Krach in der CSU Stephanskirchen: Drei Gemeinderäte treten aus

Petra Hofmann strahlte im Wahlkampf noch mit dem Rosenheimer OB-Kandidaten Andreas März vor einem CSU-Plakat.
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Petra Hofmann strahlte im Wahlkampf noch mit dem Rosenheimer OB-Kandidaten Andreas März vor einem CSU-Plakat.

Der Aderlass bei der Stephanskirchener CSU geht weiter: Petra Hofmann, Petra Schnell und Georg Dörfler sowie die Ex-Gemeinderäte Bernhard Himmelstoß und Jürgen Richter traten aus. Sie sind nicht die ersten prominenten Abgänge: Im Mai 2019 wechselte Karl Mair zu den Parteifreien, im Oktober verließ Anton Forstner die CSU.

Von Sylvia Hampel

Stephanskirchen – Petra Hofmann war 2020 die Bürgermeisterkandidatin der CSU. Seit 2013 Mitglied der Partei, seit 2014 im Gemeinderat, dort zeitweilig stellvertretende Fraktionsvorsitzende, war Hofmann auch Vorsitzende des Ortsverbandes. Ist als solche auch noch auf der Homepage zu finden, obwohl sie den Parteivorsitz schon vor Wochen abgab. „Es ging nicht mehr. Ich wollte mir selber noch in die Augen schauen können, mich nicht verbiegen und habe deswegen jetzt die Reißleine gezogen“.

Die Geschehnisse imCSU-Ortsverband in den letzten Wochen und Monaten hätten dazu geführt, dass sie auch aus der Partei austrat. „Ich konnte mich mit einigen Personen und Themen einfach nicht mehr identifizieren.“ Zu Partei-Interna wollte sich Hofmann derzeit nicht weiter äußern, da noch Gespräche anstünden.

Kreisvorsitzender bedauert Austritte

Der Kreisvorsitzende Klaus Stöttner bedauert die Entscheidung der jetzt ausgetretenen Mitglieder. Sicher habe dazu beigetragen, so Stöttner, dass der Wahlkampf Wunden geschlagen habe, die erst einmal heilen müssten. Petra Hofmann und Petra Schnell wollten sich aktuell nicht zu dieser Aussage des Kreisvorsitzenden äußern.

„Es ist nicht mehr mein Ortsverband“

„Es ist nicht mehr mein Ortsverband“, sagt Petra Schnell. Sie war seit 1995 Mitglied und ist seit 2002 Gemeinderätin. „Es gab länger schon Unstimmigkeiten und Kommunikationsprobleme im Ortsverband“, so Schnell.

Sie habe gehofft, dass die sich durch die Zusammenarbeit im Wahlkampf legen, aber zu dessen Ende sei ihr klar gewesen, dass dem nicht so sei. Wer ehrenamtlich viel Zeit und Arbeit investiere, dem müsse diese auch Spaß machen „und das tut es in diesem Ortsverband nicht mehr“. Mehr wollte auch sie zu diesem Thema vorerst nicht sagen.

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Die Zusammenarbeit in der aktuellen Gemeinderatsfraktion der CSU sei sehr gut, sagt Schnell, mit der habe ihr Parteiaustritt nichts zu tun. Eine weitere Zusammenarbeit kann sie sich gut vorstellen. „Mir geht es in der Kommunalpolitik um die Sachfragen. Und die kann ich auch als Parteilose bearbeiten.“

Zwei Austritte im vergangenen Jahr

Das tat auch Anton Forstner, der im Oktober 2019 nach 36 Jahren aus der CSU austrat und das letzte halbe Jahr als Gemeinderat partei- und fraktionslos blieb. Zwischen dem Biobauern und dem Ortsverband war es immer wieder zu Reibereien gekommen, Streitthema war meist die Entwicklung der Gemeinde.

Kommunalpolitik überparteilich

Die nannte auch Karl Mair als Grund, als er im April 2019 von der CSU zu den Parteifreien wechselte. Er könne die expansive Politik der CSU nicht mehr mittragen, setze auf eine nachhaltigere Entwicklung und wolle Kommunalpolitik überparteilich bestreiten, sagte der Mann, der in seiner Vita auch den Job als hiesiger Büroleiter der CSU-Bundestagsabgeordneten Daniela Ludwig stehen hat, damals. Jetzt ist er Bürgermeister.

Kündigungen liegen bei Kreisverband

Georg Dörfler, seit 1. Mai Mitglied des Gemeinderates, wollte sich nicht äußern, weil der Vorgang noch nicht abgeschlossen sei.

Soll heißen, dass die Stephanskirchner zwar ihre Kündigungen an den Kreisverband geschickt haben, was Geschäftsführer Stefan Julinek bestätigt, von diesem aber noch keine Antwort erhielten. Es seien noch Gespräche mit dem Orts- und dem Kreisverband vorgesehen, so Julinek. Die Kündigungen würden über kurz oder lang vollzogen.

Kreisvorsitzender sucht Gespräche

Der Kreisvorsitzende Klaus Stöttner bedauert die Entscheidung der jetzt ausgetretenen Mitglieder. Sicher habe da auch der Wahlkampf Wunden geschlagen, die erst einmal heilen müssten. Petra Hofmann und Petra Schnell wollten sich aktuell nicht zu dieser Aussage des Kreisvorsitzenden äußern. Sie wollen sich erst mit ihrer Fraktion besprechen.

Neue Stabilität finden

Er sei schon einige Zeit in die Angelegenheit eingebunden, so Stöttner, „der Ortsverband muss mittelfristig eine neue Stabilität finden und sich neu zukunftsfähig aufstellen“.

Nach heutigem Stand der Dinge und nach dem Wissensstand im Rathaus besteht die CSU-Fraktion im Gemeinderat aus dem Vorsitzenden Günther Juraschek, Thomas Hoffmann (beide CSU), Jacqueline Aßbichler, Thomas Hoffmann, Petra Hofmann, Petra Schnell und Georg Dörfler (alle parteilos).

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