FISCHE, FRÖSCHE UND FLEDERMÄUSE MÜSSEN UMZIEHEN

Kiefersfelden: 88-jähriges Feuerwehrhaus hat ausgedient

Der Abriss des alten Gebäudes dauert noch möglicherweise bis März an.
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Der Abriss des alten Gebäudes dauert noch möglicherweise bis März an.
  • vonFranz Hoffmann
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Mit dem jetzigen Abriss des Feuerwehrhauses in Kiefersfelden endet die über 88-jährige Nutzung des Gebäudes für die Feuerwehr. Doch nicht nur die Blauröcke sind bereits in ihre Behelfswache auf dem Zementwerkgelände umgezogen. Auch Fische und Frösche müssen umgesiedelt werden.

Kiefersfelden – Mit dem Abriss des Feuerwehrhauses in Kiefersfelden endet die über 88-jährige Nutzung des Gebäudes für die Feuerwehr früher als geplant. Schon vor Wochen hatten die Blauröcke mit den Vorbereitungen begonnen (wir berichteten). Dem Umzug in ihre Behelfswache auf dem Zementwerkgelände folgte die Entkernung und jetzt wurde das Gebäude schon nahezu dem Erdboden gleichgemacht.

„Möglicherweise bis in den März hinein werden diese Arbeiten andauern“, sagt Bauingenieur Andreas Horn, Leiter des technischen Bauamts Kiefersfelden. Danach müssen die Hauptleitungen für Gas, Wasser und Strom erweitert beziehungsweise verlängert werden. Auch die Versickerung steht noch aus.

Ein Einnisten von Fledermäusen sollte verhindert werden

Eigentlich hätte man es mit dem Abriss des Gebäudes gar nicht so eilig gehabt, berichtet Bürgermeister Hajo Gruber. Man wollte allerdings verhindern, dass sich jetzt im Frühjahr Fledermaus-Kolonien in das alte Gemäuer einnisten. Bereits im vergangenen Jahr sei man von der Unteren Naturschutzbehörde dazu aufgefordert worden, ein Gutachten erstellen zu lassen, ob sich in dem alten Mauern fliegende Mini-Säugetiere befinden. „Damals waren keine Fledermäuse vorhanden“, so Gruber.

Und damit das auch so bleibe, müsse der Abriss entsprechend eines artenschutzrechtlichen Gutachtens bis Ende Februar erfolgt sein. „Das ist ein berechtigtes Vorgehen“, findet Gruber. Auch, wenn man mit dem Neubau des Gebäudes erst einige Monate später beginne.

Zunächst muss der bestehende Kieferbach-Mühlbach-Damm entfernt werden, erläutert Andreas Horn. Ein aufwendiges Vorgehen, aber die rückwärtige Außenwand des zukünftigen Feuerwehrhauses wird zugleich die neue Ufermauer beziehungsweise Kanalbegrenzung.

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Um Fische, Frösche und sonstiges Wassergetier zu schützen, muss der örtliche Sportfischereiverein E. W. Sachs die Tierchen herausfangen und in ein neues Gewässer umsiedeln.

Der Abriss des alten Gebäudes dauert möglicherweise noch bis März an.

„Und dazu werden die Fische elektrisch abgefischt“, sagt Hans Hanusch, zweiter Vorsitzender des Sportfischereivereins. Dann müsse die Kanalstrecke trocken gelegt werden. Man mache das nicht gern, weil dadurch Flora und Fauna austrocknen, betont Hanusch. Jetzt vor allem, sei man mitten in der Laichzeit der Forelle.

„Bestimmte Gelege gehen damit auch kaputt. Wenn es aber baulich notwendig ist, müssen wir diese Arbeit halt machen.“ Er rechnet damit, dass der Verein mit dem Abfischen etwa einen Tag lang beschäftigt sein wird.

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Horn ist sich sicher, „dass all diese Arbeiten im festgelegten Zeitfenster bleiben“. Parallel dazu liefen gerade die Ausschreibungen für die Erdarbeiten, die Wasserhaltung und die Leitungsverlegung. Der Bauingenieur rechnet mit einer Vergabe dieser Arbeiten durch den Technischen Ausschuss der Gemeinde Anfang März. Auch die Ausschreibungen für den Hochbau sind im Fluss, eine Vergabe sollten bei der Gemeinderatssitzung im März erfolgen.

Wetterkapriolen sind laut Horn nicht auszuschließen

Bis dahin gebe es noch ein „Beweissicherungsverfahren“, bei dem ein unabhängiger Gutachter die Gebäude neben dem abgerissenen Feuerwehrhaus von innen und außen untersuchen und einen aktuellen Gebäudestatus erstellen wird.

Eventuelle spätere Schäden an den Häusern, die durch den Abriss aufgetreten sind, werden darin dokumentiert. Horn ist optimistisch, dass die Arbeiten Hand in Hand und zeitgerecht erfolgen. „Allerdings kann ich Wetterkapriolen nicht ganz ausschließen.“

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