"Lernen, mit mir selber geduldiger zu sein"

Vogtareuths Bürgermeister Rudolf Leitmannstetter an seinem Schreibtisch im Rathaus. Foto Schlecker
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Vogtareuths Bürgermeister Rudolf Leitmannstetter an seinem Schreibtisch im Rathaus. Foto Schlecker

Gleich vier Kandidaten hatten sich in Vogtareuth um das Bürgermeisteramt beworben. Rudolf Leitmannstetter (ÜWG) setzte sich in der Stichwahl klar durch.

Der neue Rathauschef verfügt über eine 18-jährige Erfahrung als Gemeinderat. Die größten Problemthemen der vergangenen Jahre - Kanalanschluss der Außenbereiche und Umgehungsstraße - sind gelöst. Trotzdem war der Start aufgrund neuer Schwierigkeiten wie der Verunreinigung des Trinkwassers nicht einfach.

∗ Welche Themen liegen Ihnen für Ihre Amtszeit besonders am Herzen?

Am dringendsten ist die Sicherung der gemeindlichen Wasserversorgung. Auch aufgrund der Vorkommnisse in den letzten Wochen mit der Verunreinigung im Trinkwasser hat sich dieses Wasserthema absolut in den Vordergrund geschoben.

Besonders am Herzen liegt mir aber auch die derzeit schon sehr aktiv anlaufende Dorfentwicklung mit den sehr innovativen Arbeitsgruppen. Weiter ist die Verbesserung der Breitbandversorgung für unser gesamtes Gemeindegebiet eine wichtige Maßnahme für die Zukunft und Entwicklung unserer Gemeinde. Hierzu wurde bereits ein Ingenieurbüro beauftragt, um Lösungsvorschläge für die flächendeckende Internetversorgung zu erarbeiten.

Sinnvoll sind auch ein eigener Bauhof und das in Zaisering notwendige neue Feuerwehrhaus. Nicht zuletzt ist die optimale Einbindung der derzeit im Bau befindlichen Umfahrungsstraße mit den erforderlichen Zufahrten zum Ort Vogtareuth eines meiner Themen.

∗ Die wasserrechtliche Genehmigung für die Quelle Zaisering läuft bekanntlich ab. Wie kann die Trinkwasserversorgung in Zukunft gesichert werden?

Kurzfristig und mittelfristig sind eine Erweiterung der Notverbundleitungen mit Söchtenau und eine Erhöhung der Wasserliefermenge aus Schonstett sowie eine Wasserlieferung vom örtlichen Wasserbeschaffungsverband notwendig. Dieser Umbau der Wasserversorgung braucht aber auch etwas Zeit. Es müssen die Verbindungsleitungen erst gebaut werden.

Langfristig sind Überlegungen angedacht, einen Brunnen, wenn möglich mit einer Nachbargemeinde zusammen, aufzubauen. Unsere Gemeinde befindet sich in einem wasserreichen Gebiet, da muss es möglich sein, einen gut schützbaren Brunnen mit bester Wasserqualität erschließen zu können.

∗ Die Nahversorgung soll durch den neuen Supermarkt gesichert werden. Welche Hürden müssen noch genommen werden, bis der erste Einkauf getätigt werden kann?

Der Gemeinderat hat in einer der letzten Sitzungen beschlossen, mit der Firma Prewag weiter zu verhandeln. Dieser Investor wird im September dem Gemeinderat seine konkreten Planungen von dem Supermarkt vorstellen. Derzeit ist die erforderliche und bereits beschlossene Änderung des Flächennutzungsplanes in der ersten Auslegung. Des Weiteren ist ein Aufstellungsbeschluss für einen konkreten Bebauungsplan für diesen Supermarkt vom Gemeinderat für die nächsten Gemeinderatssitzungen auf der Tagesordnung.

∗ Sie sind nun rund 100 Tage im Amt. Sind Wunsch und Wirklichkeit bisher noch halbwegs deckungsgleich?

Der Wunsch und die Wirklichkeit sind etwas auseinandergetriftet. Vorhaben brauchen oft länger als mir recht ist. Das Tagesgeschäft benötigt viel Zeit und es gibt Ereignisse, die unvorhergesehen eintreten, wie beispielweise die Verunreinigung unserer Quelle, die die Wünsche und Wirklichkeiten verschieben.

Was auch zu einer Verschiebung von Wunsch und Wirklichkeit beiträgt, ist die derzeitige finanzielle Lage in unserer Gemeinde. Aber ich muss auch lernen mit mir selber geduldiger zu sein.

Interview: Heike Duczek

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