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Publikation im Eigenverlag

Kinderbuch-Autorin Doris Dengg bekommt seltenen Orden - und Ilse Aigner trifft ihre Puppe

Die Präsidentin des Bayerischen Landtags, Ilse Aigner, verleiht Dorle Dengg den Bayerischen Verfassungsorden.
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Die Präsidentin des Bayerischen Landtags, Ilse Aigner, verleiht Dorle Dengg den Bayerischen Verfassungsorden.
  • VonFranz Hoffmann
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Eine wahrhaft außergewöhnliche Würdigung und Ehrung ihres Schaffens widerfuhr der Kiefersfeldener Kinderbuchautorin und Puppenspielerin Dorle Dengg. Sie wurde mit dem Bayerischen Verfassungsorden im Rahmen einer Feierstunde in der Münchener Staatskanzlei ausgezeichnet. Dieser Orden gehört zu den staatlichen Auszeichnungen, die im Freistaat Bayern am seltensten verliehen werden.

Kiefersfelden/München –Mit der Verleihung des Ordens würdigt der Bayerische Landtag Bürger, die sich in besonderer Weise um die Verwirklichung der Grundsätze der Bayerischen Verfassung verdient gemacht haben. Unter den Ausgezeichneten fanden sich neben Dorle Dengg Prominente, wie die ehemalige Skirennläuferin Viktoria Rebensburg, der Musiker Hans Well oder der evangelische Landesbischof Heinrich Bedford-Strohm, der direkt neben Dorle Dengg saß.

40 Jahre kreatives Schaffen

Noch immer ist die engagierte Bürgerin nahezu sprachlos über die Anerkennung ihrer nunmehr über 40-jährigen kreativen Tätigkeit. „Diese Auszeichnung ist etwas Besonderes, eine Würdigung meiner jahrzehntelangen Arbeit für die Kinder und die Region“. Gerne erinnert sie sich an die „Überraschung, als der Brief mit der Ankündigung für die Verleihung kam, da war ich einfach nur erfreut und auch dankbar“. Aber sie musste sich noch ein wenig gedulden, denn aufgrund der Corona-Pandemie mussten die Feierlichkeiten verschoben werden.

Nun war es endlich soweit das die Präsidentin des Bayerischen Landtags, Ilse Aigner, sie mit dem Bayerischen Verfassungsorden 2021 auszeichnete. „Ich hatte die ‚Ilse Aigner-Puppe‘ mit auf der Bühne dabei und die Landtagspräsidentin hat ihr Ebenbild sehr genau betrachtet. Leider konnte ich sie ihr nicht schenken, denn diese Figur spielt eine der Hauptrollen in meinem aktuellen Stück ‚Der Weg zur Krone‘.“

Aigner hat Dengg persönlich vorgeschlagen

Die Ehrung selbst war für sie „sehr erhebend und ich spürte den Dank und die persönliche Wertschätzung der Bayerischen Staatsregierung für meine jahrzehntelange Tätigkeit als Kinderbuchautorin und Puppenspielerin“. Und dann, in einem persönlichen Gespräch verriet ihr Ilse Aigner auch, dass sie „durch das OVB, in dem regelmäßig Artikel über mein Schaffen veröffentlicht werden, auf meine Person und mein Wirken aufmerksam geworden ist. Und die Landtagspräsidentin hat mich dann auch zur Verleihung des Ordens persönlich vorgeschlagen“.

„Frau Dengg hat mit dem Kieferer Puppentheater einen Ort geschaffen, der Kinder seit mittlerweile stolzen 40 Jahren in die Welt der Fantasie entführt und gleichzeitig einen wichtigen Beitrag zur Pflege von regionaler Mundart, Tradition und Brauchtum leistet. Mit von ihr selbst geschriebenen Stücken greift sie unter anderem aktuelle gesellschaftliche Themen auf und präsentiert sie mit Hilfe der Handpuppen dem Publikum so anschaulich und mitreißend, dass sie auch für kleine Zuschauer greifbar und begreifbar werden“, sagt Aigner. Zudem veröffentliche Dengg all ihre Stücke im Eigenverlag. „Sie trägt auf diesem Weg dazu bei, die Kultur in Bayern zu pflegen und zu erhalten.“

Ordensverleihung gibt Motivation

Nach der Verleihung gehen Dorle Dengg verschiedene Dinge durch den Kopf. Da steht „immer noch die Dankbarkeit, dass ich das alles machen durfte, an erster Stelle. Ich konnte und kann den Kindern die Möglichkeit geben, meine Stücke auch mit eigenen Worten und Handlungsänderung aufzuführen und dadurch wiederum ihre Alterskollegen zu begeistern.

Natürlich gibt mir die Ordensverleihung auch zusätzliche Motivation, diesen Weg weiterzugehen.“

Denn schon ist sie mit der Vorstellung ihres neuen Fotobuches „Kinderlieblinge“ beschäftigt und auch mit ihrem neuen Theaterstück zum 70-jährigen Thronjubiläum von Queen Elisabeth, „Der Weg zur Krone“ ist sie aktuell und präsent.

Der Weg von Dorle Dengg zur Puppenspielerin und Kinderbuchautorin begann im Juni 1981, „als ich in der Krabbelstube der hiesigen evangelischen Kirche, die meine Kinder damals besuchten, einfach mit meinem Kasperltheater ganz zwanglos für Unterhaltung sorgte“.

„Pädagogisch äußerst wertvoll“

Daraus entwickelte sich eine gewisse Dynamik „und ich spielte danach regelmäßig zu allen möglichen Anlässen wie Ostern, Weihnachten oder auch schon zu Kindergeburtstag. So nach und nach entstanden dann kleine Programme wie basteln, malen oder singen mit dem Kasperl, und mit einem einfachen Tischtheater und Figuren aus dem Kinderzimmer spielte ich die ersten Stegreifgeschichten“. Vor einem Vierteljahrhundert entstand auf eigenem Grundstück die feste Einrichtung „Kieferer Theaterhäusl“, in der sie jährlich zwei bis drei neue Puppentheaterstücke spielt und dazu noch monatlich eine Geschichte, mit anschließendem „Nachbasteln“.

Auch ein „mobiles Theater“ ließ sich Dorle Dengg anfertigen, mit dem sie auf Kinder- und Schulfesten sowie in Kindergärten auftritt. Dazu schrieb sie noch viele Bücher und Geschichten, die zum Teil als „pädagogisch äußerst wertvoll“ von der Bezirksregierungen oder dem Bayerischen Staatsministerium für Unterricht und Kultus eingestuft und von der Bayerischen Staatsbibliothek als „Literaturtipp“ empfohlen wurden.

10 Bücher, 23 Tonträger und Videos

Mehr als zehn Bücher veröffentlichte sie bisher, hinzu kamen noch 23 Tonträger, Videos und DVDs sowie Übertragungen im Radio und Fernsehen. Mit ein Höhepunkt ihres kreativen Schaffens war die Verleihung des renommierten „Pocci-Preises“ im Jahr 2015 durch die „Franz Graf von Pocci Gesellschaft“, die mit der Ehrung besondere Verdienste um Erhaltung und Verbreitung des Lebenswerkes Poccis auszeichnet. Auch dadurch erreichte die Künstlerin weitere, überregionale Bekanntheit mit Alleinstellungsmerkmal. Denn ihre Theaterschöpfungen spiegeln immer ein Stück Heimatgeschichte wider und sie werden in bayerischer Mundart gesprochen und sind gewaltfrei. Mit dem Erfolg entwickelte sich auch das Theaterleben immer weiter.

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