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TEMPOBESCHRÄNKUNG AUF A93 INTERESSIERT AUTOFAHRER WENIG

Mit 185 km/h war er „Tagesschnellster“

Die A93 bei Reischenhart in Richtung Kiefersfelden. Die Innenspuren sind je 2,75 Meter breit. Hier ist Tempo 80 vorgeschrieben. Im kleinen Bild ist das neue Geschwindigkeitsmessgerät zu sehen. Es ist übrigens gegen Aufbruch gut geschützt. jre/re
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Die A93 bei Reischenhart in Richtung Kiefersfelden. Die Innenspuren sind je 2,75 Meter breit. Hier ist Tempo 80 vorgeschrieben. Im kleinen Bild ist das neue Geschwindigkeitsmessgerät zu sehen. Es ist übrigens gegen Aufbruch gut geschützt. jre/re

Dass sich vor allem junge Fahrer im Straßenverkehr leicht überschätzen und die Unfallkandidaten Nummer eins sind, ist hinlänglich bekannt. Jetzt hat einer den Vogel abgeschossen: Ein junger Mann mit Rosenheimer Kennzeichen bretterte mit sage und schreibe 185 km/h im Baustellenbereich auf der A93. Erlaubt sind 80 km/h!

Flintsbach/Raubling – Pikant: Auf den zwei Streckenabschnitten „Gletschergarten“ bei Flintsbach und Reischenhart werden die beiden Fahrspuren Richtung Kiefersfelden auf die Gegenfahrbahnen verlegt. Grund: Straßensanierungsarbeiten. Im Klartext heißt das, dass nun auf vier Streifen gefahren wird, wo eigentlich zwei Spuren (plus Standstreifen) vorgesehen sind.

Auf der Außenspur – sie ist 3,25 Meter breit, fahren meist Lkws, auf der inneren Spur, der sogenannten „Überholspur“, fahren die Personenwagen. Breite: 2,75 Meter! „In der Mitte der beiden Gegenfahrbahnen sind Fähnchen, Hütchen oder eine Minimauer zur Trennung aufgestellt. Zudem ist zur Sicherheit das Tempo auf 80 km/h begrenzt“, sagt Thomas Kaltenbacher, Leiter Zentrale Verkehrsaufgaben. Für größere Vans mit zwei Außenspiegeln, die sich im Gegenverkehr begegnen, durchaus eine fahrerische Herausforderung, meint er.

Doch mit dieser Sorte „Spaßvögel“ wie jener junge Mann, der dort mit Tacho 185 dahin raste, versteht die Polizei keinen Spaß mehr. Fazit: Ihn erwarten nun ein empfindliches Bußgeld in vierstelliger Höhe sowie ein dreimonatiges Fahrverbot.

Das scheint aber niemanden vom Bleifuß abzuhalten, wie der Leiter Zentrale Verkehrsaufgaben aus Erfahrung weiß: „Viele Autofahrer gaben in diesem temporeduzierten Bereich ebenfalls ordentlich Gas und erreichten Spitzengeschwindigkeiten zwischen 140 und 160 km/h.“

Rallyefahren scheint tatsächlich „in“ zu sein, besonders auf Autobahnen, meint Kaltenbacher genervt. „Während der vier Tage, in denen kontrolliert wurde, sind 1630 Überschreitungen der zulässigen Höchstgeschwindigkeit – alle mindestens 21 km/h zu schnell – beanstandet worden. Ihnen droht mindestens ein Punkt in Flensburg.“

Diejenigen Autofahrer, die „innerhalb des Verwarnungsbereichs zwischen 80 und 110 km/h“ fuhren, für diese gibt es nur eine Geldstrafe ohne Punkte. „Das Risiko, geblitzt zu werden, wird von den meisten Verkehrsteilnehmern kühl durchkalkuliert“, argumentiert der Polizeibeamte. „Die Strafe wird anschließend meist anstandslos bezahlt. Sie tut aber auch nicht wirklich weh“, meint er. Da gehe es in anderen EU-Ländern ganz anders zur Sache. „Dort wird gleich kassiert – und zwar weit höhere Summen als bei uns.“

Interessant sind die Ausreden, die die Raser immer wieder angeben. Sie reichten von „ich musste ganz dringend“ bis „die Beschränkung ist nicht sinnvoll“ oder schnippisch „des braucht’s ned“.

Glücklicherweise gehen die sehr zahlreichen Karambolagen meist recht glimpflich ab: „Blechschäden oder abgefahrene Außenspiegel.“

Eine Unfallkommission, ein Zusammenschluss mehrerer Behörden, analysiert jeden Unfall, um so das Unfallgeschehen zu reduzieren. „Schnell kristallisieren sich Gefahrenbereiche heraus. Dort wird dann auf Anordnung der Autobahn-Direktion Südbayern von uns gehandelt“, sagt der Leiter Zentrale Verkehrsaufgaben. Gefahrenbrennpunkte werden so mit verschiedenen Maßnahmen entschärft.

Pilotprojekt mit Spezialgerät

Neu und ein richtig nettes Spielzeug ist das Gerät PSS (Poliscan speed), das nach einer Testphase seit dem 1. April in einem Pilotprojekt in der Region zum Einsatz kommt. „Es zeichnet alle Messdaten über mehrere Tage kontinuierlich auf“, sagt Kaltenbacher. Damit seien die Zeiten vorbei, als an meist bekannten Stellen Radarkontrollen aufgebaut waren. „Die Autofahrer hatten sich schnell daran gewöhnt.“ Doch jetzt wird 24/7 aufgezeichnet und Verstöße werden verfolgt. Damit hat die Polizei die Nase wieder vorn!

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