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Erst die Pest und jetzt Corona

Kiefersfeldener bitten mit einem Dorfspiel den Heiligen Sebastian um Hilfe

Die Dorfgemeinschaft hat im Kurpark eine imposante Freilichtbühne aufgebaut.
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Die Dorfgemeinschaft hat im Kurpark eine imposante Freilichtbühne aufgebaut.

Die Ritterschauspiele Kiefersfelden lassen sich nicht von Corona in die Knie zwingen: Zusammen mit der Dorfgemeinschaft stellen sie im Kurpark die Leidensgeschichte des Heiligen Sebastian dar. Ihm widmen sie die „Passio“ und bitten damit auch, wie schon zu Pestzeiten, um ein Ende der Pandemie

von Rudolf Erhard

Kiefersfelden – Das überregional bekannte und beliebte Volkstheater Ritterschauspiele Kiefersfelden geht heuer neue Wege. Fast eineinhalb Jahre Corona-Pandemie zwang die Ritterschauspiele das geplante turbulente Ritterdrama „Floribella“, nicht nur 2020, sondern auch 2021 abzusagen. Jetzt soll der beliebte Publikumsrenner von Josef Georg Schmalz hoffentlich 2022 aufgeführt werden.

Bisher war das Ritterschauspiel, wegen der coronabedingt notwendigen Abstände der Besucher im historischen Kiefersfeldener Theaterhaus, nicht umzusetzen. Doch die Theatergesellschaft will sich nicht einfach im zweiten Jahr hintereinander der Pandemie beugen. War doch vor Corona 73 Jahre lang von den Ritterschauspielen immer ein historisches Theaterstück auf die Bühne gebracht worden.

Jährliche Bittprozession

So entstand die Idee, den Dorfheiligen Sebastian „einzuspannen“. Schon vor 400 Jahren gelobten die Bürger von Kiefersfelden eine jährliche Bittprozession für den heiligen Sebastian, wenn sie von der Pest weitgehend verschont bleiben.

Also wurde beschlossen, als Erinnerung und zu Ehren des heiligen Sebastian, diesem Schutzpatron gegen die Epidemie, eine Freiluftaufführung zu widmen.

Die Passio , also seine Leidensgeschichte, soll jetzt in verkürzter Form im Kiefersfeldener Kurpark als Dorfspiel aufgeführt werden. Dies aber nicht allein durch die Ritterschauspiele Kiefersfelden, sondern als Gemeinschaftsaktion der Dorfvereine.

Dabei sind, die Heimatbühne, der Kirchenchor, der Männergesangsverein, der Trachtenverein und die Musikkapelle Kiefersfelden. Deren renommierter Dirigent Jürgen Doetsch hat zu Ehren des Heiligen sogar eine Ouvertüre mit musikalischen Bildern komponiert.

Auf zwei Akte verkürzt

Das Dorfspiel über die „Passio“ lateinisch für das Martyrium, findet auf zwei überdachten Bühnen als stark verkürzte Freiluftaufführung statt. Die historische Legende über den erfolgreichen römischen Feldherrn Sebastian, der als heimlicher Christ seinen Glauben in die Reihen der Römer hineinträgt und deswegen den Märtyrertod sterben muss, steht im Mittelpunkt.

2016 hatte das Volkstheater Ritterschauspiele Kiefersfelden die historische Geschichte aus der Römerzeit, in drei Akten unter dem Titel „Der heilige Sebastian oder vom Feldherrn zum Blutzeugen“, erfolgreich aufgeführt. Diesmal wird die Legende inhaltlich um die Hälfte auf zwei Akte verkürzt. Als besonderes Zuckerl bekommen dafür, bei der Freiluftaufführung im Kurpark Kiefersfelden, die Darsteller der Ritterschauspiele und der Heimatbühne musikalische Unterstützung. Dies nicht nur von der Musikkapelle, sondern auch vom Kirchenchor, dem Männergesangsverein und sogar von den benachbarten Kirchenglocken.

Maximal 200 Plätze

Die Freiluftaufführung des Kieferer Dorfspiels findet an fünf Abenden zwischen dem 17. und 25. September, jeweils um 19 Uhr wetterfest im örtlichen Kurpark statt. Die auf jeweils auf maximal 200 Plätze begrenzte Zuschauerschar sitzt unter großen Schirmen an zugewiesenen Tischen. Der Trachtenverein Kiefersfelden sorgt ab 18 Uhr vor Spielbeginn und in zwei Pausen, nach der musikalischen Ouvertüre und nach dem ersten Akt, für die Brotzeit mit Tischbewirtung.

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