Leonhardspfunzen: Traditionsveranstaltung sucht neuen Chef

Der Leonhardi-Ritt in Leonhardspfunzen ist eine der größten Brauchtumsveranstaltungen der Region.
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Der Leonhardi-Ritt in Leonhardspfunzen ist eine der größten Brauchtumsveranstaltungen der Region.

1500 Besucher, und 100 Tiere – der Leonhardi-Ritt im Stephanskirchner Ortsteil Leonhardspfunzen ist eine der größten Brauchtumsveranstaltungen der Region. Jetzt ist die Zukunft der jahrhundertealten Veranstaltung in Gefahr.

Von Sylvia Hampel

Stephanskirchen – 1500 Besucher, rund 100 Tiere – der Leonhardiritt in Leonhardpfunzen ist eine der größten Brauchtumsveranstaltungen in der Region und rückt jedes Jahr den kleinen Ortsteil in den Mittelpunkt des Interesses. Und das seit mehreren hundert Jahren.

Leonhardi-Ritt 2020 abgesagt – wie es weitergeht, ist offen

Dieses Jahr fällt der Leonhardiritt Ende Oktober aus, das Kesselfleischessen am Tag danach auch. Der Vorlauf für die Organisation sei lang und wegen der derzeitigen behördlichen Auflagen ist nicht abzusehen, ob der größte Leonhardiritt im Landkreis am 25. Oktober überhaupt stattfinden könnte, so Thomas Aßbichler, der kommissarische Vorsitzende des Leonhardivereins Leonhardspfunzen.

Verantwortung im Corona-Jahr zu groß

Eine Entscheidung, die Heimatpfleger und Bürgermeister Karl Mair gut nachvollziehen kann. So eine Großveranstaltung bringe große Verantwortung mit sich und er könne gut verstehen, dass der Verein die im Corona-Jahr nicht tragen wolle.

Erschwerend kommt hinzu, dass der gewählte Vorsitzende Theo Mayer von seinem Amt zurückgetreten ist. Das war zu Beginn einer Vorstandssitzung Anfang März. „Er kam herein, verkündete seinen Rücktritt und den Austritt aus dem Verein und ging wieder“, erinnert sich Thomas Aßbichler, der den Verein seither kommissarisch führt. Bis zur nächsten regulären Wahl im April 2021.

Der Vorsitzende ging einfach

Einen Grund habe Mayer nicht genannt, so Aßbichler. Und Kontakt mit den ehemaligen Vorstandskollegen habe er seitdem vermieden. Auch auf Nachfrage der Redaktion wollte sich Mayer nicht äußern, denn „das gibt nur Ärger“. Was dem Restvorstand außer der Corona-Pandemie das Arbeiten erschwert: Es gab keine geordnete Übergabe und laut Aßbichler fehlen aus den Jahren 2017 bis 2020 auch Unterlagen.

Brauchtumsveranstaltung unbedingt erhalten

Bei einem Treffen des restlichen Vorstandes mit Bürgermeister Karl Mair und dem Geschäftsleiter der Gemeinde Stephanskirchen, Georg Plankl, wurde besprochen, wie es mit dem Verein weitergehen soll. „Ich sehe es für die Gemeinde als ganz wichtiges Ziel, diese größte Brauchtumsveranstaltung weit und breit zu erhalten“, so Mair.

Vorsitzende(r) gesucht

Die Unterstützung der Gemeinde hat der 145 Mitglieder starke Verein. Aber er braucht einen neuen Vorsitzenden oder eine neue Vorsitzende. Aßbichler und andere Mitglieder des derzeitigen Vorstands würden weitermachen. Die Neue oder der Neue sollte im Idealfall mit Pferden zu tun haben, Rosserer in der Region kennen, sagt Aßbichler.

Feuerwehr und Schützenverein unterstützen

Die Aufgabe, den Leonhardiritt zu organisieren, bleibe nicht am Vorsitzenden hängen, versichert Aßbichler, denn nicht nur der Vorstand packe mit an, auch die Schützen und die Feuerwehr Leonhardpfunzen helfen bei der Vorbereitung und Durchführung des Ritts. Ein Zusammenhalt in dem kleinen Ortsteil, der den Bürgermeister ausgesprochen freut. „Auch deswegen würde ich es sehr bedauern, wenn diese nach einer Pause in den 1970er Jahren wieder belebte Traditionsveranstaltung nicht weitergeführt werden könnte“, so Mair.

Sollte sich jemand zum Leonhardi-Ritt-Retter berufen fühlen: Informationen gibt es bei Thomas Aßbichler oder bei der Gemeinde Stephanskirchen.

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