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Konzert am Dreikönigstag

In fünf Tagen mit einer Probe zur Premiere: Kirchenchor Oberaudorf feiert Jubiläum

Erinnerung an das Osteroratorium2016 in der Oberaudorfer Pfarrkirche. Weihbischof Wolfgang Bischof segnete damals Konzertbesucher, Musiker und Sänger (Bildmitte Hans Berger)..Privat
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Erinnerung an das Osteroratorium2016 in der Oberaudorfer Pfarrkirche. Weihbischof Wolfgang Bischof segnete damals Konzertbesucher, Musiker und Sänger (Bildmitte Hans Berger).
  • VonElisabeth Kirchner
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Vor 50 Jahren musste eine Probe vor der Premiere reichen. Vor dem Jubiläumskonzert des Oberaudorfer Kirchenchores am 6. Januar waren es ein paar mehr. Im Interview verrät Hans Berger, warum Gesang mehr ist als beten.

Oberaudorf – 50 Jahre Neugründung Kirchenchor Oberaudorf: Kirchenkonzert mit Hans Berger. Die Ankündigung lässt aufhorchen. Der gebürtige Oberaudorfer Hans Berger, der von 1973 bis 2007 als Kirchenmusiker und Chorleiter vom Kirchenchor gewirkt hat und weiterhin Leiter vom Montini-Chor, Müllner-Peter-Chor sowie Ensemble-Leiter ist, wird in der Pfarrkirche „Zu Unserer Lieben Frau von Oberaudorf“ zusammen mit musikalischen Mitstreitern ein Kirchenkonzert durchführen. Hans Berger bestritt seinen ersten Gottesdienst mit dem neugegründeten Kirchenchor am 6. Januar 1973 in der Pfarrkirche.

Deshalb nimmt es nicht Wunder, dass genau 50 Jahre später, am 6. Januar 2023, das 50. Jubiläum mit einem Kirchenkonzert gefeiert wird. Inzwischen leitet Markus Steinhardt den Kirchenchor. Gründe genug, sich mit Hans Berger über den Oberaudorfer Kirchenchor und Kirchenmusik an sich zu unterhalten.

Auf der Webseite der Pfarrei steht unter der Rubrik Kirchenmusik, dass Freude am Singen und Zusammenhalt auch im zwischenmenschlichen Bereich die herausragenden Eigenschaften der Sänger sind. Gesang sei mehr als beten. War das damals bei der Gründung Ihr Leitmotiv?

Hans Berger: Diese Frage wird bei allen Sängerinnen und Sängern der Chöre immer ganz oben stehen. Das war es auch bei uns. Orgelspielen zählt sogar dreimal….

Sie haben ja den Kirchenchor vor über 50 Jahren wieder neu aufgestellt. Wie viele Mitglieder hatte der Chor damals und wie viele sind es heute? Erfahren Sie mehr Zulauf als früher oder ist es - nicht erst seit Corona - schwieriger, Sänger langfristig zu binden? Braucht es als ernsthaft interessiertes Chormitglied eine außergewöhnlich gute Stimme?

Berger: Den Kirchenchor Oberaudorf gibt es schon seit dem 19. Jahrhundert. Beim Dreikönigsgottesdienst 1973 waren es - nach zehn Jahren Stillstand - circa 15 Sänger. Der Chor wuchs dann ständig, in den 80er-Jahren waren wir sogar rund 65 Mitglieder. Nun sind die Sängerinnen und Sänger inzwischen auch älter geworden, und die Corona-Jahre haben auch dazu beigetragen, dass der Chor nicht mehr die frühere Stärke hat. Das Problem gibt es allerdings auch bei vielen anderen Chören. Ich habe schon seit 1980 den Müllner-Peter-Chor und seit dem Beginn meiner Rente 2006 den Montini-Chor gegründet, der mittlerweile Kirchenkonzerte an verschiedenen Orten gibt, wie zum Beispiel seit 2006 das Rosenheimer Adventssingen. Begrenzungen wie Alter oder Stimme gab es bei uns nie und wird es bei mir auch nicht geben.

Welche Bedeutung kommt dem Gesang gerade im kirchlichen Umfeld zu? Ist es für Sie eine Verschönerung des Gottesdienstes oder ein wesentlicher Bestandteil?

Berger: Als Kirchenmusiker sammelt man im Laufe der Jahre auch Erfahrung. So zum Beispiel, dass es Lieder gibt, die zwar einen schönen Text haben, aber nicht leicht ins Gehör gehen. Das hat mich dann dazu verleitet und angespornt, dass ich diesen Texten singbare Melodien unterlege und sogar auch für größeres Ensemble bearbeite, wie bei unserem Konzert am 6. Januar zu hören sein wird. Ich freue mich, dass „meine“ Lieder von Kirchenbesuchern, aber auch mittlerweile schon von vielen Kirchenchören gerne angenommen werden. Vier verschiedene Liederbücherl für die Joppentasche und für zwei- bis vierstimmigen Chor sowie rund 25 Notenhefte für Frauen-, Männer- und gemischten Chor sind bereits bei mir erhältlich.

Von Victor Hugo gibt es das Zitat: „Die Musik drückt das aus, was nicht gesagt werden kann und worüber zu schweigen unmöglich ist.“ Sehen Sie das auch so? Es heißt ja, dass man gerade über die Kirchenmusik Menschen erreichen kann, auch wenn sie nicht regelmäßig zum Gottesdienst kommen. Welchen Beitrag kann die Kirchenmusik zur Pfarrei der Zukunft leisten?

Berger: Da ich nicht mehr angestellter Kirchenmusiker bin, kann ich mich auf Gottesdienste in verschiedenen Kirchen oder Kirchenkonzerte einstellen. Es wird da überwiegend aus meinem Repertoire gesungen. Dann können die Besucher entscheiden, ob ihnen und was ihnen die Musik gibt.

Was stand damals auf dem Programm? Und was erwartet das Publikum beim Jubiläumskonzert?

Berger: Damals standen ein paar Chorsätze sowie einige Lieder für Volksgesang und Kehrverse auf dem Programm. Der Wunsch vom kurz vorher installierten Pfarrer Georg Unterstraßer zur Neugründung wurde erst an Neujahr geäußert, sodass dann nur eine Probe möglich war. Bereits an Ostern 1973 sangen wir dann schon die Kleine Orgelsolo-Messe von Joseph Haydn. Der erste Geiger damals, Albert Ginthör, spielte fast alle Messen und Konzerte mit. Auch dieses Mal ist er dabei! Beim Konzert an Dreikönig singen wir unsere schönsten Weihnachtslieder sowie das „Zeitenrad“ nach dem Text von Georg Thurmayr. Zwischen den Chorwerken spiele ich mit meinem großen Ensemble aus 18 Musikern Menuette und Musiken. Der Schlussgesang ist dann „Sehet den Stern“, unter dessen Titel das Konzertprogramm steht. Beginnen werden wir mit dem Lied: „Gott grüße dich“, einem Lieblingslied des nun verstorbenen emeritierten Papstes Benedikt XVI, das die Brüder Georg und Joseph schon zur Zitherbegleitung ihres Vaters Josef Ratzinger sangen.

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