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Nach versuchtem Handy-Diebstahl in Raubling

International aktiver Dieb zu elf Monaten Haft auf Bewährung und Deutschkurs verurteilt

Der Angeklagte zeigte sich geständig. Das Schöffengericht verurteilte ihn deshalb „nur“ zu elf Monaten auf Bewährung.
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Der Angeklagte zeigte sich geständig. Das Schöffengericht verurteilte ihn deshalb „nur“ zu elf Monaten auf Bewährung.
  • VonTheo Auer
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Am 12. November 2021 versuchen zwei Männer, um die Mittagszeit in einem Raublinger Laden ein Handy zu stehlen. Nun muss sich einer der beiden vor dem Schöffengericht Rosenheim wegen versuchten Raubes und versuchter Körperverletzung in Mittäterschaft verantworten.

Raubling – Am 12. November 2021 betraten zwei Männer, die kaum Deutsch sprachen, um die Mittagszeit einen Handy-Laden in Raubling. Sie gaben vor sich für eines der ausgestellten Smartphones zu interessieren. Während der eine bemüht war den Inhaber mit Fragen nach einem Flyer abzulenken, versuchte der Andere, ein teures iPhone 11 in einem Prospekt versteckt verschwinden zu lassen.

Ladenbesitzer greift beherzt ein

Gleich nachdem die Beiden das Geschäft wieder verließen, bemerkte der Ladenbesitzer das Fehlen des Gerätes und eilte hinterher. Er erwischte die Diebe noch vor dem Laden und packte einen der beiden Täter an seiner Jacke.

Der Komplize bemühte sich, seinem Mittäter zu helfen, und bedrohte den Bestohlenen mit Fausthieben, die allerdings nicht trafen. Das Losreißen glückte und die beiden entflohen.

Zurück blieb ein Fetzen der Innentasche von der Jacke in der Hand des Händlers. Zurück blieb auch das iPhone, das das Duo neben einem Blumentrog hatte fallen lassen.

Die Brannenburger Polizei nahm das Geschehen zu Protokoll und reichte die Anzeige an die Staatsanwaltschaft weiter. An dem Jackenfetzen konnten brauchbare DNA-Spuren festgestellt werden. Diese wurden europaweit überprüft und siehe da, in Frankreich, den Niederlanden und in Spanien waren übereinstimmend Marker registriert. Diese stimmten mit denen des nun Angeklagten überein. Als er sich im Mai dieses Jahres in Berlin aufhielt, wurde er festgenommen und in die JVA in Traunstein überstellt.

Vor dem Schöffengericht Rosenheim wegen versuchten Raubes und versuchter Körperverletzung in Mittäterschaft angeklagt, bemühte sich seine Verteidigerin, Rechtsanwältin Eva Steiner aus Berlin, die Vorwürfe zu relativieren.

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Unstreitig war die Teilnahme des Angeklagten an der Tat. Allerdings war das Smartphone am Tatort zurückgelassen worden, sodass die Rechtsanwältin die Frage der Sicherung des Diebesguts – was Voraussetzung zum Tatbestand des Raubes ist – für nicht bewiesen hielt. Damit wäre es ein einfacher Versuch des Diebstahls und weitaus milder zu bestrafen.

Die Staatsanwältin wollte sich darauf aber nicht einlassen. In einem Rechtsgespräch einigte man sich dann auf eine gemeinsame Linie: Der Angeklagte soll sich umfassend geständig zeigen und das Gericht sagte ihm dafür zu, dass die zu erwartende Strafe 19 Monate nicht übersteigen würde und zur Bewährung ausgesetzt werden könne.

Den Mittäter wollte der Angeklagte nicht benennen. Es sei ein Verwandter, gegen den er ohnehin nicht aussagen müsse.

Die Frage eines Schöffen, wie es denn komme, dass seine DNA-Ergebnisse in drei europäischen Ländern bekannt sei, berichtete er, dass er sich zeitweise in mehreren Ländern aufgehalten habe. Auf dessen Nachfrage gestand er, in den Niederlanden 50 Tage im Gefängnis gewesen zu sein. Weitere Auskünfte unterband seine Verteidigerin mit dem Hinweis, dass er zu solchen Auskünften nicht verpflichtet sei. Das Gericht teilte mit, dass er zumindest in Deutschland noch nicht straffällig geworden sei. Zumindest war er hier noch niemals verurteilt worden.

Ungeachtet dessen beantragte die Staatsanwältin gegen den 28-jährigen Rumänen 21 Monate Gefängnis zu verhängen, diese zur Bewährung auszusetzen und eine Geldauflage von 9000 Euro auszusprechen.

Die Verteidigerin unterstrich den Wert des Geständnisses, ohne das eine umfangreiche Beweisaufnahme notwendig gewesen wäre. Außerdem verwies sie auf die drei Monate U-Haft, die für ihren Mandanten eine wirkungsvolle Warnung gewesen sei. Sie stellte keinen konkreten Strafantrag, legte den in das Ermessen und die Milde des Gerichtes.

Verpflichtung zum Deutschkurs

Das Schöffengericht unter dem Vorsitz von Richter Matthias Knoblauch erkannte auf einen „minderschweren Fall“, weil es weder Beute noch Verletzungen gab. Auch sei der Angeklagte bislang nicht vorbestraft und lediglich der Nebentäter. Elf Monate Haft zur Bewährung sprach das Gericht aus. Dazu wurde er einem Bewährungshelfer unterstellt, hat eine Geldauflage von 6000 Euro zu bezahlen und damit seine Integration ohne Straftaten gelingen könne, wurde ihm auferlegt einen Deutschkurs zu besuchen.

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