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Keine Bahnhaltestelle für die Gemeinde

Die Stephanskirchener hätten gerne ihren eigenen Bahnhof - für die zahlreichen Pendler und Schüler aus dem Ort und um die Gemeinde wenigstens etwas vom Durchgangsverkehr zu entlasten. Dem Projekt stehen allerdings zahlreiche Hürden im Weg, über die jetzt Florian Liese von der Obersten Baubehörde den Gemeinderat in jüngster Sitzung informierte.

Stephanskirchen - Zwei Minuten - an dieser kleinen Zeitspanne scheitert das Projekt Bahnhaltestelle derzeit. Um Stephanskirchen zusätzlich zu bedienen, würde sich die Fahrzeit auf der Strecke um zwei Minuten verlängern. Nicht viel, aber es reicht, um den gesamten Betriebsablauf zu stören. Da der Anschlussknoten Rosenheim nicht veränderbar sei, müsse die Fahrzeitverlängerung in Richtung Salzburg "geschoben" werden, erklärte Florian Liese. Doch dann würden zahlreiche Umsteiger ihre Anschlusszüge verpassen - beispielsweise in Traunstein den Zug Richtung Traunreut oder in Freilassing die Verbindung nach Berchtesgaden.

Grundsätzlich eigne sich die Gemeinde aber durchaus für eine Bahnhaltestelle, erklärte Liese. Auf der Pro-Seite steht demnach unter anderem die Lage im Pendelbereich eines Oberzentrums (Rosenheim) und in einer Wachstumsregion. Auch das gute Zugangebot mit mindestens stündlicher Verbindung und die hohe Anzahl der Arbeitsplätze im Umkreis sprechen für die Haltestelle. Eine erste Hochrechnung ergab eine zu erwartende Zahl der Ein- und Aussteiger von 460 pro Werktag - durchaus ausreichend, sagte Liese.

Käme eine Bahnhaltestelle, müssten in Stephanskirchen zwei barrierefreie Außenbahnsteige gebaut werden, Kostenpunkt rund 2,4 Millionen Euro. Die müsste allerdings die Bahn bezahlen. Die Gemeinde wäre nur für benötigte Parkplätze, Fahrradstellplätze und Bushaltestellen zuständig.

Doch derzeit gebe es keine Realisierungsperspektive, betonte Liese. "Wir können das Projekt aber weiter im Auge behalten, wenn Sie das wollen", bot er den Räten an. Daraufhin betonten mehrere Gremiumsmitglieder, dass die Haltestelle dringend gewünscht sei und man das Projekt nicht einfach vergessen wolle.

Margit Sievi (SPD) sprach von einer "großen Erleichterung bei unserer angespannten Verkehrslage" durch eine Bahnhaltestelle und regte an, zwischen Stephanskirchen und Rosenheim einen Dieseltriebwagen verkehren zu lassen, ähnlich wie zwischen Aschau und Prien. Diesem Vorschlag erteilte Liese eine klare Absage. "Die zusätzlichen Zugkilometer durch eine eigene Bahn würden extrem teuer, das rechnet sich nicht." Außerdem fürchtete er, dass viele Pendler davon abgeschreckt würden, in Rosenheim umsteigen zu müssen.

Gerhard Scheuerer (Parteifreie) warf Liese vor, die Fahrplanprobleme nur vorzuschieben, weil das Projekt zu viel Geld koste. Dem widersprach Liese vehement: "Geld wäre genug da! Die Fahrplanprobleme sind tatsächlich ausschlaggebend, die lösen Sie nicht einfach so per Knopfdruck."

Steffi Panhans (SPD) fragte nach der Realisierbarkeit zu einem späteren Zeitpunkt. Denn laut Liese kann sich immer noch eine Änderung ergeben, etwa eine Ertüchtigung der Strecke, durch die Züge schneller fahren könnten, oder eine große Fahrplanumstellung. In solchen Fällen könnte sie doch noch kommen, die Bahnhaltestelle in Stephanskirchen. Doch wie groß diese Chance ist, wagte Liese nicht einzuschätzen.

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