Frasdorf: Zum Tod von Altbürgermeister Franz Xaver Stettner

Ein langer, gradliniger Lebensweg

Altbürgermeister Franz Xaver Stettner (Mitte) mit seinen beiden Nachfolgern Benno Voggenauer und Marianne Steindlmüller. Foto rehberg
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Altbürgermeister Franz Xaver Stettner (Mitte) mit seinen beiden Nachfolgern Benno Voggenauer und Marianne Steindlmüller. Foto rehberg

Frasdorf - Der Frasdorfer Altbürgermeister Franz Xaver Stettner ist tot. Er verstarb im Alter von 92 Jahren. Der Frasdorfer Gemeinderat mit Bürgermeisterin Marianne Steindlmüller an der Spitze, zahlreiche Bürgermeister aus der Umgebung, darunter auch einige ehemalige, die noch mit Stettner zusammen gearbeitet hatten, die Musikkapelle Wildenwart, die Fahnen der Ortsvereine und die Menschen aus der Gemeinde Frasdorf begleiteten den Verstorbenen auf seinem letzten Erdenweg. Pfarrer Josef Winkler zelebrierte das Requiem in der Pfarrkirche Sankt Margaretha und erinnerte an den langen und geradlinigen Lebensweg des Verstorbenen.

Geboren in Frasdorf, wuchs er auf dem elterlichen Hof auf und ging hier zur Schule. Bereits mit 22 Jahren wurde er 1939 zur Wehrmacht eingezogen und machte den Krieg in seiner ganzen Länge an allen Fronten mit. 1942 heiratete er seine Braut Katharina.

Nach dem Krieg kehrte Stettner nach kurzer amerikanischer Kriegsgefangenschaft heim, gemeinsam mit seiner Frau übernahm er den elterlichen Hof, da sein älterer Bruder, der Hoferbe, gefallen war. Zusätzlich übernahm Franz Xaver Stettner verschiedene Ehrenämter in der Gemeinde, war tätiges Mitglied in den Ortsvereinen und Vorstand der Raiffeisenbank.

Sieben Kinder gingen aus der Ehe hervor, doch für seine zehn Enkel und seine Urenkel wendete Franz Xaver Stettner bedeutend mehr Zeit auf als für seine Kinder, so Pfarrer Winkler.

Das Ehepaar Stettner feierte 2002 das seltene Fest der diamantenen Hochzeit. Doch nach dem Tod seiner Frau vor fünf Jahren begann der Altbürgermeister zu kränkeln und lebte die letzten vier Jahre umsorgt von der Familie im Pflegeheim.

Bürgermeisterin Marianne Steindlmüller und Bürgermeister August Voit aus Amerang als Sprecher des bayerischen Gemeindetags dankten dem Verstorbenen für dessen politische Arbeit zum Wohle der Gemeinde Frasdorf und der Region. 23 Jahre war er seit 1960 als Gemeinderat und Bürgermeister für Frasdorf tätig. Zwölf Jahre führte er das Amt des Ersten Bürgermeisters. In der schwierigen Zeit der Gebietsreform verstand er es 1978, mit viel Diplomatie und Verhandlungsgeschick die Selbständigkeit der Gemeinde Frasdorf gegen die ursprünglichen Planungen zu erhalten und das Gemeindegebiet mit wesentlichen Teilen der beiden Gemeinden von Wildenwart und Umrathshausen abzurunden.

Zusammen mit den Bürgermeistern der Nachbargemeinden gründete Stettner den Abwasserzweckverband Priental; das war damals vollkommenes Neuland, etwas Vergleichbares gab es in der Region noch nicht. Noch während seiner Amtszeit wurden der Abwasserstollen zwischen Aschau und Frasdorf gebaut, das Dorfgebiet von Frasdorf kanalisiert und die Vorbereitungen für den Anschluss aller Teile der weit verstreuten Gemeinde an die Kanalisation getroffen. Nach seinem Ausscheiden aus dem aktiven politischen Leben zog er sich 1983 als allgemein anerkannter Altbürgermeister in den Austrag zurück. Für seine Verdienste um das Dorf erhielt er 1993 die Bürgermedaille von Frasdorf verliehen.

Vorstand Christian Trattner von der Raiffeisenbank Aschau-Samerberg dankte dem Ehrenvorsitzenden und Ehrenmitglied der Genossenschaftsbank für jahrzehntelange Arbeit als Vorstand zum Wohle der Bank und ihrer Mitglieder. Unter seiner Vorstandschaft sei es zu den wichtigen Zusammenschlüssen der Frasdorfer mit den Nachbarn in Aschau und Samerberg gekommen, unter seiner Leitung wurde das heute noch genutzte Bankgebäude in Frasdorf geschaffen. reh

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