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Beste Schülerin hat 0,8 Abi

Jetzt beginnt der Rest des Lebens – 93 Abiturienten und Abiturientinnen in Raubling feiern ihre Zeugnisübergabe

Zahlreiche Ehrungen wurden zusätzlich zum Abiturzeugnis verliehen. V.l.n.r.: Frau Dr. Bauer vom Verein der Freunde und Förderer am Gymnasium Raubling. Florian Biller, Leon Wudy, Benedek Lerch, Lisa Knoff, Helga Schachtner vom Elternbeirat, Lucia Schönleber und Zacharias Schick, Felix Herold, Jakob Spöck, Marinus Airainer, OStD Dr. Armin Stadler, Direktor am Gymnasium Raubling.
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Zahlreiche Ehrungen wurden zusätzlich zum Abiturzeugnis verliehen. V.l.n.r.: Frau Dr. Bauer vom Verein der Freunde und Förderer am Gymnasium Raubling. Florian Biller, Leon Wudy, Benedek Lerch, Lisa Knoff, Helga Schachtner vom Elternbeirat, Lucia Schönleber und Zacharias Schick, Felix Herold, Jakob Spöck, Marinus Airainer, OStD Dr. Armin Stadler, Direktor am Gymnasium Raubling.
  • VonKarin Sönmez
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93 stolze Abiturienten und Abiturientinnen hatten sich in der großen Aula des Gymnasiums Raubling versammelt, um gemeinsam mit Eltern, Lehrern und Raublings Bürgermeister Olaf Kalsperger, der stellvertretend für die anderen Bürgermeister des Inntals gekommen war, die feierliche Übergabe der Abiturzeugnisse zu begehen.

Raubling – Zum Auftakt gab das Bläserquintett mit dem Stück ‚Festlicher Einzug‘ den Rahmen vor. Dr. Armin Stadler, Direktor des Gymnasiums, der, nach der Begrüßung der Gäste und Abiturienten, letzteren vor allem die Begriffe ‚Dankbarkeit‘ – gegenüber Eltern und Lehrern, aber vor allem auch ‚Stolz‘ – auf das, was sie erreicht haben mit auf den Weg gab, tauchte bei seiner Festrede in die Betrachtung des Begriffes der (abendländischen) Bildung hinab. Zunächst stellte er die rhetorische Frage, ob denn ‚Früher‘ wirklich ‚Alles besser‘ gewesen sei – wie man doch so oft höre und zeichnete verbal das Bild eines Abiturienten Anno 1835.

Was mussten die Schüler 1835 alles leisten

Dieser musste für die damalige Reifeprüfung bis zu fünfstündige Aufsätze in Deutsch und Latein, sowie eine ebenso lange Arbeit in Mathematik und dazu noch Übersetzungen ins Lateinische und Französische dazu noch aus dem Griechischen ins Deutsche anfertigen. Danach war noch jeweils eine mündliche Prüfung in allen Sprachen, Naturwissenschaften, Mathematik, Geschichte und Religion zu bestehen.

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Schnell waren alle Zuhörer überzeugt, dass das heutige Abitur durchaus besser machbar sei, was aber dem Stellenwert keinen Abbruch tue. Von diesem Punkt aus ging es erneut mit einer Zeitreise zurück, diesmal gleich um gute 2000 Jahre. Mit einem fiktiven Besuch, bei einem ebenso fiktiven Pädagogenkollegen, welcher sinnigerweise ‚Enkyklios Padaios‘ hieß, eine Anspielung auf den Begriff ‚Enzyklopädie‘, welcher als Zusammenschau aller Wissenschaften verstanden werden kann. In der fiktiven Szene zeigte ihm der Kollege, den Weg zur Erkenntnis durch Betrachtung des Alphabets.

Von Alpha bis Omega

So sah Stadler beispielsweis im Buchstaben ‚Alpha‘ den Anfang, den Beginn aller Wege und allen Tuns. In ‚Beta‘ erkannte er das Ausprobieren – siehe auch Betaversion von Software und in Delta die Veränderung, das Stärke finden, wobei er hier an die Delta-Variante des Coronavirus dachte. Im Folgenden erwähnte er noch das ‚Epsilon‘, wie ‚Europa‘, welchem er die Vielfalt und Buntheit des Lebens zuordnete und das ‚Jota‘, wobei er den jungen Leuten den Rat mitgab, nicht um ein ‚Jota‘ zurückzuweichen, wenn es um die wichtigen Dinge des Lebens geht. Nicht fehlen durfte natürlich dabei das ‚Pi‘, welches gleichwohl unendlich in der Anzahl seiner Nachkommastellen ist, aber niemals fehlen darf, damit sich der Kreis schließt. „Findet heraus, welche Möglichkeiten ihr wählt, von den unendlich vielen, die Euch geboten werden, damit sich Eure Kreise schließen!“, forderte er sie auf. Mit dem ‚Omega‘ nahm er Abschied und wünschte den frischgebackenen Schulabgängern: „auf Ihren eigenen Wegen eine gute Reise!“

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Die Elternbeiratsvorsitzende Helga Schachtner, reihte sich in den Reigen der Grußbotschafter ein, indem sie den jungen Erwachsenen anhand einiger Zitate von Johann Wolfgang von Goethe unterschiedliche Perspektiven auf ihr zukünftiges Leben mitgab. So beispielsweise mit dem Zitat „Was immer Du tun kannst oder wovon Du träumst – fang damit an. Mut hat Genie, Kraft und Zauber in sich.“ Damit bestärkte sie die Absolventen dazu, auch bei Widrigkeiten nie den Mut zu verlieren und sich entschlossen mit dem zu befassen, was wirklich wichtig ist. Bei den Dingen, die wirklich wichtig sind, erinnerte sie an Werte wie Toleranz und Wertschätzung aber auch Nachhaltigkeit, ein Begriff, der eigentlich aus der Forstwirtschaft kommt, inzwischen aber als Grundlage des ganzen Lebens betrachtet werden sollte.

