Kiefersfelden setzt auf Qualitätstourismus

Bayerns größtes Wasserrad am Gießenbach markiert das Ende des geplanten Energiewanderweges.
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Bayerns größtes Wasserrad am Gießenbach markiert das Ende des geplanten Energiewanderweges.
  • vonFranz Hoffmann
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Trotz coranbedingter Reisebeschränkungen ist „der Tourismus in der Gemeinde eine feste Größe“ berichtete Werner Schroller, Leiter des Tourist-Büros, dem Verwaltungs- und Finanzausschuss. Zudem warten neue Projekte: Ein Themenwanderweg „Energie“ wird bald eröffnet. Impulse erhofft man sich auch vom neuen Best Western Hotel.

Kiefersfelden Wie Hajo Gruber, Bürgermeister von Kiefersfelden, gegenüber den OVB-Heimatzeitungen berichtete, gehe man damit zwei Schritte in die richtige Richtung: „Das Ganze geht in Richtung Qualitätstourismus.“

2019 gab es 60 000 Übernachtungen

Über 600 Betten stehen aktuell den Reisenden zur Verfügung und die Übernachtungszahlen lagen im letzten Jahr bei knapp 60 000, sagte Werner Schroll. Daraus errechne sich eine Wertschöpfung von rund 12,7 Millionen Euro, die Besucher im Jahre 2019 „in der Kiefer ausgegeben haben“. Dies sei ein wichtiger Indikator für Gaststätten, Hotels und Vermieter, aber auch für Einzelhandel und Handwerk. Dabei gewinnt der Luftkurort neben seiner Lage am Fuße des Kaisergebirges auch gerade durch diese Auszeichnung weiter an touristischer Bedeutung. Schrollers Ziel: „Den Tourismus in unserem staatlich anerkannten Luftkurort weiter zu fördern.“

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Geplant oder in Arbeit sind dazu beispielsweise der „Kieferer Energiewanderweg“, der ab August auf rund 15,5 Kilometern Gesamtweg eine Entdeckungsreise vorbei an Solaranlagen, Energieschnecken, versteckten Kanälen, Kraftwerksturbinen, Wehranlagen, Wasserschlössern, einem Wasserspielplatz oder an Bayerns größtem Wasserrad bietet. Getreu dem Motto „Dort wohnen wo andere Urlaub machen“, haben die Verantwortlichen eine umfangreiche Unterhaltungs- und Informationsplattform geschaffen. „Wir warten darauf, dass die Beschilderung kommt“, sagt Schroller auf Nachfrage. In den nächsten zwei Wochen soll zudem eine Website freigeschalten werden. Unter www.energiewanderweg.de können sich Interessierte dann künftig vorab über die Wanderstrecke informieren. Laut Schroller eignet sich der Weg, der in vier Abschnitte aufgeteilt ist, sowohl für große als auch kleine Wanderer. Und der Touristiker ist überzeugt, dass er viele Besucher nach Kiefersfelden locken wird: „Themenwanderwege werden generell gern gegangen.“

200 neue Betten für Kiefersfelden

Weiter positiv vorausschauend fügt der Tourismuschef die schon baldige Eröffnung des neuen Best Western Hotels hinzu, wo in 200 Betten Besucher Platz finden und die Region zu ihrem Urlaubshotspot auswählen können. „Da bin ich mir sicher, dass das unserem Ort viel bringen wird“, so Schroller.

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Zu den Pfunden, mit denen touristisch-sportlich gewichtet werden kann, zählt auch das gemeindeeigene Freizeitbad Innsola, das Betriebsleiter Fred Fertinger den Ausschussmitgliedern vorstellte. Die Besucherzahlen waren im letzten Jahr „weiter steigend“, knapp 95 000 Gäste konnten sich in den verschiedenen Becken ihrem feuchtnassen Hobby hingeben, was der Gemeinde rund 636 000 Euro Einnahmen bescherte.

Innsola-Bistro wird in Eigenregie geführt

Besonderes Augenmerk verdient das „Innsola-Bistro“, das nach mehrmaligem Pächterwechsel in den vergangenen Jahren mit einhergehender Stagnation nun in „Eigenregie“ durch das Personal des Innsola betrieben und darin fest integriert werden soll. Mit dem Einsatz des betriebseigenen Personals versprechen sich die Verantwortlichen Kontinuität und auch kreatives Engagement, was sich umsatzsteigernd auswirken sollte. Dem eindrucksvollen Zahlenwerk und der real-optimistischen Vorausschau des Betriebsleiters konnten sich auch die Gemeindevertreter nicht verschließen: Sie plädierten für den weiteren Betrieb des Innsola-Bistros durch Gemeindebedienstete. Allerdings soll eine jährliche Überprüfung von Einnahmen und Ausgaben durch die Gemeindeverwaltung erfolgen.

Hajo Gruber erklärte auf Nachfrage, dass es bereits eine einjährige Testphase gegeben habe: „Und jetzt haben wir uns dazu entschlossen, dass das dauerhaft bleibt.“ Zum ersten August soll das Innsola, dass derzeit coronabedingt noch geschlossen hat, wieder eröffnet werden.

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