Aus dem Gemeinderat

Simssee: Wer ist schuld am hohen Phosphat-Wert im Wasser?

Die Verschlechterung der Wasserqualität beschäftigt derzeit mehrere Gemeinden. Zuletzt auch Prutting.
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Die Verschlechterung der Wasserqualität beschäftigt derzeit mehrere Gemeinden. Zuletzt auch Prutting.
  • Tina Blum
    vonTina Blum
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Die Wasserqualität des Simssees ist ein heiß diskutiertes Thema in mehreren Gemeinden. Vor allem die Landwirte rund um den See stehen in der Kritik, dass die Gülle von den Feldern direkt in das Wasser laufen soll. Diese weisen die Kritik aber zurück. Doch das sehen viele Bürger anders.

Prutting– So erreichte auch die Gemeinde Prutting ein Schreiben eines Bürgers, in dem er auf dieses Thema aufmerksam macht. Bei der jüngsten Sitzung des Gemeinderates verlas Bürgermeister Johannes Thusbaß (CSU) das Schreiben dem Gremium.

Aktionsgruppe „sauberer Simssee

Zweiter Bürgermeister Dr. Mathias Huber (CSU) berichtete daraufhin vom Termin mit der Aktionsgruppe „sauberer Simssee“. Der Seebesitzerverband Simssee, Vertreter der anderen angrenzenden Gemeinden sowie das Wasserwirtschaftsamt Rosenheim waren bei dem Treffen dabei. Zwar sei die Badewasserqualität bis dato einwandfrei, allerdings enthalte der See zu viel Phosphat, was auf das Gülleausbringen auf den umliegenden Feldern zurückgeführt werden könne. In dieser Angelegenheit bestehe dringender Handlungsbedarf. Huber berichtete, dass Prutting hierdurch allerdings nicht betroffen sei, da es im Gemeindegebiet keine landwirtschaftlichen Felder gebe, die direkt an den See grenzen. Dazwischen verlaufe noch die Bahnlinie. Stärker betroffen seien besonders die Gemeinden im östlichen Bereich des Simssees. Bürgermeister Thusbaß merkte auch an, dass wir jedoch nicht jenen die Schuld zuschieben dürfen, die sich die letzten Jahre schon am meisten um den Simsseer Seenschutz kümmern. Die Landwirte stünden im regelmäßigen Austausch mit der vom gemeindlichen Zweckverband beauftragten Firma und hier gäbe es auch große Fortschritte.

Besonders auffällig sei jedoch auch, dass die Wasserqualität in Trockenjahren deutlich besser ist, als in niederschlagsstarken Jahren.

Thusbaß berichtete, dass die Wasserqualität des Simssees bereits seit Jahren überwacht wird und bislang keine Minderung der Wasserqualität festgestellt werden konnte. Huber erklärte daraufhin, dass auch laut Auskunft des Wasserwirtschaftsamtes keine „negativen Einflüsse“ aus dem Gemeindegebiet Prutting  in den See kämen. Selbst wenn sich die Wasserqualität doch verschlechtern sollte, könne die Gemeinde Prutting keinen Einfluss nehmen.

„Von Jahr zu Jahr schlechter“

Gemeinderat Stefan Schöne (FWB) berichtete, dass er seit 30 Jahren regelmäßig im Simssee schwimme und er dabei beobachte, die Wasserqualität von Jahr zu Jahr schlechter werde. Ihm sei auch zu Ohren gekommen, dass der See vor einigen Jahren deswegen fast gesperrt worden wäre. Auch sein Verdacht fiel auf die Landwirte: Früher seien die Wiesen dreimal jährlich gemäht, heutzutage sechsmal.

Der Gemeinderat nahm die Information zur Kenntnis. Einen Beschluss dazu gab es nicht.

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