Leerstand in Brannenburg: Kommt wieder ein Lebensmittelmarkt an die Rosenheimer Straße?

Das ehemalige Tengelmann-Gebäude in der Rosenheimer Straße in Brannenburg steht seit Ende Januar leer. In den letzten Jahren war dort ein Edeka-Markt beheimatet. Die Gemeinde Brannenburg wünscht sich, dass in ferner Zukunft wieder ein Lebensmittelmarkt an diesen Standort zieht.
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Das ehemalige Tengelmann-Gebäude in der Rosenheimer Straße in Brannenburg steht seit Ende Januar leer. In den letzten Jahren war dort ein Edeka-Markt beheimatet. Die Gemeinde Brannenburg wünscht sich, dass in ferner Zukunft wieder ein Lebensmittelmarkt an diesen Standort zieht.
  • vonBarbara Forster
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Seit Monaten steht es leer: das ehemalige Tengelmann-Gebäude in der Rosenheimer Straße. In den vergangenen Jahren war dort ein Edeka beheimatet. Doch die Filiale am nördlichen Ende von Brannenburg hat dicht gemacht. Die Nachricht kam überraschend, sagt Bürgermeister Matthias Jokisch.

Brannenburg/Degerndorf – Ende Januar wurde das Gebäude leer geräumt. Und seither? Tut sich wenig.

Standort ist nicht attraktiv genug

Man befinde sich in Gesprächen, versichert Jokisch. „Es ist der Gemeinde ein großes Anliegen, dass dort wieder ein Lebensmittelmarkt einzieht.“ Gespräche mit Lebensmittelmärkten h��tte es schon viele gegeben. Aber die Gemeinde erntete bislang nur Absagen – wegen des Standorts. „Das ist jetzt kein Traumstandort“, räumt Jokisch ein. Seit dort in der Nähe eine Unterführung gebaut wurde, sei die Zufahrt-Situation etwas kompliziert. Das sei „eine umständliche Fahrerei“. Zudem gebe es ja noch andere Einkaufsmöglichkeiten wie zum Beispiel Prechtl und den Lebensmitteldiscounter Netto im Süden von Degerndorf.

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Auch im benachbarten Penny, der aber schon zur Gemeinde Flintsbach gehöre, würden viele Brannenburger einkaufen. Dennoch: Die Gemeinde wünscht sich einen weiteren Discounter oder Lebensmitteleinzelhandel. „Es geht um die fußläufige Nahversorgung“, erklärt Jokisch. In der Gegend würden zudem auch viele ältere Leute wohnen. Welcher Discounter letzten Endes dann einziehen würde – „ sei egal“. Man stehe auch im Dialog mit den Grundstücksbesitzern. „Sie stellen sich nicht quer“, sagt Jokisch. Aber es stellt sich eben die Frage, ob ein weiterer Lebensmittelmarkt rentabel sei. Vorentwürfe eines Bebauungsplanes gebe es schon seit mehreren Jahren. Der letzte stamme von August 2018. Im Februar 2020 wurde die Beschlussfassung zur Neuaufstellung eines qualifizierten Bebauungsplanes aber zurückgestellt.

Um ein Stockwerk erhöhen?

Die Architekten stellten die Pläne damals vor. Da war von Einzelhandel und Dienstleistungen die Rede. Die Gemeinde wollte laut Jokisch aber unbedingt einen Lebensmitteleinzelhandel. Deshalb wurde der Beschluss vertagt. Im Prinzip solle alles so bleiben, wie es im Bebauungsplan stehe – nur soll ein Lebensmitteleinzelhandel anstatt Dienstleistungen an den Standort realisiert werden. Inzwischen gebe es Überlegungen, dass das Gebäude zur Rosenheimer Straße hin um ein Stockwerk erhöht werden soll.

„Zur Rosenheimer Straße hin würde die Wandhöhe dann sechs Meter betragen“, erklärt Jokisch. Im ersten Stock wäre dann Platz für Dienstleistungen. Zudem will man die Verkaufsfläche von 800 Quadratmetern auf 1 000 vergrößern. Auch mehr Stellplätze seien geplant: 25 Stellplätze für das Erdgeschoss und etwa zehn zusätzliche für das erste Stockwerk.

Kosten stehen noch nicht fest

Zum Kostenfaktor konnte der Bürgermeister noch nichts sagen. Es stünde ja noch nicht einmal fest, welcher Lebensmittelmarkt einziehen werde. Einst gab es Gespräche mit Rewe, sagt Jokisch. Aber die wollten nicht an diesen Standort. Jetzt stehe man mit einem weiteren Lebensmittel-Anbieter im Dialog. Genaueres verriet der Rathauschef aber nicht. „Das sind noch völlig unausgegorene Gespräche.“

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Der nächste Schritt werde sein, Interessenten und Grundstücksbesitzer zusammen zu bringen. Und dann müsste man abwarten. „In diesem Jahr ist auf keinen Fall mehr mit einem Einzug zu rechnen.“ 

Ein Kontakt zwischen den Grundstücksbesitzern und den OVB-Heimatzeitungen ist nicht zustande gekommen. Eine Stellungnahme war deshalb nicht einzuholen.

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