Kiefersfelden: Panoramablick zum Wilden Kaiser bald unmöglich?

Panoramablick auf den Wilden Kaiser: Er ist seit einigen Wochen verwehrt. Trotz öffentlichen Wegerechts hat der Grundstückeigentümer den Wanderweg mit Stacheldraht und Elektrozaun versperrt und die Sitzbank am Feldkreuz entfernt.
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Panoramablick auf den Wilden Kaiser: Er ist seit einigen Wochen verwehrt. Trotz öffentlichen Wegerechts hat der Grundstückeigentümer den Wanderweg mit Stacheldraht und Elektrozaun versperrt und die Sitzbank am Feldkreuz entfernt.

Stacheldraht und Elektrozaun versperren seit Monaten einen der schönsten Panoramawege der Gemeinde. Die Kiefersfeldener sind verärgert, ihre Gemeinderäte auch. Der Bürgermeister verhandelt.

Von Roland Schmidt

Kiefersfelden – Die Bank am Feldkreuz ist abgebaut. Der Besitzer des letzten Teilstücks des Panoramweges mit Blick zum Wilden Kaiser hat mit Stacheldraht und Elektrozaun den Weg gesperrt. Zum Ärger der Kiefersfeldener und Mühlbacher Bürger. Der Gemeinderat beschäftigte sich jetzt mit dem Antrag, das Wegerecht aufzulassen. Und verweigerte dies.

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Im Ortsbereich von Mühlbach befindet sich seit über 50 Jahren ein Wanderweg vom Bergweg zur Franz-Prantl-Straße und bietet einen der schönsten Panoramablicke der Region. Dieser ist seit einigen Monaten versperrt, sehr zum Unmut der Bevölkerung.

Wegerecht seit 53 Jahren - aber nicht durchgehend

Hintergrund ist, dass der Großteil des Weges seit 1967 vom Bergweg her gewidmet und damit ein öffentliches Wegerecht gesichert ist. Das gilt nicht jedoch für das Endstück an der Franz-Prantl-Straße. Der dortige Grundstückeigentümer verweigert die Nutzung.

Recht soll aufgegeben werden

Dies nahm der Eigentümer des Hauptwegstückes zum Anlass, bei der Gemeinde Kiefersfelden eine Auflassung des Wegerechtes zu beantragen. Zumal der Wanderweg in Teilbereichen kaum mehr bestehe, nunmehr keine durchgehende Verbindung mehr besitze und seinen Sinn als Wanderweg verloren habe.

Gemeinderat besteht auf Panoramaweg

Bei der am Mittwoch angesetzten Gemeinderatssitzung sollte daher ein formelles Verfahren zur Einziehung des Wegerechtes beschlossen werden. Schnell stellte sich jedoch heraus, dass die Stimmung im Gremium den Antrag wohl nicht unterstützen würde. Vor allem will der Gemeinderat den Zugang zum Feldkreuz zum Wohle der Bevölkerung erhalten und dort wieder eine Sitzbank erwirken.

Hajo Gruber soll verhandeln

Bürgermeister Hajo Gruber (UW) setzte den Tagesordnungspunkt daher ab. Er will noch einmal das Gespräch mit den betroffenen Grundstückseigentümern suchen, um einen Kompromiss zu finden.

Drei Fragen an Bürgermeister Hajo Gruber (UW)

Herr Gruber, wie könnte eine Lösung für den Panoramaweg in Mühlbach aussehen?

Hajo Gruber: Das hängt vom Ausgang der Gespräche mit den Grundeigentümern ab. Die Frage ist, ob die sich vorstellen können, den Weg für alle offen zu lassen, ihn beziehungsweise wieder zu öffnen.

Der Panoramaweg ist nicht der erste Weg in Kiefersfelden, der für die Öffentlichkeit nicht mehr zugänglich ist, etwa der Weg zur Grafenburg . Er ist schon gesperrt. Gilt das Wegerecht – sozusagen aus Gewohnheit – da nicht?

Gruber: Nein, dieses Recht gibt es nur im Privatrecht. Wenn zum Beispiel das eigene Grundstück schon seit langem nur über das Grundstück des Nachbarn zu erreichen ist. Für Gemeinden gilt es nicht.

Welche Lösungsmöglichkeiten hat die Gemeinde Kiefersfelden?

GruberDer Weg zur Grafenburg war nicht gewidmet. Der Panoramaweg ist es teilweise noch. Ich fände eine Entwidmung wegen des Feldkreuzes und der Aussicht von dort auch sehr schade. Das Gespräch mit einem der Eigentümer, den Weg bis zum Kreuz gewidmet zu lassen, verlief leider bisher noch negativ. Aber ich werde mit beiden betroffenen Eigentümern noch einmal reden. Interveiw: Sylvia Hampel

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