Josef Gasteiger ist neuer Ansprechpartner für Oberaudorfer Senioren

Freut sich auf seine neue Aufgabe als Seniorenbeauftragter: Josef Gasteiger aus Oberaudorf.
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Freut sich auf seine neue Aufgabe als Seniorenbeauftragter: Josef Gasteiger aus Oberaudorf.

Gerade mal vier Jahre ist Josef Gasteiger in Oberaudorf zuhause, aber in seiner neuen Heimat fühlt er sich bereits pudelwohl: „Die Nachbarschaft ist wahnsinnig nett. Oberaudorf hat sehr viel zu geben“, sagt der 64-Jährige. Seit rund einer Woche ist er der neue Seniorenbeauftragte.

Von Barbara Forster

Oberaudorf – 2016 sind er und seine Frau von Haimhausen (bei München) hierhergezogen, um ihren Lebensabend in den Bergen zu verbringen. Jetzt, da sie beide in Rente sind, haben sie Zeit, etwas an die Gesellschaft zurückzugeben. „In einem fremden Ort muss man auf die Leute zugehen“, sagt Gasteiger. Und das tat er: Seit März ist er Wohnraumbeauftragter der Gemeinde Oberaudorf und seit rund einer Woche auch der neue Seniorenbeauftragte.

Die Lebensqualität auch im Alter erhalten

Schon von Anfang an haben sich Gasteiger und seine Frau in Oberaudorf sozial engagiert. Beide sind sie aktive Mitglieder der Bürgerhilfe und fahren einmal in der Woche zur Kieferer Tafel, wo sie Lebensmittel abgeben. „Das macht uns wahnsinnig Spaß“, so der 64-Jährige. Freude werde er mit Sicherheit auch in seinem neuen Ehrenamt haben, sagt er überzeugt. Sein Ziel: die Lebensqualität auch im Alter aufrechtzuerhalten. Dazu sei es auch wichtig, dass sich die Senioren in ihren eigenem Zuhause wohlfühlen. Als Wohnraumbeauftragter habe er die Aufgabe, nach Möglichkeiten zu suchen, dass ältere Leute auch im hohen Alter in ihren eigenen vier Wänden bleiben können. Das eine Amt bedingt das andere, sagt Gasteiger.

In seiner neuen Funktion als Seniorenbeauftragter möchte der 64-Jährige vieles anpacken, zum Beispiel eine altersgerechte Verkehrsplanung für Oberaudorf. „Die Straßen sollten so gestaltet werden, dass die Senioren sie angstfrei überqueren können.“ Verbesserungswürdig ist in seinen Augen zum Beispiel die Rosenheimer Straße. Durch die schnelle Befahrung der Staatsstraße bestehe durchaus eine Gefahr für Senioren und auch Kinder.

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Des Weiteren möchte Gasteiger, sobald es coronabedingt wieder möglich ist, Sprechstunden anbieten. „Die Leute sollen zu mir kommen“, sagt er. Als Seniorenbeauftragter sieht er sich als Sprachrohr der älteren Generation. „Die brauchen einen Ansprechpartner, die wollen was erzählen.“

Über 40 Jahre hat er als Kriminalbeamter beim Landeskriminalamt in München gearbeitet. Immer schon hatte er viel mit Menschen zu tun, musste zuhören, einfühlsame Gespräche führen. Gasteiger hofft, dass ihm seine Erfahrungen in seinem früheren Job nun dabei helfen, schnell mit den Senioren in Dialog zu treten. Er möchte auch die Sicht der älteren Menschen kennenlernen, Spaziergänge anbieten oder Kooperationen mit sozialen und kirchlichen Einrichtungen starten. Auch Stammtische hält er für denkbar. „Das muss man alles wachsen lassen“, sagt Gasteiger. Gerade jetzt in Corona-Zeiten. Da sollte man schon Vorsicht walten lassen im direkten Umgang mit den Senioren. Umso wichtiger sei es dann aber auch, für die älteren Leute einen sozialen Treffpunkt zu schaffen. Ob Stammtische oder Kaffeekränzen – „das muss man situativ entscheiden.“ Hauptsache, die Senioren fühlen sich nicht alleine gelassen. „Mit Sicherheit hinterlässt Corona seine Spuren“, ist der Seniorenbeauftragte überzeugt. Und da gilt es anzusetzen. Gasteiger, der am Telefon begeistert von seinen Visionen erzählt, ist ein Menschenfreund. Er mag nette Gespräche, und er mag es zu helfen: „Es gibt für mich nichts Schöneres als Leute zu unterstützen.“

Seebacher: Gasteiger ist der „ideale Mann“

Wenn Gasteiger mal nicht gerade sozial engagiert ist oder mit Enkelin Veronika Zeit verbringt – mittlerweile ist auch seine Tochter samt Familie nach Oberaudorf gezogen –, ist er in den Bergen zu finden oder in seinem heimischen Garten. Auch Radfahren und Fotografieren gehören zu seinen Leidenschaften. „Oberaudorf bietet alles, was man braucht“, sagt der 64-Jährige. Ob Bäcker oder Blumenladen – all das sei in unmittelbarer Nähe. Seine Entscheidung umzuziehen, habe er nicht bereut: „Hier zu sein ist ein ganz großes Glück für uns.“

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Der Zuzug von Josef Gasteiger sei auch ein Glück für die Gemeinde Oberaudorf, wie Florian Seebacher, Leiter des Ordnungsamtes, findet: Als Seniorenbeauftragter sei Gasteiger der „ideale Mann“. Es sei oft nicht leicht, eine solche Persönlichkeit für so ein Ehrenamt zu finden.

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