Sanierung läuft

Im Untergrund ist Mords was los: Kanalsanierung in Stephanskirchen

In Haidholzen wird viel Geld vergraben. Insgesamt sind es 600000 Euro, im zweiten Bauabschnitt der Kanalsanierung allein rund 183000 Euro. Und der Wäschebach kommt noch dazu. Klinger
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In Haidholzen wird viel Geld vergraben. Insgesamt sind es 600000 Euro, im zweiten Bauabschnitt der Kanalsanierung allein rund 183000 Euro. Und der Wäschebach kommt noch dazu. Klinger
  • Sylvia Hampel
    vonSylvia Hampel
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Die Kanalsanierung in Haidholzen geht weiter. Auf rund 1,1 Kilometer werden die Hauptkanäle des Abwassernetzes saniert. Und der Wäschebach in Westerndorf, der muss entgegen der ursprünglichen Planung nun doch weiter durchs Rohr laufen.

Stephanskirchen – Carsten Mikosch vom Ingenieurbüro ISAS stellte dem Bau- und Planungsausschuss den zweiten Bauabschnitt der Kanalsanierung in Haidholzen vor. Untersucht wurden die Abwasserkanäle dort bereits 2019. Dabei stellte sich heraus, dass an 125 Stellen, verteilt auf neun Kilometer Netz, saniert werden muss. Mal aufwendiger, mal weniger aufwendig. Der erste Bauabschnitt ging 2020 über die Bühne, der zweite soll in diesem Jahr folgen.

Oberfläche wird nur notfalls beschädigt

„Wir versuchen, bei Sanierungen die Oberfläche nicht zu beschädigen. Das funktioniert auch meistens“, erklärte Mikosch den Gemeinderäten. Ein Großteil der Arbeiten kann in geschlossener Bauweise über die Schächte abgewickelt werden. Auf 375 Metern ist aufgrund vieler Schäden, die zum Teil so groß sind, dass Fremdwasser in den Kanal gelangt, eine komplette Sanierung mittels „Schlauchlining“ nötig. Dabei wird in den beschädigten Kanälen ein Schlauch verlegt, der aushärtet und den Kanal komplett dicht macht. Thomas Riedrich (Parteifreie) wollte wissen, wie lange das hält und war sichtlich beruhigt, als Mikosch versicherte, dass ein professionell gemachtes Schlauchlining 50 bis 70 Jahre halte.

Weniger Rückzugsräume für Ungeziefer

In elf Kanalabschnitten müssen punktuelle Schäden behoben werden, in weiteren neun sind Anschlussstutzen und undichte Rohrverbindungen zu erneuern. Und wenn die Arbeiten schon mal im Gange sind, dann werden auch gleich angrenzende Schachtbauwerke, die es nötig haben, mit saniert. 34 sind es laut Mikosch.

Seitliche Zuläufe, die nicht mehr in Betrieb sind, werden bei der Gelegenheit auch gleich verschlossen. Das nimmt im Kanalnetz lebendem Ungeziefer Rückzugsräume und reduziert den Zulauf von Fremdwasser, so Mikosch.

183 000 Euro und vier Monate Arbeit

Insgesamt werden für den zweiten Bauabschnitt der Kanalsanierung in Haidholzen rund 183 000 Euro fällig, die gesamte Sanierung ist auf 600 000 Euro geschätzt. Mikosch will die Ausschreibung so über die Bühne bringen, dass im Mai Baubeginn ist und die Sanierung im Oktober schon beendet und abgerechnet ist.

Der Wäschebach wird befreit

Im Sommer hatte der Umweltausschuss der Gemeinde beschlossen, dass der Wäschebach im südlichen Teil von Westerndorf ebenfalls saniert werden soll. Denn ein Teil des Baches verläuft in Rohren und die sind hinüber, durchzogen von Wurzeln. Immer wieder staut sich der Wäschebach dort auf. Deswegen sollten die ersten 40 Meter des Baches vom Rohr befreit werden. Auch wenn das teurer ist, als die Rohre zu sanieren.

Der Wäschebach bleibt doch im Rohr

Daraus wird nun aber doch nichts, so Bürgermeister Karl Mair (Parteifreie). Denn Gespräche mit dem betroffenen Grundeigentümer hätten ergeben, dass zugunsten des naturnahen Bachlaufes so viele Bäume gefällt werden müssten, dass das in keinem Verhältnis stehe. Also untersuchte das Büro ISAS, ob am Wäschebach Schlauchlining möglich ist und stellte fest, dass dem so sei. Und es kostet mit gut 30 000 Euro für knapp 100 Meter nur gut die Hälfte der im Sommer angesetzten knapp 60 000 Euro für 40 Meter Freilegung und 60 Meter Rohrsanierung.

Der Bau- und Planungsausschuss sprach sich einmütig für beide Vorhaben aus, empfahl dem Gemeinderat einen entsprechenden Beschluss. Dieser wird, nachdem die Dezember-Sitzung dem Lockdown zum Opfer fiel, voraussichtlich im Januar erfolgen.

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