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Krippen in der Kiefer

Kaum ein Ort zelebriert die Darstellung der Geburt Christi so sehr wie Kiefersfelden

Die Krippenbauer Sepp Horn (oben) und Toni Böck bei der Arbeit (Foto Hoffmann)
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Die Krippenbauer Sepp Horn (oben) und Toni Böck bei der Arbeit.
  • VonRoland Schmidt
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  • Franz Hoffmann
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Die Weihnachtsgeschichte mit Krippen, Figuren und Veranstaltungen lebt jedes Jahr in der Adventszeit in der Kiefer auf. Schon im Jahre 1822 erfuhr die Kieferer Kirchenkrippe ihre erste amtliche Erwähnung, als von „volkstümlicher Schaufreude“ und einer ungeheuren Weihnachtskrippe die Rede war, die die Hälfte der damaligen Kirche ausfüllte.

Kiefersfelden – Mit dieser Tradition lebt der Grenzort zu Tirol also seit Jahrhunderten und er füllt sie immer weiter aus. So entstanden im bayerischen und Tiroler Inntal über mehrere Jahrhunderte hinweg bis in die heutige Zeit viele mit Liebe und handwerklicher Kunst gefertigte Krippen verschiedenster Formen und Stilrichtungen, kleine und große, alte und moderne, wahre Kunstwerke und handwerkliche Meister- und Liebhaberstücke. Sie alle bezeugen die dörfliche Gläubigkeit und Tradition, in der staaden Zeit Advent und Weihnachten zu feiern.

Herbergssuche von Maria und Josef und am Heiligen Abend

Die Liebe zu den Krippen blieb in Kiefersfelden immer offensichtlich. Bereits vor 35 Jahren wurde von den Kieferer Krippenfreunden die Idee einer bayrisch-orientalischen Landschaftskrippe, die zeitlich genau auf das überlieferte biblische Geschehen abgestimmt ist, umgesetzt.

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Mit fünf verschiedenen Bildern und jeweiligen neuen Perspektiven stetig aktualisiert, zeigt sie am ersten Adventssonntag die Herbergssuche von Maria und Josef und am Heiligen Abend die feierliche Krippenlegung. Ab dem ersten Tag des neuen Jahres sind Königszug und der Kindermord von Bethlehem zu sehen, fünf Tage später beten dann die Heiligen Drei Könige das Jesuskind an und schließlich folgt am 15. Januar die letzte Szene mit der Abreise der Heiligen Drei Könige und der Flucht von Maria und Josef mit dem Jesuskind nach Ägypten. Die Krippe wird erst am 2. Februar (Maria Lichtmess) wieder abgebaut.

Krippenbauer Roland Schmidt legt letzte Hand an.

So schauten auch heuer wieder die Krippenfreunde aus der Region erwartungsfroh nach Kiefersfelden, denn es wurde viel Neues geboten. So war in der Kieferer Krippe in der alten Pfarrkirche zwischen dem 1. und 2. Adventsonntag eine neue Szene zu sehen, eine leere Krippenlandschaft, nur bevölkert von Hirten, Schafen und Stadtbewohnern. Diese Erweiterung soll die Schönheit der reinen Krippenlandschaft würdigen und den Besuchern noch mehr Abwechslung in den zeitlichen Ablauf des weihnachtlichen Geschehens bringen.

Mannshohe Figurenkrippe von Professor Emil Hipp

Die Ausstellung in den Fenstern des Pfarrheimes ist ein besonderer Höhepunkt des Kiefersfeldener Krippenweges. Über die volle Länge der Fensterfront von rund 15 Metern ist die komplette Simultan-Krippe der Seffi Pichlmair aus Bernau zu sehen, die aus Platzgründen bisher nur in einzelnen Abschnitten gezeigt werden konnte. Das Auge erfreuen die Szenen zu Mariä Verkündigung, der Gang zur Base Elisabeth, das Zimmermannshaus in Nazareth, die Herbergssuche, die Geburt mit Anbetung durch Hirten und Könige, verschiedene Abschnitte der Flucht nach Ägypten, der Markt in Jerusalem, der Besuch des zwölfjährigen Jesus im Tempel und die Hochzeit von Kanaan, ausgefüllt mit einer Fülle prachtvoller Figuren, Schafe, Kamele, Pferde sowie letztlich eine beeindruckenden Krippenlandschaft mit imposanten Gebäuden. Die Ausstellung, die nur von außen zu betrachten sein wird, endet voraussichtlich am Fest der Heiligen Drei Könige am 6. Januar.

