In 13 Jahren 260000 Euro an Hilfsleistungen erbracht: Verein Inntal pro Kharikhola löst sich auf

Das Vereinsguthaben wurde an die Christlichen Sozialwerke (CSW) Oberaudorf und Flintsbach gegeben. Unser Bild zeigt die CSW-Leiterin Johanna Eltz aus Oberaudorf, IPK-Vereinsvorsitzenden Alexander Rupp und Vereinsmitglied Sepp Obermair (von links).
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Das Vereinsguthaben wurde an die Christlichen Sozialwerke (CSW) Oberaudorf und Flintsbach gegeben. Unser Bild zeigt die CSW-Leiterin Johanna Eltz aus Oberaudorf, IPK-Vereinsvorsitzenden Alexander Rupp und Vereinsmitglied Sepp Obermair (von links).

Sie haben viele Projekte angestoßen: die Mitglieder des Vereins Inntal pro Kharikhola (IPK). Nach 13 Jahren haben sie jetzt beschlossen, aufzuhören. Im November 2020 hat sich der Verein aufgelöst. Das Vereinsguthaben wurde an die Christlichen Sozialwerke Oberaudorf und Flintsbach gegeben.

Oberaudorf – Im Frühjahr 2006 hat sich der Verein Inntal pro Kharikhola (IPK) zur Unterstützung von Kindern und Jugendlichen in Kharikhola, im Distrikt Solo, gegründet. Dadurch konnten viele Schulen errichtet und finanziell unterstützt werden. 13 Jahre später haben die Mitglieder jetzt beschlossen, ihre Vereinstätigkeit zu beenden. Die Auflösung wurde nach einem weiteren Jahr im November 2020 abgeschlossen und das Vereinsguthaben satzungsgemäß auf die Christlichen Sozialwerke in Oberaudorf und Flintsbach aufgeteilt. Jede Pflegeeinrichtung erhielt 1000 Euro.

Erste Kontakte 1996 nach Nepal geknüpft

Bereits 1996 wurden erste Kontakte nach Nepal geknüpft. Durch Trekking-Touren im Solokhumbu haben Heinz Schauer (Kassenprüfer) und Vorsitzender Alexander Rupp den Ort Kharikhola und dessen Bevölkerung kennen und lieben gelernt.

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Laut Verein wurde auch damals schon durch private Spenden das Dorf unterstützt. Zu den ersten Aktivitäten zählte der Aufbau einer lokalen Krankenstation, für die ein Grundstück zum Preis von 750 Deutscher Mark erworben wurde. Für die Station wurde auch eine Wasserturbine zur Stromgewinnung beschafft. Dazu waren die Verlegung einer Wasserleitung und der Bau eines Staudammes nötig. 2006 folgte schließlich die Gründung des Vereins IPK. Der Bau zweier „Girls Hostels“ sollte es jungen Mädchen, die in weiter entfernten Dörfern leben, ermöglichen, die Schule in Kharikhola zu besuchen. Durch die Erweiterung des gesamten Schulgebäudes um ein Vordach konnte auch während der Monsunzeit ein trockener Zugang zu den Klassenräumern und somit ein geregelter Schulunterricht gewährleistet werden. Diese Projekte, so berichtet der Verein, wurden durch die große Spendenbereitschaft der Inntalbevölkerung und von Freunden und Bekannten der Vereinsmitglieder ermöglicht. Nachdem Nepal im Jahre 2015 von einem verheerenden Erdbeben heimgesucht wurde, explodierte die Spendenbereitschaft geradezu, berichtet Hubert Wildgruber, ehemaliger zweiter Vorsitzender der IPK: Mehr als 100 000 Euro wurden allein für den Wiederaufbau und die Direkthilfe in Nepal gespendet.

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Um die Hilfsleistungen nicht nur auf das Dorf Kharikhola zu beschränken, wurde 2015 die Satzung erweitert, damit auch andere vom Erdbeben betroffene Dörfer unterstützt werden konnten. In den folgenden Jahren wurden vier Schulen in vier verschiedenen Orten neu errichtet, eines der Girls-Hostels wiederaufgebaut sowie Direkthilfe vor Ort geleistet, sagt Wildgruber. Auch weitere erfolgreiche Projekte wie der Bau eines „Lama-Schüler-Hostels“ und der Kauf eines Grundstücks für einen Kindergarten wurden getätigt. Darüber hinaus wurden einige Jahre lang die Gehälter zweier Lehrer an der „Shree Kharikhola Secondary High School“ übernommen. All diese Projekte wurden in Absprache mit der lokalen Bevölkerung ausschließlich durch IPK gefördert, betont der Verein. Die Projekte seien so geplant und umgesetzt worden, dass die Bevölkerung vor Ort im Stande sei, diese in Zukunft selbstständig weiterzuführen. Hilfe zur Selbsthilfe sozusagen. Gemeinschaftsprojekte zusammen mit anderen Organisationen kam für IPK nie in Frage.

Reisekosten selbst getragen

Auf diese Weise konnten im Laufe der Jahre Hilfsleistungen in Höhe von sage und schreibe 260 000 Euro direkt in Nepal erbracht werden. Die Verwaltungskosten beliefen sich lediglich auf 1,36 Prozent. Wie Wildgruber betont, wurden sämtliche Reisekosten von den Mitgliedern stets selbst getragen. Dem ehemaligen Vorsitzenden Alexander Rupp ist es ein Anliegen, sich für all die Spenden zu bedanken. RE

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