Keime im Vogtareuther Trinkwasser entdeckt

Rohrbruch oder Starkregen: Noch ist die Ursache für die Keimbelastung nicht bekannt.
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Rohrbruch oder Starkregen: Noch ist die Ursache für die Keimbelastung nicht bekannt.

Bürger in Teilen von Vogtareuth sollen bis auf Weiteres ihr Trinkwasser abkochen. Das teilte das Landratsamt Rosenheim mit. In einer Stichprobe waren Enterokokken und Coliforme Keime nachgewiesen worden, so der Wasserbeschaffungsverband Vogtareuth. Diese Bakterien können bei Menschen mit stark geschwächtem Immunsystem Infektionen auslösen.

Von Anna Hausmann

Vogtareuth/Rosenheim – .

Chlor für das gesamte Wassernetz

Nach Angaben des Wasserbeschaffungsverbandes gilt die Abkochverfügung für den Hauptort Vogtareuth. Betroffen sind auch die Ortsteile und Straßen Am Kapellenfeld, Kapellenweg, Kreuzstraße, Haid, Eglham, Gewerbegebiet, Winkl, Ried, Lueg und Weikering Hausnummer 9, 15 und 17. Die genaue Anzahl der Haushalte ließe sich allerdings nicht beziffern. Entwarnung gibt es für die Schön-Klink und Reuther Feld: Diese erhielten ihr Trinkwasser aus der gemeindlichen Wasserversorgung, so der zweite Gemeinde-Bürgermeister Johann Bürger-Schuster. „Das Ganze müssen wir detailliert angehen.“ Das Wasserwirtschaftsamt und das Landratsamt werden über weitere Maßnahmen entscheiden.

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Ursache ist noch unbekannt

Noch ließe sich über die mögliche Ursache der Keime nur mutmaßen, so Josef Oberberger, Vorsitzender der Wasserbeschaffungsverband Vogtareuth. Die Starkregenfälle der vergangenen Tage könnten ein Grund für die Keimbelastung sein, das Wasser sickere zu schnell in den Untergrund. Zudem hätte es kürzlich einen Rohrbruch gegeben. Dieser sei bereits behoben. „Es kann gut sein, dass über beide Wege Keime ins Wasser gekommen sind“, sagt Oberberger. Wie weit der Normalwert überstiegen wurde, wollte er auf Nachfrage nicht sagen: „Es gibt keinen Grund zur Panik. Jeder Badesee hat mehr Keime als das Wasser aus der Leitung.“ Bei den Werten könnte es sich schlichtweg um eine Momentaufnahme handeln. Zuletzt hätte der Wasserbeschaffungsverband im Jahr 2016 starke Verkeimungen gemessen. Damals habe der Verband eine UV-Anlage installiert: Die ultravioletten Strahlen töteten die Bakterien für gewöhnlich im Wassernetz ab. Der Verband chlore derzeit das gesamte Wassernetz – wie lange sei noch unklar. „Je mehr Wasser verbraucht wird, desto schneller verteilt sich das Chlor im Netz und gelangt zum Endverbraucher.

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Wasser fünf Minuten lang kochen lassen

Nach einigen Tagen werde erneut eine Probe entnommen, um zu sehen, ob das Wasser den kritischen Wert unterschritten hat. Ende der Woche wisse man wahrscheinlich schon mehr. Bis dahin sei das Abkochen eine reine Vorsichtsmaßnahme, betont Oberberger.

Das Gesundheitsamt in Rosenheim rät den betroffenen Haushalten, das Wasser mindestens fünf Minuten lang sprudeln aufkochen zu lassen. Danach sollte es wiederum für zehn Minuten stehen. Erst so könnte das Wasser wie gewohnt zum Trinken oder zur Zubereitung von Getränken oder von Nahrung verwendet werden. Auch beim Abwaschen von Salaten, Gemüse oder Obst gilt Vorsicht, sowie beim Spülen von Gefäßen oder Geräten, in denen Lebensmittel aufbewahrt oder zubereitet werden. Das Wasser darf an keine Wunde gelangen. Kälte tötet die Keime allerdings nicht: Zum Herstellen von Eiswürfeln muss das Wasser vorerst abgekocht werden.

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