„Last Christmas“ kennen alle

Drei Nationalitäten, eine gemeinsame Aufgabe: den Hubschrauber in die Luft zu kriegen.

Brannenburg – Es bestätigt sich immer wieder: Kinder finden schnell zueinander und unterschiedliche Nationalitäten spielen dabei keine Rolle.

„Sie müssen sich nur begegnen können“, so die Meinung des Asylhelferkreises in Brannenburg. Die Mitarbeiter mit Barbara Weidenthaler, Gemeindereferentin und Kontaktstelle für Asylbewerber in der Gemeinde Brannenburg, waren deshalb sofort dabei, als das Internat auf Schloss Brannenburg die Idee hatte, Internatsschüler könnten Flüchtlingskindern kleine Weihnachtsgeschenke machen.

Waren die Kinder aus Afghanistan, Syrien, Irak und Nigeria natürlich von der unverhofften Weihnachtsbescherung hellauf begeistert, eine Freude, die auf die deutschen Kinder unmittelbar zurücksprang, so hofften Asylhelferkreis und Internat auf eine gewisse Langzeitwirkung der Begegnung. „Die Erkenntnis, dass „die anderen“, „die Flüchtlinge“, die „Asylbewerber“, keine fremde und finstere Gruppe sind, sondern aus lauter einzelnen Menschen bestehen, mit denen man sich durchaus gut verstehen kann“, erklärt Weidenthaler.

Das sei naturgemäß keine Sache von heute auf morgen, denn es gebe selbst bei Kindern ein Phänomen, das wohl einerseits einfach menschlich, aber andererseits dennoch reichlich seltsam ist: Man kann mit einem syrischen Mädchen, einem afghanischen Jungen in einer Klasse zusammensitzen, kann sich durchaus mögen, vielleicht sogar miteinander befreundet sein. Und dennoch ist es gleichzeitig möglich, ein unbestimmtes Unbehagen gegenüber „den anderen“, den Asylbewerbern und Flüchtlingen, zu haben, stellt Weidenthaler fest. Dass „die“ eigentlich aus lauter einzelnen syrischen Mädchen und afghanischen Jungen bestehen, mit denen man doch gut auskomme – das sei eine Erkenntnis, mit der sich der Mensch offenbar schwertue.

Die Hoffnung von Internat und Asylhelferkreis: „Wenn die Begegnungen sich häufen, wenn man immer öfter immer mehr von „den anderen“ als Einzelperson kennenlernt, sind sie irgendwann keine fremde Gruppe mehr, sondern bestehen dann eben aus lauter Samiras, Djamals, Lishas, Osaros, und Arwas. Und mit denen kann man sogar ziemlich gut befreundet sein.“

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