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Lass das Kind im Dorf

Damit sie bleiben: Jugendliche sollen sich mit der Gemeinde Samerberg identifizieren

Jugendbeauftragter und Gemeinderatsmitglied Christian Bauer präsentiert stolz eine neue Tischtennisplatte am Naturbad.
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Jugendbeauftragter und Gemeinderatsmitglied Christian Bauer präsentiert stolz eine neue Tischtennisplatte am Naturbad.

Wie hält man die Jugendlichen im Ort? Für Jugendbeauftragten Christian Bauer ist klar: die Jugendlichen müssen sich mit der Gemeinde Samerberg identifizieren, denn so wird Verbundenheit geschaffen. Deswegen setzt er sich als Gemeinderat für die jungen Erwachsenen ein.

Samerberg – „Wenn die Jugend fehlt, fängt ein Dorf an zu sterben“, sagt Christian Bauer, Jugendbeauftragter der Gemeinde Samerberg. Und „fehlen“ bedeutet für ihn schon, wenn die Jugendlichen sich nicht so recht für das dörfliche Leben interessieren. Das Resultat sei schließlich, dass sie als junge Erwachsene aus dem Dorf abwandern und nach Ausbildung oder Studium auch nicht mehr in ihre alte Heimat zurückkommen, weil ihnen schlicht die Identifikation fehle.

Identifikation schafft Verbundenheit

Ein „Das-ist-Meins-Gefühl“ zu erzeugen, sei der Schlüssel und erzeuge die Bereitschaft Verantwortung zu übernehmen, so Bauer. Er berichtet von einer Aktion zu seiner Grundschulzeit: „Damit der Bach nicht veralgt, hat jeder Schüler dort einen Busch als Schattenspender gepflanzt.

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Meine Pflanze hat es leider nicht geschafft, aber mein Jugendfreund schaut heute noch beim spazieren gehen nach seinem Busch. Wehe, den würde jemand rausreißen“, lacht Bauer.

Beim Gespräch mit den OVB-Heimatzeitungen am Naturbad verweist Bauer als erstes auf die dort neu aufgestellte Tischtennisplatte. Sie glänzt im Sonnenlicht und ist in diesem Moment sein ganzer Stolz. Er hat die Platte samt Aufstellung organisiert. Als Gemeinderatsmitglied und Jugendbeauftragter gehört das quasi zu seinem Kerngeschäft. Und doch möchte er seinen Job nicht auf das Aufstellen von Spielgeräten und das Einrichten eines Jugendtreffs beschränken. Es geht um viel mehr!

Jugendraum muss von den Jugendlichen angenommen werden

Und so sollte es nach seiner Meinung laufen: Die Jugendlichen müssen mitreden und am besten selbst Hand anlegen dürfen. Sein Beispiel: „Der schönste Jugendraum bringt nichts, wenn man nicht einmal die Farbe der Wände verändern oder einen Nagel einschlagen darf, um was aufzuhängen.“ Auch jenseits der Gestaltung eines Jugendraumes müssten die jüngeren Gemeindemitglieder stärker einbezogen werden, findet Bauer.

Jugendpodcast für Kulturförderpreis nominiert

Eine Aktion, um die jungen Erwachsenen mitreden zu lassen, ist der von Bauer iniziierte Jugendpodcast „Irgendwas is oiwei“. Er ging vor einem Jahr das erste Mal auf Sendung. Sein Ziel war und ist, die gemeindlichen Themen jugendgerecht aufbereitet an diese Zielgruppe zu bringen.

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Die Samerberger Jugend soll motiviert werden, sich in ihrer Gemeinde zu engagieren und ihre Heimat mitzugestalten. Jetzt ist er für den Kulturförderpreis nominiert worden. „Des is direkt zum rot werd’n“ und „I hob mi echt g’freit wie a Schnitzel“, kommentiert er die Entscheidung seiner Gemeinderatskollegen. Es ist für ihn eine Bestätigung, dass seine Arbeit für die Jugend anerkannt wird.

Anliegen der Jugendlichen soll vorgetragen werden

Durch seinen Podcast möchte er einerseits die Themen und Entscheidungen des Gemeinderates verständlicher machen. Es soll aber keine Einbahnstraße bleiben. Er sieht seine Rolle als Jugendbeauftragter durchaus auch darin, die Anliegen der Jugend in den Gemeinderat zu tragen, möchte Ansprechpartner sein, als Brücke zu den Verantwortungsträgern. „Es muss in die Köpfe rein, dass nicht die Alten einfach alles bestimmen.“

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Christian Bauer kommt zugute, dass er Fachmann in Sachen Jugendarbeit ist. Seit 15 Jahren ist der studierte Sozialpädagoge in der Diakonie Rosenheim tätig. Da während der Pandemie keine direkten Kontakte möglich waren, musste auch er auf digitale Medien, eben Podcasts und Videos, umsteigen. Der Schritt zum Gemeinde-Podcast war deshalb schnell gemacht.

Selber gebürtiger Samerberg

Und er kann sich bestens in die Samerberger Jugendlichen hineinversetzen, gehörte er doch selbst einmal dazu. Der 37-jährige ist hier geboren und aufgewachsen, die Familie seit Generationen in der Gemeinde verwurzelt. Doch auch er hat für einige Jahre sein Dorf verlassen, um zu studieren und der Abgeschiedenheit am Berg, schlechter Mobilität und vielleicht auch ein wenig der heimatlichen Enge zu entkommen. Gemeinsam mit seiner Frau, ebenfalls Samerbergerin, ist er dann wieder zurückgekehrt und engagiert sich als Gemeinderat, „weil ich eine sehr schöne Kindheit und Jugend hatte und für meine Kinder das Gleiche erreichen möchte.“

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