„Das ist der Königsweg“: Oberaudorf für Komplettuntertunnelung

Eine Verlagerung der Verknüpfungsstelle Niederaudorf in den angrenzenden Wildbarren (hier ein Blick vom Gipfelkreuz Richtung Süden) sieht der Gemeinderat Oberaudorf als optimale Lösung.
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Eine Verlagerung der Verknüpfungsstelle Niederaudorf in den angrenzenden Wildbarren (hier ein Blick vom Gipfelkreuz Richtung Süden) sieht der Gemeinderat Oberaudorf als optimale Lösung.

Ein Dorf und die Angst vor der Verknüpfungsstelle in Niederaudorf, die in der Grobtrassenplanung für den Brenner-Nordzulauf vorgeschlagen wird. Der Gemeinderat hat sich jetzt für einen „Königsweg“ ausgesprochen – und will ihn auch durchsetzen.

Oberaudorf – Keine oberirdische Bahnstrecke, sondern eine Komplettuntertunnelung – das will die Gemeinde Oberaudorf für ihr Gemeindegebiet erreichen. In seiner jüngsten Sitzung beschäftigte sich der Gemeinderat Oberaudorf mit dem Raumordnungsverfahren für das Vorhaben Brenner-Nordzulauf.

Die Bürgerinitiative 2040 habe eine alternative Streckenplanung vorgeschlagen und ausgeplant, berichtete Professor Dr. Matthias Bernhardt (FWO). In den Augen des Bürgermeisters ist das der „Königsweg“. Die Planung sieht eine Verlagerung der Verknüpfungsstelle Niederaudorf in den Berg Wildbarren vor. Der Vorteil dabei: Diese Variante würde eine Komplettuntertunnelung des Gemeindegebiets Oberaudorf garantieren. Ohne Gegenstimmen befürwortete das Gremium, das vorgeschlagene Modell politisch zu fördern und in das Raumordnungsverfahren mit einzubringen.

Folgen wären „durchaus positiv“

Laut Bernhardt sind die Folgen für die örtlichen Landwirte und den örtlichen Tourismus als durchweg positiv zu bewerten. Der Jetzt-Zustand würde sich durch die geplante Variante nicht nur „nicht verschlechtern“, sondern sogar „verbessern“.

Seit 22. Juni liegen alle Unterlagen zum Raumordnungsverfahren für das Vorhaben „Brenner-Nordzulauf“ in der Gemeinde in Oberaudorf zur Ansicht aus. Dort liegen sie noch bis zum 24. Juli bereit.

Am Freitag, 17. Juli, um 19 Uhr findet im Kursaal außerdem eine Infoveranstaltung für die Bürger statt, teilte Bernhardt auf Nachfrage mit. Dabei werden Musterschreiben vorgestellt, welches die Bürger unterschreiben und nutzen können, um ihren Einspruch zu erheben.

Die Gemeinde hat sich die Unterstützung der Kanzlei „Dolde Maien & Partner“ gesichert, um einen fundamentierten Einspruch zu formulieren.

„Wir haben damit einen Partner an der Seite, der explizit aufRaumordnungsverfahren spezialisiert ist und die Interessen unserer Gemeinde bestmöglich in das Verfahren einbringen wird“, so Bernhardt. Die Gemeinde müsse sich bestmöglich im Verfahren positionieren.

Eine generelle Positionierung des Gemeinderats habe schon mit einem Beschluss zur generellen Ablehnung von Verknüpfungsstellen auf dem Gemeindegebiet erfolgt. Ein weiterer Widerspruch sei demzufolge jetzt eine alternative Streckenplanung, die im Raumordnungsverfahren eingebracht werde, so der Rathauschef.

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