Erweiterung genehmigt

Kampf gegen Belästigung durch pfeifende Züge in Rohrdorf

Das Schild für das Pfeifsignal der Lok steht in Rohrdorf oft nur Meter neben den Wohnhäusern, so wie hier an der Rosenheimer Straße.
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Das Schild für das Pfeifsignal der Lok steht in Rohrdorf oft nur Meter neben den Wohnhäusern, so wie hier an der Rosenheimer Straße.
  • vonJohannes Thomae
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Nichts unversucht lässt der Gemeinderat, um seinen Bürgern die Belästigung durch die zu fast jeder Tages- und Nachtzeit pfeifenden Züge zu ersparen. Auch das Zementwerk unterstützt die Bemühungen nach Möglichkeit.

Rohrdorf – Zum Beispiel auch bei der letzten Gemeinderatssitzung. Hier wurde über einen Antrag des Zementwerks entschieden, bei den Zementmühlen eine Erweiterung vorzunehmen. Ein wesentliches Entscheidungskriterium für das Ratsgremium war, ob durch die Erweiterung der Zugverkehr Richtung Zementwerk verstärkt würde.

Dr. Benjamin Geller, der Werksleiter des Zementwerks (Plus-Artikel OVB-Online), bekam zu diesem Punkt ein Rederecht eingeräumt. Er schloss zunehmenden Zugverkehr im Zusammenhang mit der Erweiterung definitiv aus, denn damit sei keine Produktionssteigerung verbunden.

Schnelle Lösung muss her

Die Gemeinderäte nützten aber die Anwesenheit des Werksleiters auch, um die Tagesordnung kurz zu verlassen und das Problem mit den pfeifenden Zügen noch einmal grundsätzlich „an den Mann“ zu bringen. So betonte zum Beispiel Rupert Stocker (Bürgerblock) dass die Gemeinde ein hervorragendes Verhältnis zum Zementwerk habe, dass das Problem mit der Lärmbelästigung aber unbedingt eine schnelle Lösung (Plus-Artikel OVB-Online) brauche. Eine Feststellung, die von der an diesem Sitzungstag zahlreichen Zuhörerschaft mit lautem Klatschen bestätigt wurde.

Zugverkehr fast rund um die Uhr

Anette Wagner (Bürgerblock) fügte hinzu, dass Zugverkehr und damit Pfeifen derzeit von 5.45 bis 23.30 Uhr festzustellen seien. In einem ersten Schritt sei, so die Meinung des Rates, sei schon viel gewonnen, wenn der Zugverkehr auf die Zeit von 8 bis 20 Uhr beschränkt werden könnte.

Mittelfristig, so betonte Stocker, müsse man aber zusammen mit dem Zementwerk darauf drängen, dass die Bahnübergänge in Rohrdorf durch Schranken gesichert, das Pfeifen damit überflüssig gemacht werde.

Gemeinde und Zementwerk im Gespräch

Bürgermeister Simon Hausstetter (Bürgerblock) erklärte dazu, dass er zeitnah erneut ein Gespräch mit dem Zementwerk über das Problem habe. Dieses Gespräch hat mittlerweile stattgefunden. Wie Hausstetter erklärt, sieht sich das Zementwerk außer Stande, den Zugverkehr zeitlich zu beschränken, da das Werk keinen Einfluss auf die Fahrtzeiten der Bahn habe. Nichtsdestotrotz sei man dort aufgeschlossen und nach wie vor mit der Gemeinde um Lösungen bemüht.

Arbeitskreis Lärmschutz eingerichtet

Dies sei, so der Bürgermeister, zumindest eine gute Voraussetzung für den Arbeitskreis Lärmschutz, den die Gemeinde mittlerweile eingerichtet hat. Dieser Arbeitskreis, der aus Mitgliedern aller Fraktionen sowie aus zwei Bürgern besteht, hat sich vor Kurzem zum ersten Mal getroffen. Seine Aufgabe ist es, Gemeindeverwaltung und -rat beim Bemühen gegen den Bahnlärm zu unterstützen.

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