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AUS DEM GEMEINDERAT

Keine Variante für den Steinbruch

Weithin sichtbare Spuren: Die Arbeiten im Steinbruch planmäßig fortgesetzt.  Steffenhagen
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Weithin sichtbare Spuren: Die Arbeiten im Steinbruch planmäßig fortgesetzt. Steffenhagen

Eigentlich wollte die Gemeinde alle Bürger ihres Ortes Mitte Oktober zu einer Informationsveranstaltung mit anschließender Diskussion zum Thema „Steinbruch“ einladen. Dann kam doch alles anders als gedacht und der Termin musste kurzfristig abgesagt werden, da weder die Gemeinde noch der Steinbruchbetreiber, die Rohrdorfer Zementwerke, eine realistische Chance für eine Änderung der Situation sehen.

Nußdorf – Vorangegangen waren zahlreiche Diskussionen im Gemeinderat, eine Bürgerversammlung sowie umfangreiche Prüfungen der Genehmigungen durch Gemeinde, Juristen und Behörden. Unterdessen setzten die Rohrdorfer Zementwerke ihre Arbeiten fort. Wie erst kürzlich durch die Regierung von Oberbayern nochmals bestätigt wurde, liegt dem Betreiber seit vielen Jahren eine gültige Abbaugenehmigung vor. Das aktuelle Geschehen im Steinbruch hinterlässt derzeit weithin sichtbare Spuren, so dass sich unter anderem die Inntal Gemeinschaft und Umweltverbände in die Diskussion einbrachten. Nach einer Mediation zwischen den Rohrdorfer Zementwerken, der Gemeinde und den Umweltverbänden unter Leitung des bayerischen Umweltministeriums wurde von der Inntal-Gemeinschaft eine Alternative vorgeschlagen, die den Abbau der westlichen Sichtschutzwand einbezieht. Diese Variante ließe sich allerdings aus rechtlichen und wirtschaftlichen Gründen nicht verwirklichen, so die Rohrdorfer Zementwerke (wir berichteten). In der Septembersitzung des Gemeinderats wurde die „alte Variante 2“ (alternativer Abbau der östlichen Sichtschutzwand), erneut zur Diskussion gestellt.

Nach einem Vorgespräch zwischen Susanne Grandauer, Nußdorfs Zweiter Bürgermeisterin, und einem Verantwortlichen der Rohrdorfer Zementwerke wurde klar, dass der Betreiber an dieser Variante kein Interesse mehr hat. Die Gründe dafür liegen klar auf der Hand, denn dafür gibt es keine Abbaugenehmigung. Diese müsste erst eingeholt werden. Angesichts der bisherigen Diskussionen könnte sich das Verfahren allerdings in die Länge ziehen. Insbesondere dann, wenn Klagen von privater Seite aus geführt werden würden. Das möchte der Steinbruchbetreiber jedoch ausschließen. „Das sind Forderungen, die nicht in unserer Hand liegen,“ kommentierte Nußdorfs Bürgermeister Sepp Oberauer den Wunsch. Abgesehen davon müssten sich die Parteien dann auch noch über einstehende Zusatzkosten einigen. Daher wollen die Zementwerke nur noch über Varianten sprechen, die sich innerhalb der rechtsgültigen Genehmigung bewegen.

Schließlich werden die Arbeiten im Steinbruch planmäßig fortgesetzt, berichtete Susanne Grandauer. Zunächst wird der Abraum über den bestehenden Forstweg noch bis Ende 2018 abtransportiert. Früher als zunächst angenommen, würde man dann schon auf den begehrten Kalkstein stoßen. Allerdings wird dieser im Rahmen der Betriebserlaubnis über die Bermen gestürzt. Heuer sollen noch rund 20 000 Tonnen Abraum abtransportiert werden. Für die folgenden 25 Jahre sei dann der Abbau von 200 000 bis 250 000 Tonnen pro Jahr geplant. Ein Enddatum konnten die Steinbruchspezialisten jedoch nicht nennen. In den Abbau wird auch die Garwand einbezogen, die „schon bald“ fallen wird. Zum einen aus Sicherheitsgründen und zum anderen wolle man sich auch nicht diese Lagerstätte entgehen lassen.

Nach 25 Jahren werden dann die Bermen als sichtbares Zeichen des Abbaus zu sehen sein. Struktursprengungen würden nur dann in Frage kommen, wenn Gewerbeaufsichtsamt und Landratsamt ihre Zustimmung geben würden. Das wäre bislang aber nur in wenigen Steinbrüchen der Fall gewesen. Zwischenzeitlich gab es eine Eingabe der Grünen-Fraktion im Bayerischen Landtag. Die Stellungnahme des Umweltministeriums dazu war auch eindeutig, so würde man dort die angezweifelten Höhenangaben als nicht strittig sehen, wie Oberauer berichtete. Hauptbetroffene in der Gemeinde sind die Anwohner von Überfilzen. So wurden Überlegungen zu alternativen Transportwegen angestellt, aber auch diese sind mit der Betonstraße Tiefenbachweg und Innauen Straße durch das Genehmigungsverfahren geregelt.

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