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Nach Freiwilligendienst in Luxemburg

Junge Menschen für die EU begeistern: Lea Sanne aus Stephanskirchen ist Jugendbotschafterin

Lea Sanne ist Jugendbotschafterin der EU („EuroPeer“) und hat sich im September mit anderen Jugendbotschaftern aus ganz Europa in Rom getroffen, um sich auszutauschen.
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Lea Sanne ist Jugendbotschafterin der EU („EuroPeer“) und hat sich im September mit anderen Jugendbotschaftern aus ganz Europa in Rom getroffen, um sich auszutauschen.
  • Alexandra Schöne
    VonAlexandra Schöne
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Lea Sanne (21) aus Stephanskirchen will junge Menschen für die EU und deren Erasmus-Förderprogramme begeistern. Deshalb ist sie „EuroPeer“, eine Art Jugendbotschafterin. Zum heutigen Start der Erasmus-Tage spricht sie über ihre Beweggründe und warum die EU wichtig ist.

Stephanskirchen – Als Lea Sanne 2018 mit dem Abitur fertig war, stand sie vor der Frage, die sich alle Schulabsolventen stellen: Und jetzt? „Für die Uni habe ich mich einfach noch nicht bereit gefühlt“, erinnert sie sich. Sie wollte sich erst orientieren, sich irgendwo engagieren.

Lea Sanne recherchierte sich im Internet durch die gefühlt Tausend Möglichkeiten, die es für junge Menschen gibt. Und stieß zufällig auf die Erasmus+-Programme der Europäischen Union. Diese unterstützt damit Menschen, die für verschiedene Projekte oder zum Studieren ins europäische Ausland gehen wollen.

Mit Kindern in Luxemburg gearbeitet

Die Stephanskirchnerin bewarb sich für ein Freiwilligenprojekt beim Luxemburger Roten Kreuz. Dieses ist Träger von verschiedenen Kitaeinrichtungen. Lea Sanne arbeitete zehn Monate lang als Chefredakteurin des Kindermagazins „Die Kunterbunte“, das sie zusammen mit Kindern aus Luxemburger Nachmittagsbetreuungen erstellte. „Ich habe mit den Kindern Artikel geschrieben oder Texte über sie und ich habe Projektwochen gestaltet“, erzählt sie. „Das war eine unfassbar tolle Zeit.

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Lea Sanne lernte Menschen aus verschiedenen Nationen kennen, arbeitete mit Kindern, die dreisprachig aufwachsen. Sie besuchte die zahlreichen EU-Institutionen, die in Luxemburg ihren Sitz haben. Und nach und nach entstand in ihr „ein europäisches Nationalbewusstsein“.

Europa selbst gestalten

Europa und die EU, das seien für sie in der Schule immer nur abstrakte Konstrukte gewesen. Man lernte darüber, aber „das war alles sehr weit weg, sehr fern“. Nicht wirklich greifbar. Ihre Erfahrungen in Luxemburg hätten ihr die Augen geöffnet. „Man ist selbst ein Teil von Europa und man kann es beeinflussen und gestalten“, sagt sie.

Und weil sie dieses Bewusstsein an andere junge Menschen weitergeben will, ist Lea Sanne „EuroPeer“ geworden. Das ist so etwas wie eine Jugendbotschafterin der EU. „EuroPeer“ können junge Menschen bis 26 Jahren werden, die von dem EU-Programm Erasmus-Jugend profitiert oder einen Einsatz im Europäischen Solidaritätskorps im Ausland geleistet haben.

Workshops und Ausstellungen organisieren

Lea Sanne will Schulen besuchen und dort über die EU und ihre Programme informieren. Sie hat vor, Workshops zu organisieren und Ausstellungen zum Thema Europa in Jugendvereinen zu gestalten. Wegen der Pandemie ging das alles bisher nicht.

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Die 21-Jährige studiert mittlerweile Germanistik, Geografie und Geschichte fürs gymnasiale Lehramt in Bamberg. Dort plant sie, im Frühjahr mit Schulabsolventen zu sprechen, um Informationen über Erasmus leicht für diese zugänglich zu machen. Auch Info-Stände auf Berufs- und Orientierungsmessen in München und Bamberg kann sie sich vorstellen.

Wertegemeinschaft der EU behalten

Das Ziel: Jungen Menschen Europa und die EU nahe bringen, bevor Vorurteile entstehen können. Denn Euroskepsis ist in der EU inzwischen weit verbreitet. Die AfD fordert bereits einen „Dexit“ nach dem Brexit. Die Deutschen Historischen Institute in London, Rom und Warschau sowie das Hamburger Institut für Sozialforschung untersuchen in einem mehrjährigen Forschungsprojekt euroskeptische Bewegungen und ihre historischen Wurzeln.

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Lea Sanne sieht vor allem die Vorteile, welche die EU mit sich bringe: internationale Vernetzung oder auch Werte wie Demokratie, Solidarität, Rechtsstaatlichkeit und Frieden. Dass diese nicht verloren gehen, dafür will sie sich als „EuroPeer“ einsetzen.

Das steckt hinter Erasmus+:

Erasmus+ ist ein Förderprogramm der Europäischen Union. Sie unterstützt damit Projekte im Bildungs-, Sport- und Jugendbereich. Ziel ist, einen gemeinsamen europäischen Bildungsraum zu schaffen. Besonders bekannt ist das Austauschprogramm von Erasmus. Es ermöglicht Studenten, einen mehrere Monate langen Aufenthalt an einer Universität innerhalb der EU oder ein Praktikum zu absolvieren. Zwischen 2021 und 2027 investiert die Europäische Union rund 26 Milliarden Euro in Erasmus+. Bei den Programmen können Menschen aus allen Altersgruppen und Gesellschaftsschichten teilnehmen. Auf dem Infoportal unter www.solidaritaetskorps.de gibt es eine Anleitung zur Projektsuche und -bewerbung in Deutschland. Der Jugendbereich des Programmes heißt Erasmus+Jugend. Dazu gehört auch das Projekt „EuroPeers“, das es seit 16 Jahren gibt. Unter www.europeers.de kann man sich über Projekte der Jugendbotschafter informieren und sie für Veranstaltungen buchen.

Drei Tage Erasmus feiern:

Die Erasmus-Tage finden heuer zum fünften Mal vom 14. bis 17. Oktober in Europa und auf der ganzen Welt statt. Neben Veranstaltungen vor Ort gibt es auch Aktionen im Internet und auf Social Media. Das Programm ist unter www.erasmusdays.eu einsehbar. In der Region organisieren die TH Rosenheim und das Gymnasium Bad Aibling Aktionen.

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