Krones kann in Raubling erweitern

Auch die Ackerfläche vor dem Produktionsgebäude der Firma Krones in Raubling zählt zu den Grundstücken, auf die sich der Betrieb ausdehnen kann. Reisner
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Auch die Ackerfläche vor dem Produktionsgebäude der Firma Krones in Raubling zählt zu den Grundstücken, auf die sich der Betrieb ausdehnen kann. Reisner

Die Krones AG will den Standort Raubling stärken und die Produktion auf dem Betriebsgelände im Ortsteil Redenfelden erweitern. Mit einem Beschluss zur hierfür notwendigen Änderung des Flächennutzungsplans sowie zwei weiteren Voten zum anstehenden Bebauungsplan-Verfahren gab der Gemeinderat für das Vorhaben jetzt grundsätzlich grünes Licht.

Raubling– Details standen bei der jüngsten Sitzung des Gemeinderates zwar nicht zur Diskussion, dennoch stehen bereits Zahlen im Raum. Nach Auskunft von Bürgermeister Olaf Kalsperger (CSU) weist die bisherige Produktionshalle des Maschinenbauunternehmens in Raubling rund 16 000 Quadratmeter auf. Bereits jetzt besteht Baurecht für zwei weitere Hallen. Der Firma schwebt laut Kalsperger eine Erweiterung der Halle auf 20 100 Quadratmeter vor. Im östlichen Teil des Geländes ist darüber hinaus die Errichtung eines Parkdecks auf einer Fläche von rund 3500 Quadratmetern geplant. Um sich weitere Expansionsmöglichkeiten offenzuhalten, prüft die Firma darüber hinaus den Erwerb eines etwa 4700 Quadratmeter großen Areals im Süden des jetzigen Betriebsgeländes. Auch hier könnten laut Kalsperger an die 150 Stellplätze entstehen, die Zufahrt wäre geregelt. Rechnet man diese Fläche hinzu, befänden sich in Raubling rund 59 000 Quadratmeter im Eigentum der Firma. Ein Teil davon wird allerdings als Ausgleichsfläche benötigt.

Für eine eventuelle Nutzung des Grundstücks im Süden ist eine naturschutzrechtliche Prüfung durch das Landratsamt nötig. Auch deshalb, weil bei einer gewerblichen Nutzung Wald gerodet werden müsste. Die Prüfung dürfte einige Monate dauern. Nicht tangiert würden die in der Nähe des Geländes befindlichen Schrebergärten, so Kalsperger.

Die vorgesehene Nutzung des südlichen Grundstückes rief im Gemeinderat dann auch prompt den Widerstand von Bündnis 90/Die Grünen hervor. „Bei der Erweiterung in Richtung Westen kann ich mitgehen. Der Wald und die Grünfläche Richtung Süden sind mir jedoch wichtig. Die sollten unangetastet bleiben“, forderte beispielsweise Brunhilde Rothdauscher. Ihr Fraktionskollege Walter Mini plädierte dafür, keine Entscheidung zu treffen, ehe das naturschutzrechtliche Gutachten vorliegt. Es gebe keinen Zeitdruck.

Der Bürgermeister sieht das anders und lobte die „sehr positiven Gespräche“, die man bisher mit Vertretern der Firma Krones geführt habe. „Es macht Sinn, das Gewerbegebiet hier zu erweitern, zumal es sich um keine Neuansiedlung handelt. Die Firma legt von Anfang an alle Fakten auf den Tisch und fährt keine Salamitaktik“, lobte der Rathauschef das Verhalten des Investors. Nicht unerwähnt lassen wollte Kalsperger, dass es schließlich auch um Arbeitsplätze gehe, die entstehen sollen. Derzeit sind in dem Werk etwa 140 Menschen beschäftigt, Kalsperger rechnet mit einer Verdoppelung dieser Zahl. „Die Gemeinde sollte ein Zeichen setzen“, so der Bürgermeister. Derzeit werde in einem Zweischichtbetrieb gearbeitet. Es sei aber durchaus möglich, dass die Produktion künftig in drei Schichten erfolge.

Während Brunhilde Rothdauscher eine Vorplanung für das südliche Grundstück zum jetzigen Zeitpunkt als „unpassendes Zeichen“ empfand, sprang Johann Guggenbichler (CSU) dem Bürgermeister bei. „Ich finde es sogar außerordentlich passend, dass die Firma Krones zukunftsorientiert nach vorne schaut.“

Bei der Abstimmung votierten nur die beiden Vertreter der Grünen gegen die Änderung des Flächennutzungsplans und die Überlegungen für das Areal im Süden. Die geplante bauliche Veränderung auf dem bisherigen Firmengelände trug der Gemeinderat dagegen in seiner Gesamtheit mit.

Nicht zuletzt deshalb, weil sich die Schrebergarten-Besitzer Sorgen um den Bestand ihrer Anlage machen, kündigte der Bürgermeister gestern im Gespräch mit den OVB-Heimatzeitungen an, im Rahmen der vorgezogenen Bürgerbeteiligung eine Bürgerversammlung zu dem Bauvorhaben einzuberufen. „Wir wollen den Leuten Ängste nehmen“, sagte er zum Hintergrund dieser Überlegung.

Dass die Firma Krones eine Erweiterung am Produktionsstandort in Raubling in Erwägung zieht, hat mit der guten Nachfrage-Entwicklung im Bereich der Pack- und Palettiertechnik zu tun. Das gab der Rosenheimer Werkleiter Dr. Helmut Schwarz auf Anfrage der OVB-Heimatzeitungen bekannt. Um überhaupt eine Erweiterungsoption zu haben, habe die Firma das Grundstück in Raubling schon vor Jahren erworben. Mit der Anfrage an die Gemeinde habe man in Erfahrung bringen wollen, ob sie hinter einer solchen Planung steht und wie diese aussehen könnte. Bauamtsleiter Michael Astner brachte den Stand der Dinge aus Sicht der Gemeinde auf einen kurzen Nenner. „Mit dem Start des Verfahrens machen wir jetzt einen ersten Schritt, der der Grundlagenermittlung dient. Wir sind noch weit weg von einer endgültigen Planung.“

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