Kiefersfelden: Alte Pfarrkirche erstrahlt in neuem Glanz – Mauerwerk wieder gefestigt

Verwaltungsleiter Rudolf Hitzler vor restaurierten Epitaphien.
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Verwaltungsleiter Rudolf Hitzler vor restaurierten Epitaphien.

Seit drei Jahren laufen die Sanierungsmaßnahmen an der alten Pfarrkirche in Kiefersfelden. Rudolf Hitzler, Verwaltungsleiter der Pfarrverbände Brannenburg-Flintsbach und Oberes Inntal, hat mit den OVB-Heimatzeitungen über die Restaurierungsarbeiten und den damit verbundenen Kosten gesprochen.

Von Franz Hoffmann

Kiefersfelden – Hoch über dem beschaulichen Grenzort und weithin sichtbar schmiegt sich die alte „Pfarrkirche Heilig Kreuz“ an den steilen Hang des Buchbergs. Sie ist seit geraumer Zeit der Mittelpunkt des Bergfriedhofs, und dort zeigt Rudolf Hitzler, Verwaltungsleiter der Pfarrverbände Brannenburg-Flintsbach und Oberes Inntal, den gesamten Umfang der aufwändigen und dringend notwendigen Restaurierungsarbeiten der letzten drei Jahre auf.

Feuchtigkeit und bröckelnder Putz

Anlass der Renovierung waren stark abfallender und poröser Außenputz am Kirchengemäuer mit Löcherbildung und aufsteigende Feuchtigkeit aus dem Boden, die der Witterung geschuldet war und zur Ermüdung einzelner Materialien im Putz führten. So entstanden teilweise recht große Risse und Mauerausbrüche, die nicht nur unschön waren, sondern auch das Mauerwerk nachhaltig zu schädigen drohten. „Es war fünf vor Zwölf und wir mussten dringend reagieren“, erinnert sich Hitzler.

Erste Schätzungen der Baumaßnahme beliefen sich auf rund 140 000 Euro, „die ohne die kräftige finanzielle Unterstützung der Gemeinde Kiefersfeldens und auch spendierfreudiger Kirchengemeindemitglieder nicht einfach zu schultern gewesen wäre.

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So erfolgte der Startschuss für die Arbeiten schon im Frühjahr 2018 mit der dringend notwendigen Sanierung des Außenputzes und die Trockenlegung des Kirchensockels. Hierfür wurden die schadhaften Stellen, vor allem die alten porösen Zementschichten, abgenommen und fachgerecht ergänzt. Die Fassade des Kirchenschiffs wurde vollständig erneuert und die Wandmalerei wiederhergestellt. Danach wurden die vielen Epitaphien, also die teils prächtig gestalteten Grabplatten, die, getrennt von der eigentlichen Grabstelle, an Wänden und Pfeilern der Kirche angebracht waren, abgenommen, fachmännisch restauriert und wieder an alter Stelle angebracht. Dazu musste auch teilweise das Einverständnis noch lebender Angehöriger eingeholt werden. „Aber das war kein Problem“, bestätigt der Verwaltungsleiter.

Schlussendlich war mit dem überlebensgroßen Marienbild an der Stirnseite der Kirche, das unten vom Ort aus deutlich sichtbar ist, die vorläufig letzte große Herausforderung zu bewältigen. Dazu musste das Bild wegen der Feuchtigkeit im Putz teilweise abgetragen und nach der großflächigen Wandsanierung wieder aufgetragen werden. „Jetzt erstrahlt eines der Wahrzeichen Kiefersfeldens wieder in neuem Glanz und wir sind auf einem guten Weg“, so Hitzler. Dieser könnte aber noch lang sein, denn mit der Sanierung des Kirchendaches und des Turmes stehen langfristig weitere kostenintensive Arbeiten an der alten Pfarrkirche „Hl. Kreuz“ auf der Agenda.

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Bei Kosten nahezu eine Punktlandung

„Bei den Kosten der baulichen Maßnahmen ist uns nahezu eine Punktlandung gelungen, denn wir haben die ursprüngliche Kostenschätzung von 140 000 Euro nicht überschritten“ freut sich der Pfarrverband-Verwaltungschef im Nachhinein. Im gleichen Atemzug dankt er neben den Spendern vor allem der Gemeinde Kiefersfelden, die den Hauptanteil der Kosten übernommen hatte. Für Bürgermeister Hajo Gruber (UW) ist das Ergebnis überzeugend: „Die Alte Pfarrkirche ist ein prägendes Gebäude des Ortes und wir haben auch eine vertragliche Verpflichtung für die Erhaltung der Friedhofskirche“. Und natürlich hat sich der Bürgermeister „auch mehrmals vor Ort von den fachmännisch bestens ausgeführten Arbeiten überzeugt. Jetzt erstrahlt das kirchliche Kleinod wieder in neuem Glanz“, freut er sich. Das Geld sei gut angelegt.

Zur Geschichte:

Die Pfarrkirche „Heilig Kreuz“ liegt inmitten eines der schönsten und bereits prämierten Bergfriedhöfe Bayerns. Weithin sichtbar ist die Kapelle des Bergfriedhofs, der sich auf einer Anhöhe am Buchberg befindet. Sie wurde erstmals anno 1315 in der „Konradinischen Matrikel“ urkundlich erwähnt. Erbaut wurde sie ursprünglich eher im gotischen Stil, der spätere Frühbarockbau stammt aus dem späten 17. Jahrhundert. Die barocken Altäre wurden von Tiroler Meistern geschaffen und sind Glanzpunkt dieses kleinen Gotteshauses. Schon seit Ostern des Jahres 1809 wird alljährlich durch einen Altarvorbau in der abgedunkelten Kirche ein barockes „Heiliges Grab“ mit 125 bunten beleuchteten Glaskugeln aufgebaut. In der Advents- und Weihnachtszeit wird in der Kirche seit Jahrzehnten eine große Krippe mit verschiedenen Landschaften und ständig wechselnden Perspektiven aufgebaut, die von überregionaler Bedeutung ist und immer wieder viele Besucher anlockt.

Das Marienbild wurde aufwändig restauriert.

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