern ein.“

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