Finanzielle Situation „nicht bedenklich“

Kiefersfelden: Bürgermeister Hajo Gruber gibt in der Bürgerversammlung Jahresrückblick

Ab Mitte Mai gab es kein Durchkommen mehr zum Tiroler Nachbarn.
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Ab Mitte Mai gab es kein Durchkommen mehr zum Tiroler Nachbarn.
  • vonFranz Hoffmann
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In der Bürgerversammlung, die coronabedingt von der Schulturnhalle aus online übertragen wurde, gab Bürgermeister Hajo Gruber (UW) einen Rückblick über die vergangenen Projekte und einen Überblick über das Zahlenwerk der Gemeinde. Sein Fazit: Insgesamt sei die finanzielle Situation „nicht bedenklich“.

Kiefersfelden – Insgesamt sei die finanzielle Situation der Gemeinde „nicht bedenklich und auch der kommende Haushalt sollte, wie der aktuelle auch, ohne neue Schulden zu meistern sein“ prognostizierte Gruber. Für das Jahr 2020 belaufen sich die Ausgaben auf gut 21 Millionen Euro, wobei die Gemeinde auch in diesem Jahr ihrem Credo treu geblieben ist und den Schuldenstand weiter auf jetzt 4,2 Millionen Euro gesenkt hat. Das bedeutet eine Pro-Kopf-Verschuldung von 616,14 Euro.

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Das zurückliegende Jahr habe „ganz gut angefangen“, sagte Gruber, „denn wir haben vom Wegfall der Maut bis Kufstein-Süd und damit dem zurückgehenden Mautausweichverkehr deutlich profitiert“. In den Monaten Januar und Februar gab es durchschnittlich rund 55 000 weniger Autofahrer, die über die Staatsstraße 2089 nach Österreich ein- und ausgefahren sind. „Doch dann kam Corona und die erste Welle, durch die wir wirklich gut gekommen sind“, so der Bürgermeister weiter.

Bis Ende November gab es 252 Infizierte

Doch die zweite Welle, die auch den Grenzort nicht mehr verschonte, forderte ihre Opfer: Bis Ende November hatten sich 252 Bürger infiziert. 13 Menschen starben mit oder an Corona. Daher hält Gruber „die jetzigen Maßnahmen für sinnvoll, notwendig und verhältnismäßig“.

Im Anschluss ging Gruber auf das Thema „Bebauung ehemaliges Penny-Gelände“ ein. Mit einer Unterschriftenaktion haben sowohl die Anlieger als auch weitere Kieferer um ein Überdenken des aktuell gültigen Bebauungsplanes gebeten: Aktuell weise dieser neben Wohnungen auch einen Drogeriemarkt aus (wir berichteten). Für Gruber ist das Verfahren noch nicht beendet, er hofft auf eine weitere Änderung der Bebauung.

Momentanes Sorgenkind sei das Freizeitbad „Innsola“: Investitionen von 140 000 Euro in Umkleidekabinen stünden jetzt, bedingt durch die Corona-Einschränkungen, rund 400 000 Euro fehlenden Einnahmen gegenüber. Und fast eine halbe Million Euro kostete der Gemeinde der weitere Ausbau der Thierseestraße. Darin enthalten seien sowohl die Kosten für den reinen Straßenbau als auch die des Leitungsbaus durch die Gemeindewerke.

„Kaiserreich“ entwickelt sich

Positiv sprach Gruber hingegen über das neue Kieferer Gewerbegebiet „Kaiserreich“, welches sich „wesentlich weiterentwickelt“ habe. Neben Hotel und Fast-Food-Gastronomie sei auch die Gesamtinfrastruktur mit einem Kostenaufwand von etwa drei Millionen Euro durch den Investor allein geschultert worden. „Uns ist diese Maßnahme praktisch geschenkt worden“ freute sich Gruber.

Das Feuerwehrhaus in Kiefersfelden ist in die Jahre gekommen. Nun wird es Zeit für ein Update. Für das neue Haus werden etwa 6,8 Millionen in die Hand genommen. Circa eine Million Euro fließen als Zuschüsse wieder zurück.

Einen finanziellen Schatten auf das kommende Jahr wirft jedoch der Neubau des Feuerwehrhauses: Aber, wie Gruber betonte, sei es „die Pflicht der Gemeinde, für eine leistungsstarke Feuerwehr zu sorgen.“ Dazu gehöre auch ein technisch auf dem neuesten Stand basierendes Haus. Circa 6,8 Millionen werden dazu in die Hand genommen. Etwa eine Million Euro fließen als Zuschüsse zurück.

Auch der Kauf einer Drehleiter könne nicht mehr aufgeschoben werden: 780 000 Euro sind bereits im nächsten Haushalt vorgesehen – bei Zuschüssen von knapp 400 000 Euro. Eine weitere Investition von knapp einer halben Million fließt in das Heimatmuseum „Blaahaus“: Dafür seien Zuschüsse von etwa 350 000 Euro denkbar.

Bürgermeister Hajo Gruber (links) und Investor Florian Unterberger freuen sich über die Fortschritte im Gewerbegebiet „Kaiserreich“.

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