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Umbau am Bahnhof

Freie Fahrt für Rollstühle und Kinderwägen: Gleis eins in Kiefersfelden wird barrierefrei

Gefährlicher Ausstieg: Noch bemisst die Höhe zwischen Zugaus- und -einstieg etwa einen halben Meter.
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Gefährlicher Ausstieg: Noch bemisst die Höhe zwischen Zugaus- und -einstieg etwa einen halben Meter.
  • VonFranz Hoffmann
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Bahnsteig eins soll auf einer Länge von etwa 220 Metern so angehoben werden, dass er mit der Ausstiegskante der einfahrenden Züge höhenmäßig abschließt. Auch der Fahrkartenschalter wird so verlagert, dass er für Reisende mit Handicap besser erreichbar ist.

Kiefersfelden – Was lange währt, wird endlich gut, so lautet ein Sprichwort, und das trifft in diesem Fall den Nagel auf den Kopf. Denn nach jahrelangem, intensivem „Behördenverkehr“ mit Deutscher Bahn, der Bayerischen Oberlandbahn und dem Freistaat Bayern scheint festzustehen, dass die Deutsche Bahn das Gleis eins am Bahnhof Kiefersfelde n nun endlich barrierefrei ausbaut. Das zumindest teilte Bürgermeister Hajo Gruber (UW), der selbst auf den Rollstuhl angewiesen ist, in der vergangenen Gemeinderatssitzung mit.

Anhebung auf einer Länge von 220 Metern

Nach Grubers Informationen wird der betroffene Bahnsteig auf einer Länge von etwa 220 Metern bautechnisch so angehoben, dass er mit der Ausstiegskante der einfahrenden Züge höhenmäßig abschließt. Der Fahrkartenschalter soll zudem so verlagert werden, dass er für alle Reisenden, ob mit oder ohne Handicap, besser zu erreichen ist. Die Baumaßnahme soll im ersten oder zweiten Halbjahr 2024 geöffnet werden.

Mit ausschlaggebend für diese seit Jahren so dringend geforderten Umbaumaßnahem am Bahnhof „ist die unermüdliche und zeitintensive Arbeit von Jürgen Wille, der weder Mühen noch Wege gescheut hat, dass diese Reiseeinschränkung für viele Menschen schon bald Geschichte sein dürfte. Und dafür gebührt ihm unser Dank“, so der Bürgermeister. Für Wille, seit Jahren selbst auf den Rollstuhl angewiesen, war und ist die Schaffung eines barrierefreien Zu- und Abgangs zu den Zügen in Richtung Kufstein (Tirol) ein großes Anliegen.

Bereits seit dem Jahre 2016 ist der engagierte Kieferer Bürger Wille „am Ball“, denn er sieht auch als Betroffener die großen Gefahren, Risiken und Mühen, vor allem für Menschen mit Handicap beim Aus- und Einsteigen in die Züge. Insbesondere bei widrigen Witterungsverhältnissen stehen diese Bahreisenden vor großen, wenn nicht sogar unüberwindlichen Hindernissen. Aber auch Mütter mit Kinderwagen oder ältere, gebrechliche Menschen werden hier durch die bauliche Situation vor oftmals große Herausforderung gestellt.

Waghalsiges Unterfangen

Am betroffenen Bahnsteig eins beträgt die Höhendifferenz vom Bahnsteig zur Zugein- und ausstiegskante rund einen halben Meter, der erst einmal überwunden werden muss. Das ist für Rollstühle und Kinderwägen ein fast schon waghalsiges und gefährliches Unterfangen. Diese risikobehafteten baulichen Missstände hat Wille immer wieder bei den zuständigen Stellen angeprangert. Da es auf dieser Strecke keinen sogenannten mobilen Dienst gibt, sieht das bisherige Prozedere für Menschen, die nicht selbstständig den Ausstieg in Kiefersfelden nutzen, so aus, dass sie sich rechtzeitig beim Betreiber ihre Zugfahrt anmelden müssen.

Im Zug selbst helfen dann Zugbegleiter oder auch Fahrdienstleiter beim Aus- oder Einstieg. Das hat zwar „bisher in der Regel recht gut geklappt“, wie Rollstuhlfahrer Hajo Gruber aus eigener Erfahrung weiß. Ist man jedoch nicht angemeldet, kann vor allem zu späterer Stunde, eine sehr unbefriedigende Situation entstehen, da möglicherweise kein Zugpersonal mehr für diese Hilfeleistung zur Verfügung steht und man auf die Hilfe von Mitreisenden angewiesen ist.

Vier Jahre lang Kritik

Bei einem Ortstermin, schon vor geraumer Zeit, mit hochrangigen Vertretern von bayerischer Staatsregierung, Bahn und Betreiber sowie Bürgermeister Hajo Gruber und Jürgen Wille, wurde allen Beteiligten klar vor Augen geführt, dass die bauliche Situation auf dem Bahnsteig eins als kritisch und gefährlich für Menschen mit und ohne Handicap einzustufen ist.

Und damit war der Stein dann endgültig ins Rollen gekommen und Jürgen Wille davon überzeugt, „dass die intensiven Gespräche nun zum angestrebten Ziel eines barrierefreien Bahnsteigs führen, was aber sicher noch etwas Zeit braucht“, wie er sich damals vorsichtig optimistisch äußerte. Und damit lag der mit Blick auf die vergangenen vier Jahren nicht ganz falsch.

Kinderwägen und Rollstühle

Fast von Anfang an mit im Boot waren die OVB-Heimatzeitungen, die über die Jahre hinweg mit mehreren Berichten auf diese bauliche Misere aufmerksam machten, aber auch die vielseitigen Probleme bei der Aufzugbenutzung am Bahnhof für die Gleise Zwei und Drei immer wieder anprangerten.

Die vielen Menschen mit und ohne Behinderung, mit sperrigem Gepäck oder auch Eltern mit Kinderwagen dürfen sich auf jeden Fall freuen, denn mit der Bahnsteigangleichung wird in absehbarer Zeit ein wesentlicher Gefahrenpunkt auf dem Bahnhof Kiefersfelden ausgeräumt sein, denn für etliche Personengruppen ist eine Bahnfahrt ab Kiefersfelden in Richtung Tirol fast schon abenteuerlich und nicht ohne Risiko.

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