In Aschau und im Inntal bleibt es trotz Hilfe vom Freistaat in den Schulbussen weiter eng

Mit Maske zur Schule: Einen Mindestabstand müssen die Schüler im Bus aber nicht einhalten.
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Mit Maske zur Schule: Einen Mindestabstand müssen die Schüler im Bus aber nicht einhalten.
  • vonTina Blum
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Gedränge am Buseingang, drei Kinder, die sich zwei Sitze teilen – das war einmal der ganz normale Alltag im Schulbus. In Zeiten von Corona und dem Abstandsgebot muss umgedacht werden. Zusätzliche Busse sollen Abhilfe schaffen. Die Finanzierung übernimmt der Freistaat.

Aschau/Inntal – Gut eine Woche vor Schulanfang hatte die bayerische Staatsregierung zugesichert, die Kosten für zusätzliche Verstärkerbusse in der Schülerbeförderung zu 100 Prozent zu übernehmen. Auch im Landkreis haben einige Busunternehmer aufgestockt.

Wer übernimmt die Kosten?

Das Verkehrsunternehmen Margreiter aus Nußdorf fährt zwischen Kufstein und Rosenheim durchs Inntal. „Wir hatten heute einen Verstärkerbus eingesetzt“, sagt Kurt Margreiter. Denn grundsätzlich bestehe Bedarf. Jedoch sei ihm nicht ganz klar, wie die Kostenübernahme vom Freistaat aussehen soll.

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Auch die Vorgabe vom Landratsamt findet Margreiter unschlüssig: Denn ein Bus gelte erst als überbesetzt, wenn 70 Prozent seiner Gesamtkapazität, beziehungsweise 50 Prozent der Stehplatzkapazität ausgelastet sei, sagt der Busunternehmer. „Das bedeutet, dass alle Sitzplätze belegt sind und die Hälfte der Stehplätze ebenfalls“, erläutert er. Seiner Meinung nach sei das „bestimmt nicht das, was der Ministerpräsident bezwecken wollte“.

Erster Schultag verlief ruhig

Der erste Schultag sei ruhig verlaufen, berichtet Margreiter. Das können auch seine Kollegen vom Regionalverkehr Oberbayern (RVO) bestätigen. Zwar kamen am ersten Schultag zwischen acht und zehn Busse zum Einsatz. „Insgesamt war die Situation heute sehr entspannt“, berichtet Michael Schmidt, Niederlassungsleiter des RVO. „Ein großes Lob an die Kinder, die beim Einsteigen alle ihre Maske getragen haben und auch während der Fahrt aufbehalten haben.“ Da in der ersten Woche noch viele Kinder von ihren Eltern in die Schule gebracht werden, sollen in den nächsten Wochen die Fahrer die Fahrgäste zählen. Erst dann könne man sagen, wie groß der Bedarf an Verstärkerbussen ist.

Verstärkerbusse nur halb ausgelastet

Als Fahrer eines Verstärkerbusses für den RVO war heute auch Christoph Schmid vom Reise- und Busunternehmen Astl aus Oberaudorf unterwegs. „Ich bin der Linie 9580 zwischen Bad Aibling und Bad Feilnbach hinterhergefahren“, sagt er. Allerdings leer. Die reguläre Linie habe ausgereicht für die Schüler. Ein Kollege, der den Verstärkerbus zwischen Achenmühle und Brannenburg gelenkt hat, sei halbvoll gewesen, berichtet Schmid.

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Keine zusätzlichen Busse eingesetzt hat Busunternehmer Gerhard Reiter aus Aschau. „Unsere Linien sind nur halb bis dreiviertel voll besetzt“, sagt er. Die erste Schulwoche sei jedoch generell nicht aussagekräftig, eine Eingewöhnungsphase, in der noch das Elterntaxi häufig zum Einsatz käme. „Fahrer und Busse stünden zur Verfügung. Aber das ist momentan noch total unnötig“, meint Reiter.

Landratsamt bestimmt Auslastungsgrenzen

Auf Nachfrage unserer Zeitung bestätigte das Landratsamt, dass man sich mit den umliegenden Landkreisen auf die Auslastungsgrenzen von maximal 70 Prozent der Gesamtkapazität beziehungsweise auf maximal 50 Prozent der Stehplatzkapazität geeinigt hätte.

Das Tragen einer Maske sei Pflicht, eine Abstandsregelung gebe es laut Pressesprecher Michael Fischer ohnehin nicht. „Die Busunternehmer können dann ihre Rechnung bei uns einreichen. Wie die Erstattung vom Freistaat abgewickelt wird, wissen wir derzeit auch noch nicht“, sagt Fischer. Die Regelung gelte zunächst für diese Woche, dann wird eventuell korrigiert.

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