Bitte deaktivieren Sie Ihren Ad-Blocker

Für die Finanzierung unseres journalistischen Angebots sind wir auf die Anzeigen unserer Werbepartner angewiesen.

Klicken Sie oben rechts in Ihren Browser auf den Button Ihres Ad-Blockers und deaktivieren Sie die Werbeblockierung für . Danach können Sie gratis weiterlesen.

Lesen Sie wie gewohnt mit aktiviertem Ad-Blocker auf
  • Jetzt für nur 0,99€ im ersten Monat testen
  • Unbegrenzter Zugang zu allen Berichten und Exklusiv-Artikeln
  • Lesen Sie nahezu werbefrei mit aktiviertem Ad-Blocker
  • Jederzeit kündbar

Sie haben das Produkt bereits gekauft und sehen dieses Banner trotzdem? Bitte aktualisieren Sie die Seite oder loggen sich aus und wieder ein.


Baum ohne Wurzeln wird wieder eingepflanzt

Kaum zu glauben, aber wahr: In Kiefersfelden steht ein Christbaum, der jetzt austreibt

Hubert Kurz bewundert seinen blühenden Weihnachtsbaum.
+
Hubert Kurz bewundert seinen blühenden Weihnachtsbaum.
  • VonFranz Hoffmann
    schließen

Leuchtend grüne Triebe zwischen Christbaumkugel und Weihnachtsengerl, damit verblüfft eine Nordmanntanne Familien Kurz in Kiefersfelden. Nach Lichtmess wird sie ausgewildert.

Kiefersfelden – Fast könnte man meinen, ein Aprilscherz im Januar; doch weit gefehlt: Ein herrlich grüner Christbaum, seit Wochen mit Liebe weihnachtlich geschmückt, steht im Wohnzimmer und treibt jetzt voller Energie aus. „Geht nicht“ gibt’s nicht: Im Hause der Familie Kurz spielt die Natur heuer verrückt.

Seit Mitte Dezember im Wohnzimmer

„Geschlagen wurde die Nordmanntanne Ende November/Anfang Dezember im österreichischen St. Pölten und gekauft haben wir den Baum dann Mitte Dezember “, erinnert sich Hubert Kurz. Wie üblich fand er seinen Platz im um diese Jahreszeit immer gut beheizten Wohnzimmer am Terrassenausgang und ein großer, ständig mit warmem Wasser gefüllter Christbaumständer gab ihm den nötigen Halt.

Mitte Januar erstes zartes Grün

„Nach ein paar Tagen haben wir uns schon ein wenig gewundert, dass der Baum überhaupt nicht nadelt, dachten aber nur ‚Glück gehabt‘“. Das „Glück“ hielt an und Mitte Januar zeigte sich an den Astspitzen des über zwei Meter hohen Baumes ein erstes zartes Grün. „Nicht nur wir, sondern auch unsere Kinder und Enkelkinder, die zu Besuch kamen, bewunderten den geschmückten, blühenden Christbaum“.

Der Mann vom Fach – Hubert Kurz ist seit Jahren Vorsitzender des örtlichen Vereins „Heim und Garten“ – kam die nächsten Tage gar nicht mehr heraus aus dem Staunen. „Das ist mir in den langen Jahren noch nie passiert, dass ein im Winter geschnittener Baum jetzt im Januar, mitten in einem warmen Zimmer stehend, austreibt. Alle bisherigen Christbäume haben nach geraumer Zeit angefangen zu nadeln und dann war die Pracht auch schnell vorbei und unser Baum kam raus“.

Bis Lichtmess – oder länger

Heuer ist dem aber nicht so, „denn der Baum bleibt mindestens bis Maria Lichtmess (2. Februar) noch bei uns im Wohnzimmer stehen, geschmückt und abends natürlich auch beleuchtet. Und dann kommt er ins Freie, wo er auch als Unterschlupf für die Vögel gedacht ist“, so sein Plan.

Die Nordmanntanne – von unten bis in die Spitze lauter neue Triebe.

Doch Ehefrau Theresa will sich „gar nicht so schnell von der schönen Tanne trennen, denn die vermittelt hier drinnen eine ganz besondere Atmosphäre, die ich gerne noch länger genießen möchte“.

Auf jeden Fall soll der Baum im Frühjahr in den Garten umgesetzt werden „um ihn dann zum nächsten Weihnachten im Freien zu schmücken“ hofft Hubert Kurz. „Und auch wenn es nicht klappt, dieses Erlebnis war wohl einmalig und außergewöhnlich schön für uns und unsere gesamte Familie“.

+++ Weitere Berichte und Nachrichten aus Kiefersfelden finden Sie auf der OVB-Themenseite +++

Leider sind die Überlebensaussichten für die Nordmanntanne objektiv betrachtet nicht ganz so gut, denn scheinbar befand sich der Baum, als er geschlagen worden ist, schon wieder im beginnenden Austrieb, der durch Schlagen und Transport nur kurz unterbrochen und dann im warmen Wasserbad und warmen Wohnzimmer fortgesetzt wurde, also ein so genannter „Notaustrieb“.

Notaustrieb sichert Überleben der Art

Bäume und auch Pflanzen aktivieren unter Stress (zum Beispiel das Schlagen) ihre letzten Reserven, sie treiben nochmal aus um das Überleben der Art zu sichern. Danach sterben sie in der Regel aber ab, denn das notwendige Versorgungsgleichgewicht zwischen Wurzeln und Krone wurde zerstört, es kommt zu einer Mangelversorgung und zu einer Panikreaktion: Der Baum produziert an den Schnittstellen eine große Menge an Notaustrieben mit sehr vielen, richtig gesund aussehenden, hellgrünen Nadeln.

Und sollte es diese außergewöhnliche Nordmanntanne allen Unkenrufen der Experten zum Trotz dennoch schaffen und auch Wurzeln bilden, gibt`s eine Fortsetzung der Geschichte..