Jakob Steiner schmeißt hin

Sah sich in seiner Arbeit als Behindertenbeauftragter blockiert: Jakob Steiner ps

Rohrdorf – Die Gemeinde Rohrdorf steht derzeit ohne Behindertenbeauftragten da.

Jakob Steiner, der das Amt vier Jahre lang ausgeübt hat, hatte bereits Ende April in einem knappen Schreiben an die Gemeindeverwaltung seinen sofortigen Rücktritt erklärt; bei der jüngsten Sitzung des Gemeinderats wurde er nun formal von seinem Amt entbunden.

Enttäuscht, frustriert und verärgert darüber, dass er im Rathaus kein Gehör für seine Arbeit gefunden habe – so beschreibt Steiner, der zugleich für die Freie Wählergemeinschaft im Gemeinderat sitzt, auf Nachfrage der OVB Heimatzeitungen seine Gemütslage. Seit dem Bürgerentscheid zum Bau des geplanten Schützenheims in Achenmühle im November 2015 sei er von Bürgermeister Christian Praxl in seiner Arbeit als Behindertenbeauftragter blockiert worden. Damals hatte Steiner den Antrag gestellt, wie auch bei Kommunalwahlen üblich, Wahllokale in allen Ortsteilen einzurichten – und nicht nur eines in Achenmühle (wir berichteten). „Mein Antrag hierfür fiel unter den Tisch, wurde nie beantwortet und war plötzlich verschwunden.“ In der Folgezeit seien seine Vorschläge dann oftmals auf eine „Wunschliste“ gesetzt worden. Steiner: „Auch da warte ich bis heute vergeblich auf Antworten.“

Um die Schieflage nicht auf dem Rücken der über 360 Schwerbehinderten in der Gemeinde auszutragen, habe er sich zum Rücktritt entschlossen. „Ich hätte gerne weitergemacht. Aber das hat keinen Sinn, wenn ich nicht gehört werde.“

Bürgermeister Christian Praxl verzichtet unterdessen auf jeden Kommentar: „Zu solchen Vorwürfen nehme ich keine Stellung.“

Für die Gemeinde heißt es nun, einen neuen Behindertenbeauftragten zu suchen; dieser müsse aber nicht aus den Reihen des Gemeinderats stammen.

Kommentare