Folge der Coronakrise

Kurzarbeit bei Marc O‘Polo in Stephanskirchen: „Wir helfen anderswo“

Sieht belebt aus, täuscht aber: Bei Marc O‘Polo in Stephanskirchen und an den anderen Unternehmensstandorten ist Kurzarbeit angesagt. Die Mitarbeiter bieten ihre freie Zeit als Helfer an. re
  • Sylvia Hampel
    vonSylvia Hampel
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Die Läden geschlossen, der Absatz geht zurück – auch Branchengrößen wie das Stephanskirchner Unternehmen Marc O'Polo bleiben von der Corona-Krise nicht verschont. Die Mitarbeiter haben plötzlich Zeit. Und bieten an, diese als Helfer – bei der Ernte, bei Fahrdiensten, wo immer nötig – einzusetzen.

Stephanskirchen – Marc O‘Polo hat, wie viel andere Unternehmen auch, Kurzarbeit anmelden müssen – der Online-Handel läuft zwar weiter, aber alle eigenen Geschäfte sind geschlossen, wie überhaupt der komplette Textil-Fachhandel. Also haben viele Mitarbeiter mehr Zeit als üblich. Zur Unternehmenskultur der Firma, die in Stephanskirchen ihren Stammsitz hat, gehört soziales Engagement. Gleich ob vom Unternehmen oder von den Mitarbeitern – dafür gibt es da durchaus auch freie Tage, so Unternehmenssprecher Albert Fetsch.

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Deswegen waren Personal- und Unternehmensleitung auch sehr erfreut, als einige Mitarbeiter anboten, Zeit und Arbeit an anderer Stelle einzusetzen. „Soziale Verantwortung und soziales Engagement sind fester Bestandteil unserer Unternehmenskultur und aktuell wichtiger denn je. Daher ist der mehrfach geäußerte Wunsch von unseren Mitarbeitern, während der Kurzarbeit einen aktiven, gemeinnützigen Beitrag leisten zu wollen, bei uns auf fruchtbaren Boden gefallen“, so die Personalchefin Behija Karup.

Woanders fehlen helfende Hände

In der Corona-Krise fehlten vielen sozialen Einrichtungen und auch der regionalen Wirtschaft helfende Hände, sei es bei Fahr- und Lieferdiensten oder in der Landwirtschaft. Marc O’Polo führte deswegen am Mittwoch vor Ostern eine Plattform zur Vermittlung von Hilfsgesuchen und Mitarbeitern, die ihre Unterstützung bereitstellen, ein.

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„Gerne tragen wir auch als Unternehmen dazu bei. Temporär freie Arbeitszeitkapazitäten können so zur gemeinsamen Bewältigung der Krise genutzt werden,“ so Behija Karup.

Wer Hilfe braucht, der meldet sich

Unter helpneeded@marc-o-polo.com oder unter der 08036/900 können sich soziale Organisationen, Unternehmen oder auch landwirtschaftliche Betriebe – denen die Erntehelfer fehlen und die Spargel, Spinat, Porree, Erdbeeren und andere Frühlingsboten ernten müssen – mit ihrem Personalbedarf an Marc O’Polo wenden.

Das Unternehmen stellt die Gesuche auf seinem viel genutzten Intranet-Marktplatz ein, so Fetsch. Die Mitarbeiter entscheiden selbst, ob, wo und wem sie helfen möchten. Die Aktion läuft übrigens laut Fetsch nicht nur in Stephanskirchen, sondern bei Marc O’Polo deutschlandweit.

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