KULTUR UND CORONA

Kulturreferentin Magdalena Restle aus Bad Endorf über ihr neues Amt in schweren Zeiten

Magdalena Restle ist seit September 2020 die neue Kulturreferentin in Bad Endorf. In den kommenden Wochen plant sie ein neues Format: Spaziergänge im Freien mit Kulturschaffenden. Der erste dafür Auserkorene sei Hubbi Schlemer vom Kramerwirt im Hemhof (unser Bild).
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Magdalena Restle ist seit September 2020 die neue Kulturreferentin in Bad Endorf. In den kommenden Wochen plant sie ein neues Format: Spaziergänge im Freien mit Kulturschaffenden. Der erste dafür Auserkorene sei Hubbi Schlemer vom Kramerwirt im Hemhof (unser Bild).
  • Barbara Forster
    vonBarbara Forster
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Magdalena Restle hat sich nicht gerade den günstigsten Moment ausgesucht, ihr neues Ehrenamt als Kulturreferentin zu übernehmen. Denn auch im September 2020 war Corona schon in aller Munde. Aber die 53-jährige sitzt nicht still im Kämmerlein, sie hält Augen und Ohren offen.

Bad Endorf– Theater, Jazz, Tanz, Ballett – wenn es um Kultur geht, kennt Magdalena Restle keine Grenzen: „Mir geht es um die Vielfalt. Und damit mein ich wirklich die breite Palette von Denkanstößen, Unterhaltung, Anregung und Seelennahrung.“ Die 53-Jährige ist seit September letzten Jahres Kulturreferentin in Bad Endorf. Und sie will Vieles umsetzen – wenn sie coronabedingt denn endlich dürfte.

Bad Endorf hat mehr zu bieten

Ihr neues Ehrenamt sei für sie in der Tat „eine Ehre“. Sie möchte das kulturelle Leben in Bad Endorf unterstützen und fördern. Laut einer Umfrage in der Tourist-Info, so schildert sie, werde Bad Endorf nicht als Kulturstandort wahrgenommen. Zu Unrecht, wie Magdalena Restle findet: „Ich bin überzeugt, dass dieser Ort mehr zu bieten hat, als wahrgenommen wird.“ Als Beispiel führt sie die Jazz-Abende im Amadeus-Keller an: „Dieses Format ist schon auf einen sehr guten Weg.“ Auch die Bad Endorfer Orgelwochen seien im Landkreis Rosenheim bekannt, ebenso die Bad Endorfer Theatergesellschaft.

Das religiöse Stück „Irmengard vom Chiemsee“ wurde von der Gesellschaft coronabedingt auf den Pfingstmontag 2021 verschoben. „Hoffen wir, dass eine Aufführung heuer möglich ist“, so die Kulturreferentin. Auch würde sie sich freuen, wenn die Orgelwochen in kleinerem Format stattfinden könnten. „Meines Erachtens müssen die guten Hygienekonzepte wieder Beachtung finden.“

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Die wenigen Dinge, die vor dem zweiten Lockdown noch stattfinden konnten, etwa ein Konzert der Bad Endorfer Musikkapelle im Freien oder die Einweihung der Truhenorgel, seien von den Besuchern dankend angenommen worden, sagt die 53-Jährige. Sie habe viele Rückmeldungen erhalten, dass sich in Zeiten von Corona gerade das Kulturelle wohltuend und heilend auf die Seele auswirke.

Viele Projekte konnte sie noch nicht anstoßen. „Da bin ich mit dem neuen Amt in eine schwierige Zeit geraten.“ Aber sie halte Ausschau nach „schlummernden Schubladen“, die nur darauf warten, geöffnet zu werden. So stehe sie beispielsweise in Kontakt mit einer gemischten Gruppe. „Die machen Musik und Kleinkunst und suchen nach einer Möglichkeit, etwas auf die Beine zu stellen.“

Auch arbeite sie gerade an einem neuen Projekt, dass sie in den nächsten Wochen umsetzen möchte. Das Format nennt sich „Bad Endorfer Kulturratsch“. Ihr erster Kandidat sei Hubbi Schlemer vom Kramerwirt in Hemhof. Ein kreativer Kopf sei das, erklärt die Kulturreferentin.

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Und mit dem werde sie sich demnächst auf einen Spaziergang auf Abstand treffen. Dabei möchte sie herausfinden, wo Unterstützung gebraucht werde oder wo sich neue Projekte ergeben könnten. „Die Kreativität schwingt immer noch mit“, ist sie überzeugt. Und das sei auch gut so.

Sonnenuntergang in der „Orangerie“

Ihr schwebt zudem eine Idee vor, die allerdings erst umsetzbar sei, sobald sich die Regelungen gelockert haben: „Schön wäre es, in der ,Orangerie’ im Kurpark einen Sonnenuntergang zu initiieren.“ Und dabei soll es bunt und locker zugehen. Musiker, Künstler, Essen – eben eine „gemütliche, nette Geschichte“.

Denkbar seien in ferner Zukunft auch Ausstellungen oder Musikprojekte mit Flüchtlingen, überlegt die Bad Endorferin. Kultur bedeute für sie „über den Tellerrand“ hinausblicken. Nicht nur das Inspirierende, sondern gerade das Verwirrende und Überraschende sei für sie das eigentlich Spannende. „Nicht immer muss alles eindeutig sein.“ Kunst oder Musik dürfe auch Raum für Interpretationen lassen. Hauptsache sie biete neue Erlebnisse. „Nahrung für die Seele“ eben.

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