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Ein weiteres weihnachtliches Highlight ist die aufgestellte, mannshohe Figurenkrippe von Professor Emil Hipp, kurz „Hipp-Krippe“ in der Pfarrkirche Heilig Kreuz sowie der abends mit Kerzen und Leuchten stimmungsvoll illuminierte Weg zur Alten Pfarrkirche auf dem Bergfriedhof, wo auch die bayrisch-orientalische Landschaftskrippe zu sehen ist. Ob es in der Alten Pfarrkirche dann am Heiligen Abend auch noch die traditionelle feierliche Krippenlegung im gewohnten Rahmen mit musikalischer und gesanglicher Untermalung geben wird, war coronabedingt bi Redaktionsschluss noch nicht absehbar.

Kurapotheke bildet Leben in einem Bergdorf nach

Auf eine lange Krippentradition blicken das altbayerische und Tiroler Inntal und dort besonders Kiefersfelden zurück. So wurde mit der Aufstellung von Hauskrippen seit jeher ein Mittelpunkt für die Weihnachtsfeier in der Familie geschaffen. Um diese Stimmung auch nach außen zu tragen, initiierte Roland Schmidt vom „Kieferer Bündnis für Familien“ den ersten Krippenweg.

Szenenkrippe mit Maria, Josef und dem Jesuskind auf der Flucht.

Schnell waren Krippenfreunde aus dem Ort und dem Inntal beidseits der Grenze zum Mitmachen bereit und dann, von Dezember 2010 bis Januar 2011, wurden erstmals in den Schaufenstern und Hauseingängen von Kieferer Geschäften und Firmen rund 50 Exponate in der stimmungsvollen Umgebung der Dorfstraße aufgestellt, zum Anschauen und auch um sich auf das kommende Fest einzustimmen, denn „nichts bringt Jung und Alt mehr in Advents- und Weihnachtsstimmung, als liebevoll gestaltete Krippendarstellungen“, so der Initiator.

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Besonders beliebt bei den jüngeren Besuchern ist die große Figurenwelt in der örtlichen Kurapotheke. Dort wird das Leben in einem Bergdorf nachgebildet, mit Hunderten von Figuren und Details, was ein ewiges Schauen und Entdecken verspricht.

Stilkrippen, Fasskrippen, Korbkrippen, Amphorenkrippen, Naturkrippen

Mit viel Liebe und handwerklicher Kunst entstanden über viele Jahre bis in die heutige Zeit im Inntal Krippen verschiedenster Formen und Motive. Auch heuer räumen wieder viele Ladenbesitzer der Dorfstraße ihre Schaufenster frei für die über 40 Krippen, die ausgestellt werden. Krippenfreunde aus Tirol und Altbayern stellten dazu ihre wertvollen Krippen zur Verfügung und jede einzelne ist genau beschrieben und die Herkunft erläutert.

Der Krippenweg in Kiefersfelden.

Welche Krippen in welche Schaufenster kommen, lässt sich im Voraus nicht bestimmen, das ergibt sich erst beim Aufstellen vor Ort und den zur Verfügung stehenden Räumlichkeiten. Zu sehen ist auf dem Weg die gesamte Bandbreite der Krippenformen wie Stilkrippen, Fasskrippen, Korbkrippen, Amphorenkrippen, Naturkrippen und noch einige mehr. Natürlich werden auch die alpenländischen und orientalischen Krippen nicht vergessen. Gezeigt wird alles an weihnachtlichen Darstellungen, von der Schülerkrippe über liebevolle Laiendarstellungen bis zur hohen Krippenkunst und das bis 6. Januar täglich bis in den späten Abend hinein.

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