Antrag der Grünen: Runter vom Gas in Kiefersfelden – bald auch weniger Durchgangsverkehr?

Nicht immer geht es im Kieferer Ortsbereich so entspannt wie hier auf dem Foto zu. Fußgänger, Radfahrer und Motorisierte kommen sich immer öfter ins Gehege.
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Nicht immer geht es im Kieferer Ortsbereich so entspannt wie hier auf dem Foto zu. Fußgänger, Radfahrer und Motorisierte kommen sich immer öfter ins Gehege.
  • vonFranz Hoffmann
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Tempo 40 im Ortszentrum Kiefersfelden – das forderten die neu im Gremium sitzenden Grünen in der jüngsten Gemeinderatssitzung in ihrem Antrag. Mit knapper Mehrheit von 10:9 Stimmen wurde dieser angenommen.

Kiefersfelden – Der Antrag, der nun an die zuständige Verkehrsbehörde beim Landratsamt Rosenheim weitergeleitet wurde, wird folgendermaßen begründet: Die Kufsteiner Straße (Staatsstraße 2089) zwischen der Kieferbachbrücke in der Ortsmitte und dem Bereich des Drogeriemarktes Rossmann in Richtung Kufstein sei gerade in diesem rund einen Kilometer langen Bereich einerseits Durchgangsstraße von und nach Tirol, und andererseits das Geschäfts- und Dienstleistungszentrum des Ortes.

Große Gefahr beim Überqueren der Straße

Letzteres führe zu einem intensiven innerörtlichen Ziel- und Quellverkehr – insbesondere durch Fußgänger und Radfahrer. Eine häufige Querung sei aufgrund der Lage der Geschäfte und Dienstleistungsbetriebe sowie des Kindergartens diesseits und jenseits der Straße unausweichlich. Wegen des hohen Verkehrsaufkommens und der tatsächlich gefahrenen Geschwindigkeit, die teils deutlich über 50 km/h liegen dürfte, sei das Überqueren der Straße sowie das Radfahren oftmals mit erheblichen Risiken verbunden.

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Die beiden Bedarfsampeln für Fußgänger führen nur zu einer marginalen Risikominderung, heißt es weiter im Antrag. Es gebe genügend schützenswerte Einrichtungen im direkten Einzugsbereich der Kufsteiner Straße. Eine Temporeduzierung würde die Sicherheit der Verkehrsteilnehmer wesentlich erhöhen, insbesondere für Fußgänger, Radfahrer, Kinder und ältere Menschen.

Gemeinderat erhofft sich durch Tempolimit auch weniger Durchgangsverkehr

Der Zeitverlust durch die Geschwindigkeitsreduzierung sei innerorts wohl eher zu vernachlässigen. Er dürfte jedoch, dank der Berücksichtigung in den Navigationssystemen der Autofahrer, auch zu einer Verringerung des Durchfahrtverkehrs von Mautflüchtlingen, und Stauumfahrern sowie eines Grenzkontrollenausweichverkehrs beitragen.

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„Eine Entschleunigung unseres Ortes“ so die Botschaft der Grünen, „wird sich insgesamt positiv auf Bewohner, Touristen und Besucher auswirken. Auch weitere lebensbejahende Effekte, wie die Reduzierung der Lärm- und Abgasbelastungen sind zu erwarten“. Weiter dazu führen sie aus, dass es genügend Beispiele von Gemeinden in Bayern gibt, die speziell Tempo 40 km/h vergleichbar umgesetzt haben und dass lediglich Kosten für neue Beschilderungen und gegebenenfalls Markierungen entstehen würden.

Ort für Fußgänger und Radfahrer lebenswerter machen

Grünen-Pressesprecher Hermann Moderegger spricht in Bezug auf den Antrag von einer „Salamitaktik“ seiner Partei, da zunächst nur das Teilstück temporeduziert werden soll. „Und dann sehen wir weiter“. Zur Philosophie der örtlichen Grünen gehöre auch, „den Ort für Fußgänger und Radfahrer lebenswerter zu machen. Dazu haben wir mehrere Pfeile im Köcher, die wir nach und nach abschießen werden“ so Moderregger.

Schon im Kommunalwahlkampf Anfang des Jahres beschäftigten sich die Grünen mit diesem Thema. So forderten sie zum Beispiel Fußgängerüberwege und eine Fahrradspur auf der Rosenheimer und Kufsteiner Straße, um den Verkehr für die Kieferer sicherer zu machen. Der jetzige Antrag ist ein Schritt in diese Richtung.

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