Gleichberechtigung von Mann und Frau

Die Vorsitzende des Vereins der Freunde und Förderer des Gymnasiums, Dr. Theresia Bauer wies darauf hin, dass der Förderverein ein Alumni-Netzwerk mit ehemaligen Absolventen aufbaue und forderte die Schulabgänger auf, hieran teilzunehmen. Bereits dieses Jahr würden die ersten ‚Alumnis‘ zum Jubiläumsfest am 28. Juli erwartet. In ihrem Grußwort an die Festgemeinde betrachtete sie den Weg der Gleichberechtigung zwischen Männern und Frauen im Bereich der Bildung und fand in einem ein Zitat der Weimarer Schulbehörde von 1872 auch den Anlass, warum Mädchen ab 1870 überhaupt ein Gymnasium besuchen durften.

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Die Absicht dahinter war, dass Frauen nun aufs Gymnasium gehen und Abitur machen sollten, damit sich die Männer nicht langweilen und sie in ihren geistigen Fähigkeiten nicht eingeschränkt werden. Dazu erinnert sie: „Darüber kann man heute sicher nur schmunzeln – wenn der Weg für Frauen nicht hundert Jahre lang ein beschwerlicher Weg gewesen wäre – und für den weit überwiegenden Teil der Mädchen und Frauen weltweit gilt leider weiterhin, dass diese keine gleichberechtigten Bildungschancen haben.“ Abschließend schlug sie den Bogen zur Gesamtheit der Absolventen, indem Sie betonte: „überall werden kluge, engagierte Leute auf Dauer dringend gebraucht.“

Ehrung für besondere Leistungen

Das von Elena Röttger gefühlvoll vorgetragene Lied ‚The Climb‘ von Miley Cyrus leitete über zur Vergabe der Abiturzeugnisse und die anschließenden vielen Ehrungen. Besonders ausgezeichnet wurden Lucia Schönleber, Lisa Knoff und Zacharias Schick, die drei Schülerinnen und Schüler, die mit 1,0 abgeschlossen haben mit einer Prämie von 500€ von der Georg-Dax-Stiftung. Diese drei bekamen auch namentlich gravierte Füller des Elternbeirates. Vom Förderverein wurden dann noch die Sozialpreise vergeben. Diese sind eine Anerkennung für besondere Leistungen für die Gemeinschaft, denn Leon Wudy hat sich besonders verdient gemacht durch Aufbau des AK Foto und AK Sanitätsdienst, Benedek Lerch durch Wissen und ständige Bereitschaft im AK Technik und Florian Biller durch Engagement und Geschick als Streitschlichter.

Mit weiteren musikalischen Vorträgen wurde übergeleitet zur letzten und wichtigsten Rede: Florian Biller resümierte, stellvertretend für seinen Jahrgang, die ganze Schulzeit am Gymnasium. Locker verglich er die Schüler mit einer Fußballmannschaft, Lehrer mit Trainern, wobei natürlich Dr. Stadler der Vereinspräsident sei. Eltern durften als Fans fungieren. Zuverlässige ‚Einserschüler‘ wurden als Torjäger dargestellt, die, so amüsierte er sich im Nachhinein, immer dafür sorgten, dass auch sehr schlecht ausgefallene Arbeiten doch noch gezählt werden durften. Vor allem betonte er aber, wie stark die Verteidigung gewesen sei und meinte damit die Gruppen, die sich im Jahrgang gebildet haben, in denen ein starker Zusammenhalt geherrscht habe. Schlussendlich bedankte er sich bei allen für die gute Zeit und die Unterstützung.

Mit dem Vom Vokalensemble der Q12 und Leon Wudy an der Gitarre vorgetragenen ‚Let her go‘ von Passenger wurde der offizielle Teil der Feier dann beendet und man ging zum gemütlichen Teil über.

Die beste Schülerin: die 17-jährige Rohrdorferin Lucia Schönleber mit einem rechnerischen Abischnitt von 0,8

In meiner Freizeit spiele ich Klavier, höre gerne Musik oder dekoriere mein Zimmer neu. Auch das Backen und Kochen macht mir sehr viel Spaß. Ein weiteres Hobby ist das Reisen in verschiedene Länder und das Entdecken neuer Orte und Kulturen, wobei ich sonnige Länder wie Italien bevorzuge. Während der Schulzeit habe ich immer versucht mich bestmöglich vorzubereiten, wobei allein das Mitdenken im Unterricht und das gewissenhafte Erledigen von Aufgaben bereits sehr viel dazu beiträgt, gute Leistungen zu erzielen. Zudem hatte ich stets das Ziel vor Augen, auf ein möglichst gutes Abitur hinzuarbeiten, um dann meinem Wunsch, Medizin zu studieren, nachgehen zu können. In Prüfungsphasen bekam ich stets Unterstützung von meiner Familie, was ein wichtiger Rückhalt für mich war. Auch von meinen Lehrkräften erhielt ich eine gute Vorbereitung und viel Motivation. Ab Oktober möchte ich Humanmedizin in München studieren und davor noch etwas praktische Erfahrung in diesem Bereich sammeln. Während des Studiums will ich vielleicht sogar ein Semester im Ausland verbringen. Mit meiner Schulzeit verbinde ich viele unvergessliche Erlebnisse, an die ich mich gerne zurückerinnere und bin gespannt, was die Zukunft noch alles für mich bereithält.

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