Jubiläumsnockherberg in Neubeuern fällt (fast) aus: Generalprobe vor den Familien

Beim Nockherbergin Neubeuern blieb auch Pfarrer Christoph Rudolf (Markus Leitner, im Vordergrund) nicht verschont Riedl

Es war merkwürdig leer beim Jubiläumsnockherberg in Neubeuern. Im Saal beim Vornberger waren nur wenige Plätze besetzt. Was daran liegen könnte, dass der Nockherberg eine Generalprobe vor Familie und Freunden war, der Nockherberg selber wegen Corona abgesagt war.

Von Edith Riedl

Neubeuren – Die Aufführung wurde gefilmt und wird den Karteninhabern als Ersatz auf DVD angeboten. Die gezahlten Eintrittspreise sollen der Deckung der entstandenen Kosten dienen. Auf Wunsch werden die Karten aber erstattet.

Sebastian Berndt begrüßte die wenigen Zuschauen, die sich zur Generalprobe eingefunden hatten, so herzlich, als wäre der Saal voll und der Beifall dafür war ebenso begeistert.

Das Lied von der Freiheit Hans Nowaks

„Neubeuern zurück in der Zukunft“, so lautet der Titel des Singspiels. Ein Teufelchen zieht an den Seilen an denen Ex-Bürgermeister Nowak (Markus Leitner) hängt. Nowak erwacht, befreit sich und singt „Freiheit“ von Westernhagen. Der Stanglwirt (Thomas Grabl) kommt dazu und fragt ihn, wie es ihm wohl gehe. Nowak antwortet euphorisch: „Ich fühl mich leicht und frei. Ich war irgendwie die letzten zwei Jahre in der Luft gehängt, aber jetzt …“ und singt wieder „Freiheit… und nicht der Hähle, der mich quält“.+++

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Wahlplakate in die Wiese geschubst: Lacher

Der Bichibauer Sebastian Heibler (dargestellt von Dr. Mager) betritt die Bühne und meint: „Ja, ja, der Exbürgermeister, des war moi oana von de unsan, bürgernah, bis ihn seine guad Freind entsorgt haben.“

Dr. Mager (dargestellt von Sebastian Heibler) kommt dazu und beide überhäufen sich mit gegenseitigen Komplimenten.

„Du Wast, als Mitglied der Bürgernahen, findest du, dass die Bürgermeisterwahl fair abgelaufen ist, weil euer Kandidat in Altenmarkt ziemlich sabortiert worden ist? Die Frau Steinkirchner hat doch die ganzen Wahlplakate vom Schmid Martin in die Wiese geschubst, weil sie sein Gesicht nimmer sehen konnte“, fragt der Stanglwirt. Und der Dr. Mager meint dazu, dass sein Gesicht im Grünen lag und das hat sicher ein anderes Wählerkollektiv angezogen als vermutet.

Grüne bekommen ihr Fett weg

„Apropos Grüne – der Langweiler, äh Lingweiler Hubert hat beim Wahlkampf prominente Unterstützung gehabt. Der Hartmann hat beim Dorfwirt eine berauschende Rede vor sagenhaften fünfzehn Personen gehalten, aber bloß, wenn man die Ahnenbilder vom Vornberger in seiner Blauen Stube mitzählt“, außerdem, erzählt der Bichibauer weiter, „stellt’s euch vor, der ist einfach verschwunden, ohne zu zahlen. Gott sei Dank war der Kassier von der CSU unter den Gästen, der hat dann die offene Rechnung von dem Grünen aus der schwarzen Kasse beglichen.“

Gemeinsam an einer Breze ziehen

„Ist der Playboy-Club eigentlich aufgelöst worden“ wurde der Bichibauer gefragt. Und er antwortet: „Im Endeffekt nein, aber nur durch einen absolut letzten historischen Kraftakt vom Walter Schatt. Der hat mit einer flammenden Rede das einzigartig Bewahrenswerte des Vereins herausgestellt. Er hat gesagt, dass die ganze Sinnhaftigkeit des Vereins einzig und allein in seiner vollkommenen Sinnlosigkeit steckt.“

Der Stanglwirt ruft: „Da kommt unser neuer Bürgermeister… der Heiland!“ Bürgermeister Christoph Schneider (Fabian Berndt) erklärt in einem Lied seinem Papa seine Liebe zu Neubeuern und berichtet: „Ich bin gerade auf meiner bürgernahen Begehung um die Bedürfnisse der Generationen einzusammeln für die Zukunft – ich bin ja jetzt ein Bürgermeister aller Parteien“.

„Herr Bürgermeister, haben Sie einen Wunsch für die Gemeinderatswahl“, fragt Dr. Mager und Schneider antwortet: „Ich wünsche mir eine gute Mischung aus jung alt – alle Generationen – alle ziehen gemeinsam an einer Breze“.

„Apropos alt“, fragt der Bichibauer, „darf denn die Zur-Hörstin nochmal ran, oder ist ihr kommunalpolitischer TÜV schon abgelaufen wie beim Lukas Hans und beim Schwitteck Thomas?“

Der Pfarrer Christoph Rudolf (Markus Leitner) zieht ein mit dem Lied „Probier’s mal mit Gemütlichkeit“. Er hält dem Hansei das Kreuz hin und sagt: „Schau mal, da ist mir ein Zacken aus der Krone, äh aus der Dornenkrone gebrochen, kannst du den wieder hinmachen?“

„Du, Schneider, was ist mit unsrer Zukunft?“

Der Bichibauer fragt den Bürgermeister: „Du, Schneider, was ist jetzt eigentlich mit unserer Zukunft. Wir brauchen endlich mehr E-Tankstellen in Neubeuern“. „Damit sich der Smetka Pavel mit seinem Baustellenfahrzeug hinstellen kann?“, fragt Schneider.

Da kennt sich der Hansei aus: „Der Pavel fährt meistens am Sonntag in die Aiblinger Therme mit seinen Weibern. Dann stellt er sich mit seinem Baustellenfahrzeug auf die Parkplätze für die E-Autos, macht hinten die Tür auf, rollt die Kabeltrommel aus, steckt das Kabel ein und geht zum Baden“. „So ein Schlitzohr“, meint der Bichibauer, „der Pavel, der geht halt mit der Zeit …“, so wie Neubeuern an guten Tagen.

Bürgermeister Schneider singt: „An guten Tagen … schaun wir nach vorn und nicht zurück.“

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