Jahrzehntelanges Engagement im Raublinger Gemeinderat

Herbert John:30 Jahre im Gemeinderat ein Kämpfer für die Belange der SPD.

Raubling – Zwölf Jahre Zweiter Bürgermeister und 18 Jahre Gemeinderat insgesamt 30 Jahre für die Gemeinde aktiv und nun so ein Abschied.

Nein, nicht wegen seiner Kollegen, ganz im Gegenteil, sondern wegen der Corona-Pandemie, die durch Kontaktbeschränkungen eine würdige Abschiedsfeier derzeit verbietet.

Raublings SPD-Urgestein und Zugpferd Nummer Eins, Herbert John, war es immer eine Freude und Ehre in den vergangenen 30 Jahren für seine Heimatgemeinde kommunalpolitisch zu arbeiten. 1990 erstmals als Bürgermeister-Kandidat angetreten, nun nimmt er seinen Abschied aus dem Gremium. In gebührendem Abstand und Maskenschutz für die beiden Gesprächspartner nahm er sich Zeit, seine Laufbahn gegenüber unserer Heimatzeitung Revue passieren zu lassen.

Demnach war er schon immer ein geschickter Taktiker, trat erstmals 1990 gegen den damaligen Ersten Bürgermeister Günter Bayer (CSU) als Bürgermeisterkandidat an und schaffte auf Anhieb 38 Prozent Stimmenanteil. In diese Zeit fiel auch die Gründung einer eigenen Anwaltskanzlei als selbstständiger Rechtsanwalt an der Kufsteiner Straße in Raubling.

Deshalb ist der dreifache Familienvater bei der nächsten Wahl 1996 nicht mehr als Bürgermeister-, sondern als Gemeinderatskandidat angetreten. In diesem Jahr wurde Josef Neiderhell Erster Bürgermeister. Er hat John als seinen Stellvertreter vorgeschlagen. Einen schweren gesundheitlichen Schlag musste Herbert John im Oktober 2004 verkraften: Seitdem ist er halbseitig gelähmt. Trotzdem hat John das Amt weitergeführt, auch wenn dies nur noch eingeschränkt möglich und äußerst beschwerlich war. Das hielt ihn nicht ab, auch 2008 wieder als Ratsmitglied anzutreten und die SPD-Liste als ihr „Zugpferd“ anzuführen.

HunderteSitzungen besucht

Wie viele Fahrschüler bei ihm den Führerschein gemacht haben, kann Johann Guggenbichler nicht mehr sagen, in wie vielen Gemeinderatssitzungen er aktiv mitberaten und abgestimmt hat, auch nicht auf Anhieb. Es mögen wohl mehrere 100 Sitzungen gewesen sein: Nach 36 Jahren aktives Gremiumsmitglied hört man nun eine wesentliche Stimme Pfraundorfs im Gemeinderat nicht mehr. Für diese neue Wahlperiode trat er nicht mehr an. 36 Jahre müssen reichen, so sein Entschluss. Insgesamt war er 36 Jahre lang aus der Raublinger Kommunalpolitik nicht mehr wegzudenken. „Mit drei Bürgermeistern, nämlich Günter Bayer, Josef Neiderhell und Olaf Kalsperger, durfte ich je zwölf Jahre lang zusammenarbeiten. Eine erfolgreiche Zeit, für die ich mich bei diesen Personen, allen Gemeinderäten, dem Personal der Verwaltung und bei der Bevölkerung für das Vertrauen ausdrücklich bedanken möchte“, hebt er hervor. Die erste Wahlperiode sei eine Lern- und Lehrphase gewesen, ab 1990 hatte er dann immer den besten Pfraundorfer Platz auf der CSU Liste inne und sein Bekanntheits- und Beliebtheitsgrad stieg stetig. ru

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